Ein Trainer zum Aufblicken

Lernen vom Profi: Die A-Jugendlichen des SV Hessler 06 haben mit Mineiro einen neuen und prominenten Trainer gefunden.
Lernen vom Profi: Die A-Jugendlichen des SV Hessler 06 haben mit Mineiro einen neuen und prominenten Trainer gefunden.
Foto: Heinrich Jung
Was wir bereits wissen
Hessler 06 hat einen neuen A-Jugend-Trainer. Ex-Profi Mineiro will in seiner ersten Station ein wenig Magath, aber auch ein wenig Dunga sein.

Heßler..  Mit Spannung wartete ein Großteil der A-Jugend des SV Hessler 06 in der vergangenen Woche zum vorzeitigen Trainingsstart auf ihren neuen Trainer, der zwei Probetrainingseinheiten im Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion abhielt, um seine Mannschaft kennen zu lernen. Kein geringerer als Carlos Luciano da Silva betrat um kurz nach sieben den Rasenplatz des SV Hessler und stellte sich seiner neuen Mannschaft vor. Im Profi-Fußball ist der ehemalige Brasilianische Nationalspieler besser unter dem Namen Mineiro bekannt und schnürrte seine Schuhe für den FC Schalke 04, Hertha BSC Berlin, für den FC Sao Paulo und den FC Chelsea.

Mineiro zögerte nicht lange

Eine kurze Teambesprechung mit Co-Trainer Dieter Volkmann und Mineiro, dann ging es schon mit Passübungen auf dem Kleinfeld los, bei denen jeder Spieler genaustens von dem neuen Trainer unter die Lupe genommen wurde. „Gerade in der A-Jugend ist es wichtig, dass die Spieler einen Trainer haben, zu dem sie aufblicken können, von dem sie wissen, dass er eine Menge Ahnung hat“, sagt Dario Guidone, Geschäftsführer der Jugendabteilung in Hessler. Allein die Erfahrung als Übungsleiter fehlt Mineiro, der nach seinem Engagement beim FC Schalke 04 in der Saison 2009/10 noch unter anderem beim TuS Koblenz aktiv war, sich aber in Recklinghausen niedergelassen hat, noch. Dafür steht ihm mit Dieter Vollmann ein erfahrener Trainerkollege zur Seite, der sich immer wieder mit dem Brasilianer abstimmt und mögliche Sprachbarrieren überwindet.

Angefangen hat die Zusammenarbeit zwischen Mineiro und dem SV Hessler 06 bei einem Sozialprojekt, dass Mineiro zuvor für interessierte Nachwuchs-Fußballer auf dem Gelände von Hessler veranstaltete. So kam der Kontakt mit dem Vorsitzenden Rainer Konietzka zustande. Überzeugt von der Arbeit Mineiros fragte der Vorsitzende bei dem ehemaligen WM-Teilnehmer und Copa-America-Gewinner wegen einer Trainertätigkeit in der A-Jugend an. Mineiro, der als Sportmentor für die christliche Non-Profit Sportorganisation SRS e.V. aktiv ist und dabei Sportler allen Alters in ihren Aktivitäten fördert und unterstützt, war prompt von der Idee angetan und stimmte der Herausforderung zu. „Ich bin glücklich und zufrieden, dass ich mit den Jungs arbeiten darf“, sagt Mineiro bei seiner Trainer-Premiere. „In Brasilien habe ich selber in einem kleinen Verein angefangen und möchte zurückgeben, was ich alles auf meinem Weg gelernt habe.“

Was er selber für ein Trainertyp ist, darüber ist Mineiro sich selbst noch nicht im Klaren. Schließlich hat er in seiner Laufbahn etliche anerkannte Trainerpersönlichkeiten kennengelernt. Von Carlos Dunga bis Felix Magath, von jedem will Mineiro ein bisschen an den Gelsenkirchener Nachwuchs weiter geben. „Ich habe großen Respekt vor Felix Magath und allen Trainern, unter denen ich gespielt habe. Ich muss jetzt aber meinen eigenen Weg finden“, sagt Mineiro, während seine Spieler weiter mit lockeren Übungen an ihren Pässen und Laufwegen arbeiten.

Der C-Lizenz-Inhaber betreibt unter anderem noch eine Fußballschule im Sommer in Recklinghausen und setzt sich zusammen mit seinem Bruder Andre für Sozialprojekte in Brasilien ein, wann immer er denn mal in seiner Heimat zu Besuch ist. Dario Guidone ist mit dem neuen Trainer jetzt schon voll und ganz zufrieden: „Mineiro ist menschlich einfach auch ein toller Typ, der sich direkt gut in unser Gefüge einfinden wird.“ Und auch die Mannschaftszusammenstellung wird durch den neuen Trainer schon etwas angekurbelt. „Wir haben in den letzten Tagen einige Anfragen bekommen. Fakt ist, dass wir keinen Spieler nach Hause schicken wollen, der zu uns wechseln will.“