FC Schalke 04 ist Kreispokalsieger

Schalkes Philipp Krabusch setzte mit seinem Treffer zum 34:30 den Schlusspunkt.
Schalkes Philipp Krabusch setzte mit seinem Treffer zum 34:30 den Schlusspunkt.

Gelsenkirchen..  Die Handballer des FC Schalke haben für ein versöhnliches Ende einer in der Landesliga enttäuschend verlaufenen Saison gesorgt. Die Königsblauen gewannen am Donnerstag das Endspiel des Kreispokals gegen den Verbandsligisten SV Westerholt mit 34:30 (17:12).

Um viertel vor Sieben hatte Ralf Anischewski sein komplettes Team auf dem Spielfeld. Nur einer fehlte: Frederic Hentschel. Anischewski hatte erst vor wenigen Minuten mit ihm telefoniert. Der Spieler steckte im Stau. „Sein Arbeitgeber hat ihn ausgerechnet heute nach Köln geschickt. Sein Arbeitgeber ist Hauptsponsor des SV Westerholt“, erklärte Schalkes Trainer kurz vor Spielbeginn mit einem Lachen auf den Lippen und einem Augenzwinkern.

Zu einer handfesten Verschwörungstheorie reichte das noch nicht, wohl aber zu einer kuriosen Randnotiz im Vorfeld des mit Spannung erwarteten Endspiels um den Kreispokal zwischen Schalke und Westerholt. Hentschel kam noch rechtzeitig. Er erreichte um 19.04 Uhr die Sporthalle, absolvierte das Aufwärmprogramm im Eiltempo und stand dann auch gleich in Schalkes Startformation. Über 200 Zuschauer waren in die Sporthalle am Schürenkamp gekommen, um das Finale zu sehen, das letzte Schalker Heimspiel der Saison und das letzte Spiel unter der sportlichen Leitung von Ralf Anischewski. Der scheidende Trainer wurde im Vorfeld der Partie ebenso feierlich verabschiedet, wie die Spieler Sam Singh-Toor, Raphael Anischewski und Uwe Möller, die den Verein zum Ende der Saison verlassen. Sie alle bekamen zum Abschied ein Schalke-Trikot.

Der Abend hatte auch sportlich einiges zu bieten. Eine Mannschaft, die nach der gescheiterten Meisterschaft in der Landesliga unbedingt noch einmal ihre Verbandsligatauglichkeit unter Beweis stellen wollte und ein Gegner, der sich als Favorit nicht die Butter vom Brot nehmen lassen wollte. Den ersten Treffer erzielte Westerholt, den besseren Start aber hatte Schalke. Die Königsblauen setzten sich über ein 3:1 (4.) auf 10:6 (19.) und 14:9 (25.) ab. Auch Dank Fabian Sinkovec, der zwischen den Schalker Pfosten eine tolle Leistung ablieferte. Schon in den ersten Spielminuten entschärfte der Torhüter vier hundertprozentige Torchancen der Gäste. Westerholt gelang dagegen wenig. Abgesehen von einem Kempa-Tor durch Fabian Hentschel, der das Westerholter Publikum in der 5. Spielminute kurz laut werden ließ. Schalke behauptete den Fünf-Tore-Vorsprung bis zur Halbzeit (17:12) und legte nach dem Seitenwechsel gleich durch Christopher Heming nach.

Die Konzentration des ersten Durchgangs konnte Schalke aber nicht mehr halten. Zwar gelang es der Mannschaft lange, den Vorsprung zu halten, doch in den letzten zehn Spielminuten drohte Westerholt doch noch mal gefährlich nahe zu kommen. Daniel Linke und Marcel Mackowiak sahen in kurzen Abständen Zwei-Minuten-Strafen, am Kreis häuften sich die Fehler. Westerholt bekam in der Schlussphase vier Siebenmeter zugesprochen, die Philipp Jacob traumhaft sicher verwandelte. So führte Schalke eine Minute vor Schluss nur noch mit 31:29. Für die Entscheidung sorgte schließlich ein Spieler, der beinahe zu spät gekommen war: Frederic Hentschel erzielte aus unmöglicher Lage das 32:29. Nils Beyer und Philipp Krabusch legten dann sogar noch einmal nach.