Ein vorentscheidendes Verfolgerduell

Das Hinspiel gegen die RheinStars Köln verloren Patrick Carney (am Ball) und die Schalker Basketballer in eigener Halle mit 89:93.
Das Hinspiel gegen die RheinStars Köln verloren Patrick Carney (am Ball) und die Schalker Basketballer in eigener Halle mit 89:93.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der FC Schalke 04 tritt am Samstagabend bei den RheinStars Köln an. Beide Mannschaften liegen nur einen Sieg hinter Spitzenreiter UBC Münster. Ein Duell auf Augenhöhe in der 1. Regionalliga.

Gelsenkirchen..  Wohin führt der Weg der Basketballer des FC Schalke 04 in der 1. Regionalliga? Vielleicht ganz nach oben? Möglicherweise ist man bereits nach diesem Wochenende, nach dem richtungsweisenden Top-Hit bei den RheinStars Köln, ein bisschen schlauer.

Beide Mannschaften gehören gemeinsam mit den Elephants Grevenbroich zum ersten Verfolgerfeld und liegen nur einen Sieg hinter dem Tabellenführer UBC Münster. Tip-Off ist an diesem Samstag um 19 Uhr in der renovierten und 1000 Zuschauer fassenden ASV-Sporthalle am Olympiaweg in Köln-Müngersdorf, ganz in der Nähe der Heimstätte des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln.

In der ASV-Sporthalle feierte einst der BSC Saturn 77 große Kölner Basketball-Erfolge. Dort wurde er 1981, 1982, 1987 und 1998 Deutscher Meister und 1980, 1981 und 1983 Deutscher Pokalsieger. An diese Zeiten möchten die RheinStars gerne anknüpfen, aber auf dem angestrebten Weg in die BBL mussten sie in dieser Saison bislang feststellen, wie schwierig es bereits ist, in die Pro B aufzusteigen.

Beide Teams stehen unter Druck

Die RheinStars, eine Basketballgemeinschaft der Köln 99ers und des MTV Köln 1850, stehen an diesem Samstag deshalb arg unter Druck. Eine fünfte Niederlage in dieser Saison dürfen sie sich eigentlich nicht erlauben, wenn sie ein heißer Kandidat auf den Regionalliga-Titel bleiben wollen. Aber das trifft auch auf die Schalker zu. „Es geht um einiges, aber nicht um alles“, schwächt Schalkes Head-Coach Raphael Wilder leicht ab.

Wilder will unbedingt gewinnen

Der 61-Jährige lässt keinen Zweifel daran, dass er dieses Verfolgerduell unbedingt gewinnen will, am besten mit mindestens fünf Punkten Vorsprung, um nach der 89:93-Niederlage im Hinspiel auch den direkten Vergleich in der Addition für sich zu entscheiden. „Der Heimvorteil mag vielleicht für Köln sprechen“, sagt Raphael Wilder. „Aber wie man bereits mit einem Blick auf die Tabelle erkennen kann, treffen zwei gleichwertige Mannschaften aufeinander. Ich erwarte ein enges und kampfbetontes Spiel, in dem die Tagesform entscheiden wird. Da kann alles passieren.“

Der ehemalige Schwelmer erwartet von seinen Jungs auf jeden Fall eine deutliche Steigerung im Vergleich zum unspektakulären 79:68-Heimsieg vor einer Woche gegen Giants Düsseldorf. „Wir müssen ans Limit gehen“, fordert er. „Es müssen diesmal viele Spieler sehr gut spielen. Es wird in Köln nicht genügen, wenn nur einer oder wenn nur zwei oder drei Spieler ihre Bestform erreichen. Jeder muss sich einbringen.“

Was die Ausgeglichenheit anbetrifft, könnten die Kölner im Vorteil sein. Sie haben zwar keinen so eifrigen Punktesammler wie Trevin Parks oder einen so fleißigen Rebounder wie Nino Janoschek, aber mit US-Boy Omari Knox und dem Litauer Gytis Pakalniskis an der Spitze verfügt Trainer Johannes Strasser über einen breiten Kader, der für diese Spielklasse außergewöhnlich gut ist.

Bei den Schalkern hat Kevin Kern seine Adduktorenprobleme immer noch nicht ganz überwunden, und auch Nino Janoschek war in den vergangenen Tagen aufgrund einer Erkältung nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. Raphael Wilder lässt es dennoch nicht zu, diese beiden Leistungsträger als angeschlagen zu bezeichnen. „Sie werden in Köln spielen können“, sagt er. „Wer vor und während dieser Partie nicht voller Adrenalin steckt, dem ist nicht zu helfen.“