Eine Bühne für die besten Sportler der Stadt Gelsenkirchen

Die Sieger und Gastgeber auf einen Blick: Oliver Ruhnert, Hubert Hermeler, Felix Platte, Gelsensport-Präsident Jürgen Deimel, Norbert Elgert, Maurice Neubauer, Michael Meik, Ursula Westphal und Oberbürgermeister Frank Baranowski.
Die Sieger und Gastgeber auf einen Blick: Oliver Ruhnert, Hubert Hermeler, Felix Platte, Gelsensport-Präsident Jürgen Deimel, Norbert Elgert, Maurice Neubauer, Michael Meik, Ursula Westphal und Oberbürgermeister Frank Baranowski.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Gelsensport und die Stadt Gelsenkirchen ehren die Sportler des Jahres im Hans-Sachs-Haus.Drei Sieger können nicht persönlich erscheinen. Dennoch ist dieser Abend ein glanzvoller

Gelsenkirchen..  Der Bürgersaal im Hans-Sachs-Haus war schön hergerichtet – der richtige Rahmen, um Gelsenkirchens Sportler des Jahres zu ehren. „Das Hans-Sachs-Haus ist ein Haus der Begegnung und daher der passende Ort, um hervorragende Leistungen von Sportlern zu feiern“, erklärte Frank Baranowski. Der Oberbürgermeister war neben Jürgen Deimel, dem Gelsensport-Präsidenten, Gastgeber dieser Feierlichkeit.

Baranowski hob die Maxime Oliver Kahns – „weiter, immer weiter“ – in seine Begrüßungsrede hervor, wohlwissend, dass der ehemalige Nationalkeeper diese Worte 2001 in die Kameras schrie. An jenem Tag im Mai, als Kahn und der FC Bayern München den Schalkern in wirklich allerletzte Sekunde die Meisterschale klauten. „Aber sie ist ja deshalb nicht falsch“, bemerkte der Oberbürgermeister. Richtig. Denn: Weiter, immer weiter – das sei ja nicht allein Kahns Leitspruch, sondern einer des Leistungssports.

Und diesen Leistungssport gibt es in einer Stadt wie Gelsenkirchen nicht allein am Ernst-Kuzorra-Weg auf Schalke. Den gibt es von Hassel bis Rotthausen. In den allermeisten Fällen aber nicht mit so viel Applaus wie eben auf Schalke.

Es war ein schönes Bild, als der Oberbürgermeister zunächst das Sportjahr des Schalker Mannschaftskapitäns Benedikt Höwedes Revue passieren ließ. Vor allem den Juni und Juli, an dessen Ende der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft stand. Höwedes, der bei allen WM-Spielen der deutschen Nationalmannschaft über die volle Spielzeit zum Einsatz kam, wurde als Gelsenkirchens Profisportler des Jahres ausgezeichnet.

Und dann gratulierte Baranowski Michael Meik, dem Amateursportler des Jahres. Der Schwerter ist Rettungsschwimmer. Ja, auch das ist ein Sport. Und Michael Meik hat noch viel mehr Weltmeistertitel als Benedikt Höwedes errungen – nämlich drei an der Zahl. Die Freude über die Auszeichnung war dem Weltrekordhalter, der für die DLRG Gelsenkirchen-Mitte startet, deutlich anzumerken. Auf die Frage des Moderators Martin Wilger, was er anders machen würde, als seine Konkurrenten, antwortet Michael Meik kurz und knapp, aber sehr treffend: „schneller schwimmen.“

Judith Hermeler lässt sich vertreten

Judith Hermeler, die ihren Titel als Sportlerin des Jahres verteidigte, setzte die Maxime, die Baranowski so hervorgehoben hatte, gleich in die Tat um: „weiter, immer weiter.“ Denn die Schwimmerin hatte sich einen Tag vor der Sportlerehrung für ein Trainingslager auf den Weg nach Belek gemacht. Den Pokal, die Urkunde und die Blumen nahm ihr Vater entgegen. Er betonte, wie stolz er auf seine Tochter sei. „Vor allem, weil sie ihre sportlichen Erfolge als Schwimmerin während ihrer Schulzeit und ihres Studiums gefeiert hat.“ Hubert Hermeler versprach, die besten Grüße zu bestellen.

Auch Benedikt Höwedes hatte einen Stellvertreter gebeten, seinen Preis in Empfang zu nehmen. Schließlich war der 27-Jährige mit der Nationalmannschaft unterwegs. Und wer könnte sich dazu besser eignen als sein Lehrmeister Norbert Elgert. Der langjährige Trainer der Schalker U19 verriet, dass er noch vor ein paar Tagen mit Höwedes gesprochen habe. Elgert nannte seinen ehemaligen Schüler, mit dem er 2006 Deutscher A-Jugend-Meister wurde „ein echtes Vorbild für die gesamte Jugend“. Und Elgert erzählte auch noch, dass er Benni gleich nach dem Endspiel-Sieg bei der WM gegen Argentinien eine Glückwunsch-SMS geschrieben hatte. „Man kann sich vorstellen, was da los war in Brasilien, was Benni alles zu tun hatte“, sagt Elgert. „Doch eine halbe Stunde später hatte ich eine Antwort: ‘Danke Coach’“.

Norbert Elgert blieb gleich auf der Bühne stehen. Denn als Trainer ist der 58-Jährige ein ganz wesentlicher Bestandteil der Mannschaft des Jahres 2014: der U19 des FC Schalke 04. Sie hatte den Westfalenpokal gewonnen, es ins DFB-Pokalendspiel geschafft, in die Endrunde der Youth League und als Westdeutscher Meister ins Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft. Stürmer Felix Platte und Verteidiger Maurice Neubauer hatten Elgert zur Gala begleitet, auch Knappenschmiede-Direktor Oliver Ruhnert war dabei.

Ruhnert hob hervor, dass Elgert seine Spieler nicht nur sportlich auf den richtigen Weg bringt. Der Chef der Knappenschmiede stellte stolz fest: „Wir haben den besten A-Jugend-Trainer.“ Ruhnert erklärte zudem: „Wir freuen uns, wenn die Jungs es schaffen, in die Arena zu kommen. Das ist unser großes Ziel. Wir freuen uns aber genauso, wenn sie es schaffen, dass sie auch nach ihrer Zeit auf Schalke weiterhin Leistungssport betreiben können.“ Viel Applaus für Oliver Ruhnert und die Knappenschmiede.

Christel Lindner fehlt erkrankt

Die letzte Ehrung des Abends, die der „Verdienten Persönlichkeit“, wurde Christel Lindner zuteil. Die 70-Jähige hat sich diesen Preis für ihren unbändigen ehrenamtlichen Einsatz bei der Turngemeinde Ückendorf verdient. Leider musste Christel Lindner erkrankt absagen. Ihre langjährige Weggefährtin Ursula Westphal nahm ihren Preis stellvertretend entgegen. „Schade, dass sie nicht hier sein kann“, sagte sie. „Christel muss man einfach erlebt haben. Man kann sich nicht vorstellen, wieviel Energie in diesem kleinen Persönchen steckt.“ Auch Ursula Westphal versprach, die besten Grüße aus dem Hans-Sachs-Haus auszurichten.

Nach dem offiziellen Teil saßen die geehrten Sportler, aber auch die geladenen Gäste, noch lange zusammen. Sie tauschten sich aus, gaben Erfahrungen weiter. Selbstverständlich wurde noch über große Erfolge geredet. Aber auch über Misserfolge. Die gehören zum Sport genauso dazu. Gerade in diesen Momenten gilt: „weiter, immer weiter!“