Elfjähriger überrascht die Skater-Elite

Eine fachkundige Jury bewertete die Leistungen der Skater in der Emscher-Lippe-Halle.
Eine fachkundige Jury bewertete die Leistungen der Skater in der Emscher-Lippe-Halle.
Foto: Heinrich Jung

Gelsenkirchen.. In den Skateparks in Gelsenkirchen und Umgebung war am Samstag, trotz besten Wetters wahrscheinlich nur wenig los. Schließlich verwandelte sich die Emscher-Lippe-Halle am Wochenende im Rahmen der Ruhr Games zu einem einzigen großen Skaterpark. Als zweiter von fünf Standorten des COS-Cups wurde Gelsenkirchen zum Gastgeber der offiziellen Deutschen Skateboardmeisterschaft und bot perfekte Bedingungen für die Deutsche Skateboard-Elite auf dem Weg zum Finale im Europapark Rust.

Sieben verschiedene Elemente standen den Skateboard-Profis zur Verfügung, um in einem einminütigen Durchgang ihre besten Tricks auf ihrem Skateboard zu zeigen. Schon in den ersten Durchgängen staunten die Zuschauer, die größtenteils selber mit einem Skateboard unter dem Arm in die Emscher-Lippe-Halle gekommen waren, über die Vielseitigkeit, die die Profis in ihre Aktionen legten. Einer stahl aber schon bei seinem ersten Lauf allen die Show und sollte von da an zum Publikums-Liebling aufsteigen. Der elfjährige Mika Möller hat schon seine eigenen Sponsoren und zeigte seiner mindestens zehn Jahre älteren Konkurrenz kurzerhand, dass er nicht zum Spaß die Reise aus Osnabrück nach Gelsenkirchen angetreten hatte. Fast jeden Kickflip über verschiedenste Hindernisse oder Rampen stand der Nachwuchs-Skater und bekam für seine Aktionen die Anerkennung der Zuschauer. Auch, weil er sich bei schwierigen Grinds über Geländer gerne mal das Gesäß zur Hilfe nahm, um seinen Trick zu stehen. Da staunte auch der amtierende Deutsche Meister Alex Mizurov nicht schlecht: „Er steht völlig zurecht im Halbfinale. Mit elf Jahren springt er quasi über seine eigene Körpergröße drüber.“ Als Möller einen Sprung von dem obersten Punkt einer Rampe auf den Boden der Emscher-Lippe-Halle probiert hatte und beim zweiten Versuch nicht von seinem Board fiel, war auch für die fünfköpfigen Jury der Halbfinaleinzug besiegelt.

Mit einem perfekten Lauf machte der Ire Joe Hill hingegen dem amtierenden Meister Alex Mizurov ordentlich Konkurrenz. Vor dem Halbfinale war der Wahl-Hamburger vor dem Titelverteidiger auf dem ersten Platz gelistet und durfte sich Hoffnungen auf die 1200 Euro Preisgeld und die 1000 Punkte für für den Sieg auf dem Weg ins Finale im Europapark machen. Die Antwort von Mizurov, der zuvor seinen letzten Trick aufgrund eines Sturzes nicht zeigen konnte, folgte jedoch gleich im Halbfinale. Als er seine komplette Konkurrenz hinter sich ließ uns seinen Lauf mit einem Trick über einen Hydrant krönte. Diesen Platz ließ Mizurov sich auch im Finale nicht mehr nehmen. Zu viele kleine Fehler machten seine Konkurrenten um Joe Hill im letzten Durchgang, in dem alle sechs Finalisten gleichzeitig auf dem Parcours unterwegs waren. Nicht mit im Finale dabei war Mika Möller. Eine Platzierung hat dem elfjährigen zum Finaleinzug gefehlt. Über die 600 Punkte für die Gesamtwertung freute sich das Talent im Skateboarding aber umso mehr.