Erle 19 hat im Derby gegen Eintracht Erle den längeren Atem

Gerangel: Eintrachts Sven Bödiger (links) gegen Murat Neziraj.
Gerangel: Eintrachts Sven Bödiger (links) gegen Murat Neziraj.
Foto: Funke Foto Services

Erle..  Derby am Ostermontag. Zwar hätten die Ausgangssituationen der beiden A-Kreisligisten Eintracht Erle und der Spvgg. Erle 19 nicht anders sein können, die besondere Brisanz war jedoch vom Anpfiff weg zu spüren. Der Widerstand des Außenseiters Eintracht Erle hielt aber nur eine Halbzeit an, so dass Erle 19 die drei Punkte mit einem 5:2-Auswärtserfolg einfuhr und den zweiten Tabellenplatz verteidigte.

Leidenschaft und Kampf. Das sind für Eintracht-Trainer Ludwik Harelik die beiden wichtigsten Attribute zu einem Erfolg im Derby. „Die zweite Hälfte hatte mit Kampf und Leidenschaft nichts zu tun“, schimpfte Harelik nach dem Abpfiff. Denn schon in den ersten Minuten der Partie wirkte seine Mannschaft zu nachlässig in den Zweikämpfen und ließ dem Gast zu viel Platz für Kombinationen in der eigenen Hälfte.

Zum tragischen Helden wurde Eintracht-Torhüter Christian Bosnjak schon in der Frühphase der Partie. Nach mehreren Glanzparaden zog der Routinier sich eine Leistenverletzung zu, musste unter Schmerzen aber noch zwei Mal sein ganzes Können zeigen und hielt seinen Kasten bis zu seiner Auswechselung nach knapp 15 Minuten sauber.

Ohne ihren Rückhalt im Tor suchte Eintracht das Glück in der Offensive und kam über eine Kombination auf dem rechten Flügel das erste Mal gefährlich in den Gäste-Strafraum, der bis dahin sicher bewacht wurde. Die flache Hereingabe fand zwar keinen Eintracht-Spieler in Schwarz, dafür aber Sebastian Keißnar von Erle 19, der die harte Flanke aus zwei Metern nicht mehr klären konnte und den Ball im eigenen Tor unterbrachte. Die Zuschauer staunten nicht schlecht, als die Gastgeber mit dem ersten Angriff direkt die Führung nach 20 Minuten erzielten.

Lange ließ die Spvgg. Erle 19 jedoch nicht mit einer Antwort auf sich warten. Im direkten Gegenzug war die Freude auf den Rängen schon wieder gedämpft. Mirco Buczkowski wurde wieder mit einem genauen Pass im Strafraum frei gespielt und behielt nach 22 Minuten die Nerven und überwand den neuen Keeper Henning Wagner im Eintracht Tor mit einem Schuss in die rechte Ecke. Plötzlich ging alles Schlag auf Schlag. Der nächste Angriff der Gastgeber sorgte direkt wieder für Gefahr. Und wieder war die Spvgg nicht unbeteiligt. Einen direkten Freistoß von Daniel Broschk fälschte die Gäste-Mauer unhaltbar für Torwart Chris Maciejewski ins eigene Tor ab. Die zweite Führung für Eintracht Erle.

Doch ab dann spielte nur noch eine Mannschaft. Mit Wut im Bauch stürmte Erle 19 noch vor der Pause immer wieder an und wurde belohnt. Mit seinem zweiten Treffer, diesmal aus der Distanz, sorgte Mirco Buczkowski wieder für den Ausgleich, ehe der Kapitän Marc-Andre Schüßler mit einem platzierten Kopfball zur Führung vor der Pause nachlegte.

Auch nach der Pause spielte nur noch eine Mannschaft. Bei der Eintracht machte sich Unsicherheit breit, die vom Tabellenzweiten direkt bestraft wurde. Oliver Jakubek wusste sich in der 60. dann gegen Martin Masnitza nur noch per Notbremse zu helfen, musste früher duschen gehen und ließ Marc-Andre Schüßler per Elfmeter den Sack zumachen. Zehn kämpfende Eintracht-Spieler wehrten sich zwar weiterhin gegen die Niederlage, den Konter von Murat Neziraj knapp fünf Minuten vor Spielende konnte aber keiner der aufgerückten Gastgeber mehr verhindern, so dass der Eingewechselte sicher zum 5:2 Endstand verwandelte. „Das Pressing hat unserer Dreierkette in den ersten Minuten zu schaffen gemacht“, bilanziert Erle-19-Trainer Rainer Sowa, „Wir haben uns aber darauf eingestellt und aufgrund der zweiten Halbzeit verdient gewonnen.“