Endrunde: Erler SV 08 als Kontrast zum SC Hassel und zur SSV Buer
08.01.2012 | 18:11 Uhr 2012-01-08T18:11:00+0100
Schalke. Die Erler überraschen bei der Stadtmeisterschaft. Die beiden Landesligisten scheitern hingegen vorzeitig in der Gruppenphase
Begeisternde Spiele, tolle Stimmung auf den Rängen – das waren die diesjährigen Stadtmeisterschaften im Hallenfußball. Das hätten wir an dieser Stelle gerne geschrieben, können es aber nicht, weil es schlicht und einfach nicht der Wahrheit entsprechen würde. Stattdessen: Die Endrunde am Samstag war ein Abklatsch der fünf Vorrunden-Tage auf einem etwas höheren Niveau. Aber unter dem Strich bleibt die Feststellung, dass sich der Amateurfußball in Gelsenkirchen nicht nur auf dem absteigenden Ast befindet, sondern sich ganz gefährlich dem Boden nähert.
Womit nicht der Erfolg des Bezirksligisten Horst 08 geschmälert werden soll. Und auch nicht der forsche Aufritt des Erler SV 08, der als bester Klub aus der Kreisliga A erst im Endspiel aufzuhalten war. Aber es gibt andere Vereine, die diese Titelkämpfe schon längst nicht mehr ernst nehmen. Zum Beispiel der SC Hassel, der mit nur neun Spielern zur Schürenkamp-Halle angereist war und dabei auch Sascha Franz, den Sohn des Betreuers Norbert Franz, aufbot – einen Spieler, der etatmäßig nicht zum Kader der Grün-Weißen gehört. Die Konsequenz: Mit nur einem Sieg aus vier Spielen musste der SC Hassel, wenn auch ungeschlagen, bereits nach der Gruppenphase die Segel streichen. Der Kommentar von Trainer Michael Schrank: „Wer dreimal Unentschieden spielt, hat es auch nicht verdient, weiterzukommen. Wichtig war für uns, dass sich keiner verletzt hat.“
Die Landeligisten enttäuschen
Die SSV Buer, der andere Landesligist im Zehner-Feld, wurde seiner Rolle als Mitfavorit ebenfalls nicht gerecht. Nach zwei Niederlagen zum Auftakt war die Messe für die Rothosen frühzeitig gelesen. „Ich weiß nicht, womit ich es verdient habe, das zu sehen, was ich heute gesehen habe“, meinte Trainer Tim Engler. Sein Zusatz entlarvte den Charakter seiner auch in der Meisterschaftsrunde enttäuschenden Mannschaft: „Viktoria Resse und SSV/FCA Rotthausen sind in unserer Gruppe verdient weitergekommen. Ihnen merkte man den Siegeswillen an. Uns nicht.“
Ohne die beiden Landesligisten war der Weg frei für die Bezirks- und Kreisligisten. „Überraschungen sind immer gut für eine Stadtmeisterschaft“, meinte Turnierleiter Peter Besan. Der Vorsitzende des Erler SV 08 durfte sich in der Folgezeit ganz besonders über die Darbietungen seines eigenen Vereins freuen.
Die Erler erreichten als ungeschlagener Gruppensieger das Halbfinale, in dem sie sich nach Neunmeterschießen mit 5:3 gegen SSV/FCA Rotthausen durchsetzten. Überragend: Der reaktivierte Torhüter Dominik Matuschak, der die Neunmeter von Daniel Stankowiak und Bünyamin Karagülmez parierte. In der regulären Spielzeit hatten Bünyamin Karagülmez für Rotthausen und Stephan Wegner für den ESV 08 getroffen.
Im anderen Halbfinale standen sich fast schon traditionsgemäß die beiden Hallenrivalen Horst 08 und Viktoria Resse gegenüber. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren hatten diesmal die Horster mit 2:1 das bessere Ende für sich. Patrick Kroll und Serkan Köse legten ein 2:0 für die Null-Achter vor. Seldin Malkoc konnte für den Titelträger der Jahre 2010 und 2011 nur noch verkürzen. „Unser Ziel war das Halbfinale. Das haben wir erreicht“, teilte Peter Colmsee, der Sportliche Leiter der Resser, mit. „Natürlich wären wir nach vier Siegen in den vier Gruppenspielen gerne erneut ins Finale eingezogen, aber die Leistung unserer Mannschaft war auch gegen Horst 08 absolut in Ordnung.“
700 Euro Prämie für den Stadtmeister
Im Finale gab es das 08-Duell: Horst gegen Erle. Die Erler hatten in der Gruppenphase 2:1 gewonnen, aber im Finale fehlte die Kraft. Der Bezirksligist aus Horst zeigte seine individuelle und spielerische Klasse, siegte 4:0. Serkan Köse und Tobias Rimböck trafen doppelt. „Nach einem verlorenen Endspiel ist man immer enttäuscht“, meinte Erles Coach Dragi Djurdjevic. „Aber die Jungs können stolz sein.“
Die Horster durften den Pokal stemmen und sich über eine Prämie von 700 Euro freuen. Den Erlern blieb der halbe Betrag. Die Halbfinalisten erhielten 175 Euro, die sechs anderen Endrunden-Teilnehmer jeweils 50 Euro.
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