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Ein Sieg ist für Schalkes neuen Trainer Keller die erste Pflicht

17.12.2012 | 18:01 Uhr
Nimmt sich Zeit, für viele Gespräche mit den Spielern: Schalkes neuer Coach Jens Keller.Foto: Reuters

Gelsenkirchen.  Gerade lernt Keller sein Schalker Team kennen, da muss er schon siegen. Personal herzaubern kann er aber nicht. Während Schalke weiterhin auf Ibrahim Afellay verzichten muss, darf Jermaine Jones im Pokalspiel wieder ran. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Marco Höger.

Der Auftrag klingt schlicht, aber bedeutend: Gewinnen, egal wie, und dann die Mannschaft in die Weihnachtsferien entlassen. So lautet die primäre Aufgabe von Schalkes neuem Coach Jens Keller am Dienstagabend im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den Liga-Konkurrenten FSV Mainz 05 (19 Uhr). Die Kunst liegt natürlich darin, dies nach eineinhalb Trainingseinheiten zu bewerkstelligen, nach denen jeder froh wäre, jeden Spieler gleich beim Namen nennen zu können.

Seine Hausaufgaben hat der 42-jährige Schwabe jedenfalls übers Wochenende gemacht. Hat Videos studiert von den vergangenen Spielen. Und er sei dabei auf sehr Aufschlussreiches gestoßen: „Ich denke, ich habe eine Idee, wie wir das angehen müssen.“ Der Rest steht bis zum Anpfiff im Mannschaftshotel auf dem Programm: Gespräche, Gespräche, Gespräche mit jedem einzelnen Spieler. Eine Spiel-Philosophie vermitteln? Wohl kaum in der Kürze der Zeit. Keller: „Welchen Fußball ich spielen lassen möchte, ist völlig uninteressant, ich muss den Jungs Mut eintrichtern. Es geht nur um das Ziel, weiterzukommen, Fußball ist ein Ergebnissport“ , kennt sich der Neue im Phrasenbuch für Trainer schon ganz gut aus. Er hätte auch mit des Kaisers Worten sagen können: „Geht’s raus und spielt’s Fußball.“

Schalke und seine Trainer

Keller wird keine neuen Namen für die Schalker-Aufstellung aus dem Hut zaubern

Es wird auch nicht die Zeit der Experimente sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass der ehemalige B-Junioren-Beauftragte einen neuen Namen aus dem Hut zaubern wird, tendiert eher gegen Null. Die personelle Lage hat sich zum letzten Bundesligaspiel noch weiter verschlechtert: Die Abwehr wird sich von selbst aufstellen, da Atsuto Uchida mit seinem Muskelfaserriss wieder ausfallen wird.

Und auch, ob Marco Höger es sich zutraut, nach seinem Jochbeinbruch mit einer speziell angefertigten Maske aufzulaufen, werden die letzten Trainingseindrücke zeigen. Den Mut soll aber nicht nur Höger aufbringen. „Die Stärken der Jungs stärken“, darin sieht Keller seinen vorrangigen Auftrag: „Es gibt keinen Grund, Angst zu haben.“

Doch zurück zum Personalstand: Jermaine Jones, in der Bundesliga auf unbestimmte Zeit gesperrt, darf im DFB-Pokal wieder ran. Dagegen entwickelt sich der mehrwöchige Ausfall des muskelverletzten Ibrahim Afellay zu einem externen Ärgernis mit den Fußball-Nachbarn der Niederlande. „Die Erstversorgung bei Afellay während seines Länderspiel-Einsatzes war nicht optimal“, bemerkt Manager Horst Heldt und kann seine Verärgerung darüber kaum zügeln. Aber eine neue Baustelle vor Weihnachten möchte der sportlich Verantwortliche darüber auch nicht aufmachen, er hat genug damit zu tun, den Trainer seiner Wahl ins rechte Licht zu rücken: „Ich kenne Jens wie kein anderer, er ist ein Fußballverrückter. Wir waren als Profis beide keine Messis. Wir mussten uns durchbeißen, von daher weiß ich, Jens war immer ein Kämpfer.“ Außerdem, so Heldt, seien schon andere Trainer vor ihm jung und unerfahren angefangen, da bittet er einfach um Fairness.

Für Keller ist die Feuertaufe in der Schalke-Arena auch Annäherung an das Ruhrgebiet

Keller selbst empfindet seinen Kurzeinsatz als Interimscoach des VfB Stuttgart nicht als Maßstab: „Das war eine ganz andere Situation, da hatten wir acht Spiele in vier Wochen, da blieb keine Zeit, etwas Neues einzustudieren.“

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Warum Fans die Stevens-Entlassung für einen Fehler halten

Nach 63 Spielen hat sich der FC Schalke 04 von seinem Cheftrainer Huub Stevens getrennt. Ein Schritt, den nur wenige Leser wirklich nachvollziehen können. Für sie hat die Vereinsspitze mit dem Rauswurf ihres Jahrhunderttrainers einen schweren Fehler gemacht.

