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Erst die Arbeit – dann der Sieg für Schalke

14.02.2010 | 22:09 Uhr
Erst die Arbeit – dann der Sieg für Schalke

Gelsenkirchen.Für ehrliche Arbeit muss sich niemand schämen, folglich fällt der verdiente 2:0 (1:0)-Sieg des FC Schalke 04 am Karnevalssonntag gegen den 1. FC Köln durchaus unter die Rubrik „vorzeigenswert“.

Und ein wichtiger zugleich: Nach der Dortmunder Niederlage ist der Vorsprung vor einem nicht-internationalen Rang auf neun Punkte ausgebaut worden, da fiel es Trainer Felix Magath leicht, der Mannschaft Rosenmontag und Veilchendienstag trainingsfrei zu geben. Sprach’s aus und wurde anschließend, stürmisch begrüßt von seiner Frau und den drei Kindern, zum Kurzurlaub abgeholt.

„Hier wird kein Rasenschach geboten“

Bis dahin musste allerdings noch einmal eine 90minütige Schicht der härteren Art eingefahren werden. „Hier wird kein Rasenschach geboten, wir müssen immer hart für unseren Erfolg arbeiten“, meinte Magath hinterher fast entschuldigend, ohne zu vergessen, sich bei den Treuen zu bedanken: „Ein Lob an die Fans, die hinter uns gestanden haben und nicht ungeduldig wurden.“ Denn gegen defensivstarke Kölner, denen von Anpfiff an das 0:0 gut zu Gesicht gestanden hätte, wäre es beinahe torlos auch in die Pause gegangen, wenn nicht Joel Matip mit dem Halbzeitpfiff in einen effetvollen Freistoß des starken Lukas Schmitz gehechtet wäre und das Leder scharf unter die Unterkante der Latte zum 1:0 versenkt hätte.

BLukas Schmitz gegen Zoran Tosic.

Eine Standardsituation, die durchaus einstudiert war, wie der Freistoßschütze berichten konnte: „Natürlich wird im Training abgesprochen, wer bei solchen Aktionen wohin läuft. Und Joel als guter Kopfball-Spieler ist immer ein Kandidat dafür“, meinte Schmitz über den noch jüngeren Matip, allmählich der Mann der wichtigen Tore. Schon sein 1:1 in München war ja einiges wert.

Danach lief es in der zweiten Halbzeit natürlich um einiges leichter, die Gäste um den wieder einmal enttäuschenden Lukas Podolski wurden gezwungenermaßen etwas offensiver, sodass sich im Schalker Angriff doch mehr Freiräume ergaben. Der für den entkräfteten Vicente Sanchez eingewechselte Alexander Baumjohann hatte noch ein paar sehenswerte Anspiele in die Spitze, doch dauerte es bis zur 81. Minute, ehe die letzten Pessimisten auch noch beruhigt wurden: Kevin Kuranyi, diesmal als Vorbereiter, hatte auf dem rechten Flügel entschlossen Kölns Kapitän Youssef Mohamad wie Schnee an der Hacke abgeschüttelt, und bei seiner Hereingabe brauchte Jefferson Farfan nur noch den Fuß hinzuhalten. Zwar riss damit die Torserie Kuranyis, aber damit konnte der anscheinend gut leben: „Heute haben wir als Mannschaft gut gearbeitet. Andere haben die Tore gemacht, aber wir sind ein Team, da freue ich mich auch für die anderen.“ Vielleicht war der Torjäger auch so entspannt, weil ihm der Trainer für diese Vorarbeit diesmal das Prädikat „Weltklasse“ verliehen hatte. Nachdem Magath seine vorangegangene Torflut eher lapidar zur Kenntnis genommen hatte, erstaunte das Sonderlob umso mehr. Nicht aber den Gelobten: „Der Trainer weiß genau, wie er mit mir umgehen muss. Und ich versuche immer auf dem Boden zu bleiben. Natürlich freue ich mich aber, wenn ein Lob kommt.“

Dann hätten wir noch das von Manuel Neuer: „Wir stehen hinten ganz gut und vorne macht Kevin sein Tor oder er bereitet eins vor, so ist er in absoluter WM-Form.“

Ralf Wilhelm

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