Eintracht mit guter Ausgangslage

Eine Fußspitze zu spät: Eintracht Erles Sven Bödiger kommt in diesem Zweikampf nicht mehr an den Ball. Beim 6:0 Erfolg seiner Mannschaft sollte diese Aktion aber eher Ausnahme als Regel bleiben.
Eine Fußspitze zu spät: Eintracht Erles Sven Bödiger kommt in diesem Zweikampf nicht mehr an den Ball. Beim 6:0 Erfolg seiner Mannschaft sollte diese Aktion aber eher Ausnahme als Regel bleiben.
Foto: Funke Foto Services

Erle..  „Das tut mir für meinen Sohn natürlich Leid“, sagte Ludwig Harelik, Trainer von Eintracht Erle, nach dem 6:0-Sieg seiner Mannschaft gegen den FC Gladbeck. Durch diesen Sieg überholte sein Team Beckhausen 05, das nun anstelle der Eintracht auf dem Relegationsplatz steht. Bei Beckhausen spielt Tobias Harelik, der jüngere Sohn von Ludwig Harelik. Doch wichtiger als der Klassenerhalt seines Sohnes mit Beckhausen ist ihm der Verbleib seiner Eintracht in der Kreisliga A.

Die Fronten waren vor dem Spiel klar. Sowohl der Tabellenletzte aus Gladbeck, als auch die punktgleichen Erler mussten gewinnen, um sich im Kampf gegen den Abstieg eine gute Ausgangslage für den letzten Spieltag zu verschaffen. Die Wichtigkeit des Spiels war allen bewusst und schon nach drei Minuten lag der Ball im Tor der Gäste. Christian Kottkamp musste nach einem schönen Doppelpass mit Daniel Broschk den Ball nur noch einschieben (3.). Nur zehn Minuten später hatte Gladbeck jedoch die große Chance auf den Ausgleich. Umut Balci hatte drei Erler ausgespielt und konnte vom Vierten nur mit einem Foul gestoppt werden. Zum fälligen Elfmeter trat Dennis Blasey an, schoss jedoch links am Tor vorbei (13.). Trotz dieser vergebenen Chance war Gladbeck nun die bessere Mannschaft, vor allem Standardsituationen sorgten immer wieder für Gefahr.

Doch die Tore fielen auf der anderen Seite. Erles Torschütze Christian Kottkamp nahm sich Rechtsverteidiger Christopher Estrada zur Brust: „Den Achter musst du stoppen“. Gesagt, getan. Estrada fing keine Minute später einen Pass auf Umut Balci, den besagten Achter, ab und leitete den Konter ein. An dessen Ende bekam Christian Kottkamp den Ball und schoss diesen von der Strafraumgrenze aus ins Tor. (26.).

Eintracht Erle drehte nun auf. Nur zwei Minuten später fiel das 3:0. Nach einem Konter schob Sven Bödiger den Ball über die Linie (28.) und auch das 4:0 ließ nur zwei Minuten auf sich warten. Diesmal legte Sven Bödiger den Ball quer, Sebastian Engel versenkte ihn (30.). Noch vor der Pause setzte die Eintracht noch einen drauf. Wieder stand Sven Bödiger nach einem Konter frei vor dem Tor der Gäste, diesmal lupfte er den Ball über den Gästekeeper ins Tor (40.).

Das Spiel war somit zur Halbzeitpause schon entschieden, dementsprechend agierten beide Teams auch in der zweiten Hälfte. „Ich hab den Jungs gesagt, sie sollen jetzt ruhig spielen, sie haben aber etwas zu ruhig gespielt“, kritisierte Ludwig Harelik. Die zweite Halbzeit war dementsprechend zerfahren, weil der Ball sich oft im Mittelfeld aufhielt. Den Schlusspunkt der Partie setzte Matthias Wogersien, der einen Elfmeter eiskalt versenkte (84.). Die Reaktionen der Spieler nach diesem Treffer waren sinnbildlich für die zweite Hälfte. Kein Erler schien sich so richtig zu freuen, auch bei den Gegenspielern aus Gladbeck war kein großer Ärger zu erkennen.

Deren Trainer Tolga Öztürk konnte das verstehen: „In der zweiten Halbzeit war die Moral weg“. Für sein Team sieht er trotz der Niederlage noch Chancen im Kampf gegen den Abstieg: „Im Fußball ist alles möglich“. Sein Gegenüber Ludwig Harelik hat nach dem Sieg weitaus weniger Sorgen: „Wir haben Beckhausen jetzt überholt. Ich denke, unsere Chancen sind jetzt sehr gut“. Nicht mehr so gut sind die Chancen dagegen für seinen Sohn. Tobias Harelik muss mit Beckhausen noch zittern.