Spannend wird sein, wie der Neue bei seiner Feuertaufe in der Arena empfangen wird. An der Stätte, an der Vorgänger Huub Stevens natürlich Kultstatus genießt. Für Keller selbst eine spannende Annäherung an ein starkes Stück Ruhrgebiet. Der Familienvater zweier Kinder lebt mit Gattin fernab in Köln und will auch in Zukunft täglich an seinen Arbeitsplatz pendeln. „Die Entfernung ist ja nicht riesig, außerdem wohnen viele Spieler ja selbst in Düsseldorf. Und es ist doch schöner, wenn man noch sein Privatleben hat.“

Vom Ruhrgebiet selbst hat der Schwabe nach eigenem Bekunden „noch sehr wenig mitbekommen.“ Sein erster Eindruck von den Menschen hier: „Sehr positives Lebensgefühl, sehr arbeitseifrige Menschen.“ Und genügsam, sei hinzugefügt. Ein Sieg am Dienstag würde für den Anfang langen.

Ralf Wilhelm



Kommentare
18.12.2012
13:07
Ein Sieg ist für Schalkes neuen Trainer Keller die erste Pflicht
von tollmitsdavor | #8

- wenn es wahr ist, daß hinten rechts ein Barnetta spielt dann hört endlich
dieser Schwachsinn auf, Bennie aus der MITTE zu nehmen!

- ich denke mal EIN gutes Zeichen ......
Außerdem möchte ich meinen Schalkern auch viel Glück wünschen, denn
einerseits hatten wir (und jeder der die letzte Zeit wiklich ernsthaft verfolgt hat,
weiß wo von ich spreche) nicht allzuviel davon und andererseits braucht man
es manchmal!
- und hört teilweise mit den Kommentaren auf, die Mannschaft hätte gegen
den Trainer gespielt. - denn der Wille (Kampf STATT Spiel) war meistens
vorhanden! - von daher mußte gehandelt werden!

Glückauf

18.12.2012
12:18
Ein Sieg ist für Schalkes neuen Trainer Keller die erste Pflicht
von mythos_1904 | #7

Laut Bildzeitung ist Holtby nicht im Kader. Barnetta hinten rechts im flachen 4-4-2 mit Marica als zweiter Spitze und Jones Neustädter im Mittelfeld und Farfan / Draxler auf den Aussen.

18.12.2012
12:04
Ein Sieg ist für Schalkes neuen Trainer Keller die erste Pflicht
von Eigenart | #6

Mittlerweile bin ich skeptisch geworden, was die Leistung(sfähigkeit) der Spieler angeht. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Deshalb wünsche ich der Mannschaft und Keller von ganzem Herzen Glück und Erfolg für dieses Spiel und werde gaanz fest die Daumen drücken.

18.12.2012
10:39
Ein Sieg ist für Schalkes neuen Trainer Keller die erste Pflicht
von mythos_1904 | #5

Heute Abend ist jeder einzelne Spieler gefordert. Da könnte auch Erwin auf der Bank sitzen!

1 Antwort
Ein Sieg ist für Schalkes neuen Trainer Keller die erste Pflicht
von mr_dudeson | #5-1

Nichts gegen Erwin. DER hätte am Samstag nicht am Ball vorbeigetreten...

;o)

18.12.2012
10:33
Ein Sieg ist für Schalkes neuen Trainer Keller die erste Pflicht
von buntspecht2 | #4

Ist ein Sieg nicht Pflicht für jeden Trainer ?

18.12.2012
09:39
Ein Sieg ist für Schalkes neuen Trainer Keller die erste Pflicht
von ritchi1810 | #3

Viel viel Glück. Alles ist möglich, man muss nur daran glauben.
Glück Auf.

18.12.2012
09:14
Ein Sieg ist für Schalkes neuen Trainer Keller die erste Pflicht
von Aehrwin | #2

Es ist schon irgendwie seltsam...Vorher wurde die ganze Zeit negativ über Stevens geschrieben, jetzt wird er die ganze Zeit als Jahrhundert und Kult-Trainer gefeiert...Warten wir doch einfach mal ab und geben Keller eine faire Chance, und damit meine ich nicht nur das Spiel heute gegen Mainz, denn in 2 Tagen kann man ja doch wohl nicht wirklich erwarten das schon irgendwas verändert wird. Auch wenn es einige nicht wahr haben wollen, die Trennung war nötig da die Mannschaft nicht mit Stevens klar gekommen ist. Und für die die es noch nicht gemerkt haben, wir leben mittlerweile in einem neuen Jahrhundert...

1 Antwort
Ein Sieg ist für Schalkes neuen Trainer Keller die erste Pflicht
von buntspecht2 | #2-1

#2Das wird man heute sehen ob die Mannschaft gegen Stevens gespielt hat oder wirklich nur ein haufen Egoisten ist.

18.12.2012
08:45
Ein Sieg ist für Schalkes neuen Trainer Keller die erste Pflicht
von mythos_1904 | #1

"nach denen jeder froh wäre, jeden Spieler beim Namen nennen zu können..."

Sonderlich viel traut die WAZ der Menschheit anscheinend nicht zu. Das erklärt natürlich so einiges hier! :-))

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