Fast wie ein Traum

Patrick Kroll und Viktoria Resse gewann in der Hinrunde alle Spiele, mit Ausnahme des Derbys gegen die SSV Buer, das 1:1 endete. Erst im ersten Spiel der Rückrunde musste sich Resse in Gemen geschlagen geben.
Patrick Kroll und Viktoria Resse gewann in der Hinrunde alle Spiele, mit Ausnahme des Derbys gegen die SSV Buer, das 1:1 endete. Erst im ersten Spiel der Rückrunde musste sich Resse in Gemen geschlagen geben.
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Was wir bereits wissen
Für Viktoria Resse stehen die Chancen auf den Aufstieg in die Landesliga so gut wie nie zuvor. Die Resser sind Tabellenführer der Bezirksliga 11 mit neun Punkten Vorsprung. Bisher nur eine Niederlage beim Tabellenzweiten Westfalia Gemen.

Resse..  Für Viktoria Resse lief das erste Halbjahr in der Staffel 11 der Fußball-Bezirksliga fast wie im Traum. Erst im letzten Spiel vor der Winterpause mussten die Schwarz-Gelben die erste Niederlage in dieser Saison hinnehmen. Sie verloren das Gipfeltreffen beim Tabellenzweiten Westfalia Gemen zum Auftakt der Rückrunde mit 0:1, wodurch sich der Vorsprung der Resser von zwölf auf neun Zähler verringerte. Das ist zwar noch längst kein Ruhekissen, aber auf jeden Fall eine gute Ausgangslage, um neun Jahre nach dem Aufstieg aus der Kreisliga A die nächste Erfolgsstufe zu erklimmen.

„Wir haben erst ein bisschen mehr als Halbzeit, es kann noch so viel passieren“, sagt Trainer Frank Conradi. „Man kann immer mal ein paar Punkte abgeben, aber natürlich wäre es eine Enttäuschung, wenn wir den Vorsprung noch verspielen sollten. Gut ist: Wir haben alles in der eigenen Hand.“ Ein Aufstieg in die Landesliga würde auch zeitlich gut passen zum 40. Geburtstag des Klubs, der schon längst aus dem Schatten des traditionsreichen VfL Resse 08 herausgetreten ist.

In der vergangenen Saison kam die Viktoria, damals noch in der Staffel 9 unter Trainer Norbert Sander, hinter dem BSV Schüren, als Tabellenzweiter ins Ziel. Frank Conradi hat die Arbeit seines Vorgängers fortgeführt und veredelt. Und auch der Staffelwechsel ist den Ressern gut bekommen. In der Hinrunde gewann die Viktoria mit einer Ausnahme alle Spiele. Nur im Derby gegen die SSV Buer musste sie sich mit einem Remis (1:1) begnügen.

„Ich bin rundum zufrieden“, sagt Frank Conradi, der besonders herausstellt, dass sein Team nicht nur erfolgreich, sondern auch diszipliniert agiert. Unter seiner Regie hat es noch keine Rote und noch keine Gelb-Rote Karte gegeben, lediglich zwei Sperren nach der jeweils fünften Gelben Karte für David Schulz und Dominik Hanemann.

Besonders stolz kann Frank Conradi auch darauf sein, dass sein Team in acht Spielen ohne Gegentor geblieben ist, also im Schnitt in jedem zweiten. Nur zweimal, bei den 3:2-Siegen in Deuten und gegen Reken, mussten die Resser häufiger als einmal den Ball aus dem eigenen Netz holen. Mit nur zehn Gegentoren stellen sie das defensivstärkste Team der Staffel 11.

Mit Mike Neumann, Dominik Hanemann, Niklas Mählmann, Seldin Malkoc und Kevin Schäfer schicken die Resser auch offensiv jede Menge Qualität ins Rennen. Allerdings: Richtige Tor-Feuerwerke haben sie noch nicht abgebrannt. Es gelang noch kein Sieg mit mehr als drei Toren Unterschied. Und nur bei den 4:1-Siegen bei SG Preußen Gladbeck und gegen SF Merfeld traf die Viktoria häufiger als dreimal ins gegnerische Schwarze. Wohlgemerkt: Das sind Ansätze von Kritik auf einem sehr hohen Niveau.

Dass der Vorsprung vor allem an den letzten Spieltagen der Hinrunde größer und größer geworden ist, lag nicht nur daran, dass die Resser mit großer Zuverlässigkeit ihre Aufgaben erfüllten, sondern auch an den Schwächephasen, die jeder potenzielle Verfolger irgendwann einlegt: Westfalia Gemen zu Beginn der Saison, SSV Buer irgendwann im Herbst und der SV Rot-Weiß Deuten zum Schluss. Frank Conradi hofft, dass sein Team auch an den restlichen 14 Spieltagen davon verschont bleibt. „Wir wollen rauf“, macht er unmissverständlich deutlich. „Das ist unser großes Ziel.“