Für Hassel beginnt ein neues Abenteuer

Hassels Trainer Thomas Falkowski.
Hassels Trainer Thomas Falkowski.
Foto: WAZ

Hassel..  Improvisation – das ist Motto von Thomas Falkowski in der Saisonvorbereitung, die am Sonntag beginnt. Um elf Uhr bittet der Trainer des SC Hassel seine Mannschaft zur ersten Trainingseinheit der Saison 2015/16. Treffpunkt ist am Stadion Lüttinghof. Und dann? „Ich weiß es noch nicht“, sagt Falkowski. Die Stadt Gelsenkirchen hat den Rasenplatz am Lüttinghof bis zum 16. August, also bis zum Saisonstart gesperrt. Und, bei allem Respekt für viele andere Gelsenkirchener Mannschaften, auf einer staubigen Asche trainiert kein Westfalenligist gerne. Ein Schicksal, das Westfalenliga-Aufsteiger YEG Hassel genauso hart trifft. Auch YEG ist bekanntlich am Lüttinghof zu Hause. Ein Freund von harten Konditionseinheiten im Wald ist Falkowski nicht. „Im Wald hat noch keiner eine Flanke geschlagen“, sagt er.

Der 32-Jährige hat bei der Erstellung des Vorbereitungsplans also darauf geachtet, möglichst viele Freundschaftsspiele bestreiten zu können. Mit Erfolg. In den ersten vier Wochen der Vorbereitung wird voraussichtlich mehr gespielt als trainiert.Gekickt wird natürlich auswärts. Resignation ist aber so gar nicht das Ding des jungen Hasseler Trainers, dessen Laune beim Blick auf den bislang 20 Mann starken Kader schon gleich viel besser wird.

Sechs neue Spieler werden am Sonntag zum Kader stoßen, darunter sind gleich drei, die von der DJK TuS Hordel nach Hassel kommen. Mittelfeldspieler Kevin Rudolph, sein Bruder Patrick Rudolph sowie Torjäger Dawid Ginczek, einer der besten Westfalenliga-Torjäger der vergangenen Jahre. Sowohl Ginczek auch die Rudolph-Brüder sollen das eine oder andere finanziell lukrativere Angebot ausgeschlagen haben, weil sie die Herausforderung beim SC Hassel reizt.

„Das sehen wir als Bestätigung unserer Arbeit, der Arbeit eines ganzen Teams“, sagt Falkowski, der sich über die Zusagen von Marco Lukas (TSV Marl-Hüls) oder Dominik Milaszewski (SV Schermbeck) nicht minder freut. Gespannt ist der Trainer auch auf die Entwicklung von Torwart Yasin Muslubas, den Falkowski mit der Beförderung aus der zweiten Mannschaft in den Westfalenliga-Kader belohnt hat. Die Nummer eins aber, das steht schon fest, wird Cedric Drobe bleiben. Außerdem sollen drei Spieler aus der A-Jugend die Vorbereitung in der 1. Mannschaft absolvieren.

Höhere Qualität im Team

Falkowski ist sicher, die Abgänge von sieben Spielern gut kompensiert zu haben, er ist sogar davon überzeugt, dass die Qualität in der Mannschaft noch höher geworden ist. Auch deshalb, weil gleich einige neue Spieler Flexibilität mitbringen. Sowohl Kevin als auch Patrick Rudolph sind im Mittelfeld vielseitig einsetzbar, Linksfuß Dominik Milaszewski, der mit Schermbeck in die Oberliga aufgestiegen ist, kann die ganze Seite beackern.

Von einem Saisonziel zu sprechen, hält Thomas Falkowski bei aller Vorfreude auf die neue Saison allerdings noch für vermessen. Nach der Hiobsbotschaft, die Auswärtsspiele künftig in der Westfalenliga 1, sprich im Münsterland und in Ostwestfalen bestreiten zu müssen, ist ebenfalls Improvisation gefragt. Das große Netzwerk, das sich Falkowski sowohl als Spieler und zuletzt als Trainer in der Westfalenliga 2 aufgebaut hat, ist vorerst nicht mehr viel wert. „Immerhin können wir uns mit YEG Hassel über unsere Gegner austauschen“, sagt Falkowski.

Aber sogar dem Staffelwechsel kann Falkowski etwas Positives abgewinnen. „Wir müssen in der nächsten Saison nicht mehr so oft Kunstrasen ran“, sagt er und lacht. Erstaunlich: In der vergangenen Saison verlor der SC Hassel sieben Spiele: sieben Mal auswärts, sieben Mal auf Kunstrasen.