Für Thomas Falkowski ist der Trainerjob Neuland

Ein Team: Thomas Falkowski (vorne) und sein Co-Trainer Vehbija Hodcic.
Ein Team: Thomas Falkowski (vorne) und sein Co-Trainer Vehbija Hodcic.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Vom Abwehrchef zum Cheftrainer. Thomas Falkowski entschied sich vor der Saison, seine aktive Karriere zu beenden und wurde Trainer beim SC Hassel. Mit seinen 31 Jahren ist er der jüngste Trainer der Westfalenliga. Die Bilanz der Hinrunde: lehrreich und erfolgreich

Hassel.. Am Sonntag hat Westfalenligist SC Hassel die Vorbereitung auf die Rückrunde aufgenommen. Der Rückstand auf Spitzenreiter TSV Marl-Hüls beträgt vier Punkte. Der Aufstieg in die Oberliga ist noch drin. „Es ist zwar nicht unser erklärtes Ziel, aber ärgern würden wir uns über einen Aufstieg natürlich nicht“, sagt Trainer Thomas Falkowski. Mit seinen 31 Jahren ist der Trainer-Neuling der jüngste Trainer der Westfalenliga.

Der Wunsch, Trainer zu werden, reifte schon vor zwei Jahren. Zwölf Jahre hatte er die Knochen in den hohen Klassen des Amateurfußballs hingehalten. Das hat Spuren hinterlassen. Vor allem im Knie. Mit den Amateuren des VfL Bochum spielte Falkowski in der Regionalliga, in der Jugend kickte er viele Jahre in den höchsten Ligen. Der Sprung in den bezahlten Fußball: nicht unmöglich, aber letztlich unerfüllt.

Zurück zu den Wurzeln

Irgendwann, das hatte er den Verantwortlichen versprochen, wollte er zu dem Verein zurückkehren, bei dem er mit sechs Jahren das kleine Einmaleins des Fußballspielens erlernt hat: zum SC Hassel. Das tat Falkowski dann vor dreieinhalb Jahren, er wurde Mannschaftskapitän und vertrat Cheftrainer Michael Schrank, wenn es nötig war. 2012 nahm der gebürtige Gelsenkirchener bereits an einem Trainerlehrgang an der Sportschule Kaiserau teil, erwarb die C-Lizenz.

Der TSV Marl-Hüls fragte im Dezember 2013 an, ob sich Falkowski das Amt des spielenden Co-Trainers vorstellen kann. Er konnte, doch der SC Hassel blieb erster Ansprechpartner. Als Abteilungsleiter und Vereinsboss Bruno Piotrowski ihm vor ziemlich genau einem Jahr schließlich das Cheftrainer-Amt für die neue Saison anbot, erbat Falkowski zunächst eine zehntägige Bedenkzeit, sagte dann aber hochmotiviert zu.

„Ich habe zunächst ein Profil für diesen Job erstellt, Bedingung war zum Beispiel ein erfahrener Co-Trainer an meiner Seite“, erklärt Falkowski, der Vehbija Hodzic nach Hassel lotsen konnte. Beide kennen sich aus der gemeinsamen Zeit bei der Spvgg. Erkenschwick. „Ein Fachmann, zu dem ich großes Vertrauen habe“, erklärt Falkowski. Auch ein Teammanager war Voraussetzung für den Dienstantritt. Jörg Giller hat den Posten übernommen und leistet laut Falkowski einen super Job.

Für den neuen Cheftrainer stand ebenfalls fest, dass er einen Umbruch in der Mannschaft anstreben will, vorrangig mit jungen Spielern arbeiten möchte. Falkowski will seine Idee vom Fußball in Hassel etablieren. „Das Umschaltspiel gefiel mir beispielsweise nicht, also brauchte ich schnelle Spieler. Und ich wollte variabler sein als wir es waren.“

Härtefälle bei der Kaderplanung

Die Planungen für die neue Saison begannen also schon, als Falkowski noch Teil der Mannschaft war. Es habe Härtefälle gegeben, einige langjährige Mitspieler mussten den SC Hassel verlassen. Auf gute Bekanntschaften oder Freundschaften konnte er keine Rücksicht nehmen. „Mir ist es enorm wichtig, immer offen und ehrlich miteinander umzugehen“, sagt Falkowski.

Die Gespräche mit möglichen Zugängen: auch nicht immer einfach. „Einige wären gekommen, wenn wir ihnen eine Arbeitsstelle hätten vermitteln können. Aber der SC Hassel ist keine Arbeitsagentur. Und Geld gibt es woanders auch mehr“, sagt Falkowski. Mit der Zusammenstellung des Kaders ist er dennoch hochzufrieden. Leistungsträger wie Nikolaj Zugcic, Florian Fricke oder Cedric Drobe haben im Winter verlängert. Die Perspektive stimmt also.

Das Besondere am Trainerjob? „Du bist an 365 Tagen 24 Stunden lang Trainer. Als Spieler hast du auch Ruhepausen“, sagt Falkowski, dessen Respekt für seine ehemaligen Trainer noch größer geworden ist. Geprägt haben ihn vor allem Sascha Lewandowski, der vier Jahre sein Jugendtrainer beim VfL Bochum war. Und Manfred Wölpper, später bei den Amateuren des VfL.

Das prägendste Erlebnis der Hinrunde sei zweifelsohne das Spiel beim Kirchhörder SC gewesen. Hassel unterlag im September mit 2:3. Die magere Bilanz nach sechs Spielen: sechs Punkte, Rang zwölf. Die Erwartungen waren ganz andere. „Natürlich habe ich auch meine Arbeit hinterfragt. Aber wir haben die Ruhe bewahrt und weiter hart gearbeitet“, sagt Falkowski.

Es folgten: zehn Spiele und 25 Punkte.