Giefer setzt auf seine Klasse

Doha..  Trotz der 0:2-Niederlage des FC Schalke 04 im Testspiel gegen Ajax Amsterdam war ein Spieler richtig glücklich. Fabian Giefer, der nach der Kreuzbandzerrung von Ralf Fährmann in den nächsten Wochen vorläufig Schalkes Nummer eins sein wird, spielte 90 Minuten. „Es hat mich wirklich gefreut, dass ich spielen konnte. Es ist ja schon lange her”, erklärte der 24-Jährige. Sein Fazit: „Ich habe mich sehr gut gefühlt und bin in keiner Bewegung eingeschränkt. Die Verletzung ist komplett ausgeheilt.”

Giefer hat seit Mai 2014 kein Pflichtspiel bestritten, das letzte vor acht Monaten noch im Trikot von Fortuna Düsseldorf. Der 1,96 Meter große Torwart kam im Sommer ablösefrei aus Düsseldorf nach Schalke und verletzte sich im August im Testspiel in Bochum. Mit einem Muskelbündelriss im Adduktorenbereich fiel er lange aus, erst Mitte November kehrte er ins Mannschaftstraining zurück.

Gegen Ajax Amsterdam wurde Giefer am Samstag kaum geprüft. Bei den beiden Gegentoren durch Arkadiusz Milik und Anwar El Ghazi in der zweiten Halbzeit war er machtlos. In der Anfangsphase tauchte Giefer unter einer Flanke von der rechten Seite her, im zweiten Durchgang parierte er einen Schuss von El Ghazi klasse.

Giefer ist sicher, dass er trotz fehlender Spielpraxis beim Rückrundenstart am 31. Januar gegen Hannover 96 optimal vorbereitet sein wird. „Natürlich ist es immer eine gute Sache, wenn man im Wettkampf Erfahrung und Spielpraxis sammeln kann”, sagt er. „Aber ich mache das schon seit ein paar Jährchen. Es ist nicht so, dass ich was verlernt habe.”

Trainer Roberto Di Matteo ist überzeugt davon, dass Giefer ein guter Vertreter für Ralf Fährmann sein wird. „Er trainiert nach seiner Verletzung schon einige Zeit wieder mit der Mannschaft. Ich habe keine Bedenken, dass er in einer guten Verfassung ist und bin sicher, dass er seine Aufgaben meistern wird”, sagte der Cheftrainer.

Für Ajax Amsterdam war das Spiel gegen Schalke die Generalprobe für den Rückrundenstart. Entsprechend wenig ließ Trainer Frank de Boer rotieren. Im Gegensatz zu Roberto Di Matteo, der allen Spielern die Chance gab, sich zu zeigen. Fabian Giefer war im Stadion des Qatar SC der einzige Schalker, der 90 Minuten spielte.

Die Königsblauen begannen mit vier Nachwuchsspielern und waren in der ersten Halbzeit gleichwertig. Kevin-Prince Boateng, der halbrechts im Mittelfeld neben Tranquillo Barnetta spielte, war engagiert, manchmal etwas zu engagiert. Als der katarische Schiedsrichter kurz vor der Pause auf Foul von Boateng entschied, warf er den Ball in die Luft und köpfte ihn ins Aus. Die dickste Chance in Durchgang eins vergab Ajax-Stürmer Lasse Schöne, der den Ball knapp neben den Pfosten setzte. Nach dem Wechsel war Ajax besser, der 2:0-Sieg war verdient. Beim ersten Gegentor (64.) ließ Felipe Santana Torschütze Milik zu viel Platz. Der zweite Treffer fiel in der Nachspielzeit und ging auf die Kappe von U23-Kapitän Julian Wolff.

Klaas-Jan Huntelaar sagte nach dem Spiel: „Die Laufbereitschaft war gut, das Engagement auch. Ajax konnte nach dem Tor kontern und die Räume nutzen, die sie dann hatten.”