Einige Talente wird man bald auch in großen Stadien sehen

Am vergangenen Wochenende fand der 25. JuniorCup statt, ein U19 Hallenfußballturnier in Sindelfingen. In den beiden letzten Jahren hatte Schalkes Team gewinnen können. Auf Einladung des Veranstalters war ich diesmal vor Ort. Dass es daran, also an mir lag, dass die U19 der Blauen die Serie nicht ausbauen konnte, im Halbfinale verlor und diesmal „nur“ Dritter wurde, glaube ich aber nicht. Am Ende gewann Manchester United.

Eine Familienveranstaltung: Das war der Eindruck, den man im Glaspalast zu Sindelfingen schnell bekam. Eine gelassene Atmosphäre, ein Publikum, das sich von Talenten unterhalten lassen wollte. Durchaus dazu passend war ein voller Block Schalke-Fans, welche am ersten Tag für Stimmung sorgten. Schade, dass diese Unterstützung am zweiten Turniertag fehlte. Der Sonntag war der Tag der Schalker Spielerempfänge, die S04-Profis besuchten Fanclubs. Max Meyer war nur eine halbe Autostunde entfernt, in der Nähe Plochingens, dort waren an diesem Tag auch die Fans. Das zusammenzubringen und Max Meyer mit den Fans die Mannschaft Norbert Elgerts unterstützen zu lassen, darauf ist zuvor leider niemand gekommen.

Der Rahmen war dennoch passend und die zumeist 17 oder 18-jährigen Kicker standen Senior-Profis weder bezüglich des Spiels, noch des Aussehens nach. Vorwiegend Modellathleten trugen dort die berühmten Trikots von United, Celtic oder eben Schalke. Die Dynamik und die „Coolness“ ließ erahnen, dass einige dieser Spieler zukünftig in großen Stadien zu sehen sein werden. An- und Ausblick für die Zuschauer also, aber hat solch ein Hallenturnier für die Kicker selbst auch einen sportlichen Wert? Ja, sagt Schalkes Trainer Norbert Elgert. Das Spiel auf dem kleinen Feld sei ein Ausschnitt des Ganzen und ähnlich einer ehedem häufig verwendeten Trainingsform. Außerdem gehe es bei der Arbeit mit einer U19-Mannschaft vor allem darum, die Spieler auf das Profi-Geschäft vorzubereiten. Bei diesem Turnier spiele man vor vollen Rängen und vor TV-Kameras, etwas das die dort antretenden Spieler bislang eben noch keineswegs gewohnt seien.

Trotz der Siege in den vergangenen Jahren sah Norbert Elgert sein Team diesmal nicht in der Favoritenrolle. Ohne die zu den Profis abgestellten Spieler wie Leroy Sané oder Maurice Multhaupt bliebe seiner Mannschaft vor allem eine gute Defensive, an offensivem Tempo und Durchschlagskraft würde es etwas fehlen. Damit behielt er Recht. In den ersten beiden Spielen setzte sich Schalke mit dieser guten Defensive durch. Als man aber gegen Manchester United oder später im Halbfinale gegen den VfB Stuttgart zurücklag, gelang es kaum noch, gute Chancen zu erspielen.

In einem ausgeglichenen Turnier hatten bis auf Celtic alle Teams lange die Chance auf den Gesamtsieg. Dabei agierten zunächst Hoffenheim und Gladbach wie Favoriten, die Teams aus Manchester und Stuttgart eher schwach. Am Ende war’s umgekehrt und der VfB stand gegen United im Finale. Dass dabei ausgerechnet ein englischer Torhüter seiner Mannschaft den Sieg bescherte, war die letzte nette Anekdote dieser zwei Tage.