Fans diskutieren nach dem Training mit den Spielern

Gelsenkirchen..  Beim Training am Dienstag ist richtig was los. Über 100 Fans sind gekommen, sie müssen sich aber gedulden und warten vor dem alten Parkstadion. Auch der Wachdienst wartet – auf den Bescheid, ob Fans bei der Einheit überhaupt zugelassen sind. Zehn Minuten später ist klar: sie sind es.

Abseits des abgesperrten Bereichs, aus dem die Fans das Training beobachten können, tauchen plötzlich vier Männer auf, sie stehen da, wo sich bis 2001 im Parkstadion Haupttribüne und Nordkurve fast berührten, und heute nur noch hohe Berge aus Sand sind. Auch der Wachdienst ist überrascht und eilt herbei. Kein Grund zur Sorge, die Männer folgen der Anweisung der Ordner und begeben sich hinter die Absperrung. Dennoch: Die Stimmung an diesem Dienstagmorgen ist auf Schalke irgendwie anders als sonst. Deutlich unfreundlicher.

Es ist die erste Trainingseinheit ohne die freigestellten Kevin-Prince Boateng und Sidney Sam. Die Mitarbeiter des Fanshops haben auf die Maßnahme von Manager Horst Heldt noch nicht reagiert. Im Obergeschoss hängen die Trikots von Boateng und Sam noch an der Wand. Die freundliche Dame, die die Beflockungsmaschine bedient, erklärt auf Nachfrage: „Kein Problem. Boateng oder Sam, geht noch. Kann ich ihnen flocken.“ Zum Normalpreis, versteht sich.

Die Freistellung von Boateng und Sam – das ist auch das große Thema bei den Trainingsgästen. Viele finden es richtig, dass Manager Heldt durchgegriffen hat. Viel Kredit scheint aber auch der Manager nicht mehr zu haben. Der Trainer wird ebenfalls angezählt. Während Roberto Di Matteo Spielformen trainieren lässt, diskutieren die Fans schon über mögliche Nachfolger.

Auch „Trompeten-Willy“ ist gekommen, der Mann, der in der Schalker Nordkurve zur Attacke bläst, gibt „Sky“ ein Interview. Zum Rausschmiss von Boateng und Sam sagt er: „Acht bis zehn Wochen zu spät“, und liefert gleich die Begründung: „Wenn et im Keller schon brennt, dann muss ich dat Haus auch nicht mehr wegen Brandschutz versichern.“

Nach dem Training gehen die meisten Spieler schnurstracks in Richtung Kabine. Benedikt Höwedes, Julian Draxler, auch Max Meyer stellen sich den Fans. Genauso wie Tranquillo Barnetta und Ralf Fährmann. Die vier Männer haben das Vereinsgelände da schon verlassen.