Eine bittere Niederlage

Schalkes Kevin Kern (rechts) zeigte bis zu seiner Verletzung eine phänomenale Vorstellung.
Schalkes Kevin Kern (rechts) zeigte bis zu seiner Verletzung eine phänomenale Vorstellung.
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Was wir bereits wissen
Das Verfolgerduell in der 1. Regionalliga bot alles, was das Basketball-Herz begehrt. Aus der Sicht des FC Schalke 04 allerdings mit einem wesentlichen Schönheitsfehler: Die königsblauen Korbjäger verloren das packende Duell mit den RheinStars Köln in der Overtime mit 80:83.

Köln..  Das Verfolgerduell in der 1. Regionalliga bot alles, was das Basketball-Herz begehrt. Aus der Sicht des FC Schalke 04 allerdings mit einem wesentlichen Schönheitsfehler: Die königsblauen Korbjäger verloren das packende Duell mit den RheinStars Köln in der Overtime mit 80:83 (20:15, 18:25, 21:8, 9:24, 13:10). Eine Niederlage, wie sie bitterer nicht sein konnte.

„Das 89:93 im Hinspiel war schon unglücklich. Aber diesmal waren wir noch unglücklicher unterlegen“, meinte Manager Boris Liebing. Die Schalker verloren an diesem Samstag nicht nur ein wegweisendes Spiel, sondern auch Kevin Kern. Der Flügelspieler erlitt in der vorletzten Minute der ersten Halbzeit nach einem Zusammenprall eine Verletzung am Sprunggelenk des linken Fußes und konnte danach nicht mehr mitwirken.

Therapeut Holger Just leistete die Erstversorgung und stellte fest: „Es ist sofort eingeblutet.“ Eine Untersuchung am Montag im St. Anna Hospital in Herne soll die Gewissheit bringen, ob etwas gerissen ist. Möglicherweise kommt Kevin Kern auch mit einer massiven Kapselbandüberdehnung davon. In jedem Fall wird er mindestens zwei Wochen ausfallen. „Die Niederlage an sich tut schon weh. Aber am meisten schmerzt die Verletzung von Kevin“, stellte Schalkes Head-Coach Raphael Wilder traurig fest.

Der 24-Jährige lieferte bis zu seinem Ausscheiden eine phänomenale Vorstellung. Er glänzte vor allem mit Würfen aus der Distanz: drei Versuche, drei Dreier. „Er hat Trevin Parks sehr entlastet“, lobte sein Coach. „Es war schwer, diesen Verlust aufzufangen.“ Als Kevin Kern das Spielfeld verlassen musste, stand es 36:35 für sein Team. Ohne ihn verloren die Königsblauen zunächst den Faden.

Das dritte Viertel, es war aus der Sicht der Gäste eine einzige Katastrophe. Mit einem 13:0-Lauf zogen die Kölner von 40:42 auf 53:42 davon. Nach diesem Viertel lagen sie sogar mit 61:46 vorne. Die zahlreichen Schalker Fans unter den mehr als 1000 Zuschauern in der ASV-Sporthalle schickten über Handy frustrierende Nachrichten in die Heimat. Der Tenor: Das Spiel ist wohl gelaufen.

Dass im Basketball auch ein 15-Punkte-Rückstand, der im Laufe des letzten Viertels sogar um zwei weitere Punkte anwuchs, in kurzer Zeit aufzuholen ist, zeigte sich an diesem Samstag wieder einmal eindrucksvoll. Raphael Wilder stellte die Taktik in der Defensive um, ließ abwechselnd Box-and-one und Zonenverteidigung spielen, womit die Kölner nicht klar kamen. Einfach grandios, wie die Gäste einen Punkt nach dem nächsten aufholten. Aus einem 53:70 machten sie vor allem dank eines überragenden Trevin Parks ein 70:70, weshalb die Partie nach 40 Minuten in die Verlängerung musste.

In dieser Verlängerung wendete sich das Blatt erneut. Die Rhein­Stars fanden zurück ins Spiel, führten auf einmal mit 76:70 und hatten nach den zusätzlichen fünf Minuten mit 83:80 das bessere Ende für sich. „Mit Kevin Kern wäre es ein anderes Spiel geworden, und ich glaube nicht, dass wir es verloren hätten“, resümierte Raphael Wilder.

Trotz der tollen Moral, die die Schalker unter Beweis stellten, muss man in der Analyse allerdings auch feststellen, dass zu viel auf den Schultern von Trevin Parks lastete. Der US-Boy erzielte 37 Punkte. Diesmal wurde er auch von seinem Landsmann Patrick Carney nicht hinreichend unterstützt. „Es genügt nicht, wie ich bereits im Vorfeld erwähnt hatte, wenn nur einer oder zwei Spieler in Top-Form sind“, so Raphael Wilder. „Schade, dass in so einem Spiel drei oder vier Leistungsträger unter ihren Möglichkeiten geblieben sind.“ Was die zweite Reihe anbetrifft, hatten die Gastgeber klare Vorteile. Bei ihnen machten die Ersatzspieler insgesamt 30 Punkte, bei den Schalkern nur 16.

Unter dem Strich bleibt festzuhalten: Eine tolle Aufholjagd der Schalker, die nicht gekrönt wurde. Mit jetzt zwei Siegen Rückstand auf Spitzenreiter UBC Münster sind sie im Aufstiegsrennen ins Hintertreffen geraten.