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Fußball-Landesliga

Ein Spiel zu viel

17.06.2012 | 20:27 Uhr
Ein Spiel zu viel
Fußball-Landesliga 4 am Sonntag, 17.06.2012 in Marl. Kapitän Sebastian Ruhe erzielt das entscheidende 1:0. Foto: Joachim Kleine-Büning/WAZ FotoPool

Marl.  In der letzten Saisonpartie beim TSV Marl-Hüls bezieht der SC Hassel mit dem 0:1 die einzige Rückrunden-Niederlage.

TSV Marl-Hüls -
SC Hassel1:0 (0:0)

Tor:1:0 Sebastian Ruhe (61.)

SC Hassel: Stauder, van den Boom, Djuliman, Falkowski, Poch, Zugcic, Woberschal, Talaga (46. Ballschmiede), El Hamad, Bockhoff (84. Servera-Sorell), Bendig (59. Moritz).

Nun hat es den SC Hassel doch noch erwischt. Der souveräne Meister der Landesliga Nord wollte ohne Niederlage durch die Rückrunde kommen, doch die Saison dauerte genau ein Spiel zu lang: Beim noch halbwegs ambitionierten TSV Marl-Hüls, der weiterhin noch auf den Aufstieg zur Westfalenliga hoffen darf, gab es zum Abschluss dieser zeitlichen XXL-Saison eine 0:1 (0:0)-Niederlage.

Am Ende war es viel Rauch um Nichts: Durch den 2:0-Sieg des TuS Haltern beim Mitkonkurrenten DJK Eintracht Coesfeld bleibt es in der Tabelle beim Stand der Dinge: Haltern ist aufgestiegen, Marl-Hüls muss in die Relegation, Coesfeld geht leer aus.

Wer die letzten 90 Saison-Minuten im Loekamp verfolgte, kam nicht unbedingt auf die Idee, dass hier noch eine Mannschaft ihre Chance beim Schopfe packen und unbedingt direkt aufsteigen wollte. Vom SC Hassel konnte man wohl nicht mehr erwarten, die Grün-Weißen hatten unter der Woche die Meisterschaft ausgiebigst gefeiert und nur noch einmal am Freitag trainiert, wobei wohl diverse Giftstoffe ausgeschwitzt werden sollten. Trainer Michael Schrank hatte in dieser Partie dann auch keine allzu hohen Ansprüche mehr an sein Team: „Ich kann es der Mannschaft nicht verübeln, die Saison war lang, es war einfach keine Körperspannung mehr vorhanden.“

Die merkte man den Marl-Hülsern in der ersten Hälfte auch nicht an – oder waren sie zu angespannt? Jedenfalls hätten die Torhüter auf beiden Seiten gar nicht Position zu beziehen brauchen, in beiden Gefahrenzonen herrschte gähnende Langeweile. Nach dem Wechsel verschob sich das Kräfteverhältnis etwas zugunsten der Platzherren. Vielleicht hatte ihnen auch der 0:0-Zwischenstand aus Coesfeld Beine gemacht.

Allerdings waren sie auch durch die Gäste tatkräftig auf die Siegesspur geschoben worden: Direkt nach der Pause überraschte Nedim Djuliman, der in Gedanken wohl schon am Ballermann weilte, mit seiner Kopfball-Rückgabe beinahe Torhüter Sören Stauder, der soeben parieren konnte, den Nachschuss setzte TSV-Kapitän Sebastian Ruhe an den Pfosten. Nach einer Stunde war es dann soweit: Daniel Eisenkopf konnte auf rechts gemütlich flanken, in der Mitte schob Ruhe in aller Ruhe ein, und diesmal leistete Djuliman nur Geleitschutz. Die zaghaften Ausgleichsbemühungen der Hasseler in der Folgezeit sollen an dieser Stelle schamhaft verschwiegen werden.

Dann war endlich Schluss. Bevor die Mannschaft nun zur Abschlussfahrt nach Mallorca startet, Vorsitzender Bruno Piotrowski auf Sylt die eine oder andere Krabbe pult, während sich Trainer Michael Schrank in den südlichsten Zipfel des Gardasees verkrümelt, wurden die letzten Weichen für die kommende Saison gestellt. „Dabei legen wir Wert auf Routine, aber auch auf Jugend“, betonte Bruno Piotrowski. Namentlich bedeutet dies: Nach einem einjährigen Gastspiel in Wanne-Eickel kehrt Simon Talarek (26) an den Lüttinghof zurück. Dazu gesellen sich Gökan Askin (18) aus der eigenen A-Jugend sowie Nico Ballschmiede (17) vom VfB Hüls. Alle vielseitig in Defensive wie Mittelfeld einsetzbar.

Ralf Wilhelm



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