Ein Reservist mit großer Perspektive

Jonas Peters.
Jonas Peters.
Foto: Alexander Mihm

Gelsenkirchen.. Ohne einen US-Boy, ohne den einen oder anderen auswärtigen Akteur kommt auch im Basketball keine Mannschaft mehr aus, wenn sie in der 1. Regionalliga eine Rolle spielen möchte. Diesen Weg geht natürlich auch der FC Schalke 04. Aber die königsblauen Korbjäger sind auch stolz darauf, ein talentiertes Eigengewächs im aktuellen Kader von Trainer Raphael Wilder zu haben: Jonas Peters, der zu Beginn dieses Jahres volljährig wurde und altersmäßig somit noch in der U18 spielen darf.

Lehrjahre sind keine Herrenjahre, das weiß auch Jonas Peters. Und deshalb kann der 18-Jährige auch gut damit leben, dass er nicht so häufig in den Schlagzeilen auftaucht wie beispielsweise seine Team-Kollegen Trevin Parks, Patrick Carney oder Kevin Kern. Obwohl er in der Meisterschaft meistens nur dann zum Einsatz kommt, wenn eine Partie entschieden ist, fühlt sich Jonas Peters in der ersten Mannschaft bestens integriert. In Erinnerung wird ihm vor allem der Auftritt in der dritten Runde des WBV-Pokals bleiben, als er beim 90:61-Auswärtssieg gegen die LippeBaskets in Werne von den Mitspielern derart gut in Szene gesetzt wurde, dass er sich mit 18 Punkten als Top-Scorer des Tages bezeichnen durfte.

Ziel lautet Stammplatz

Klar: Wenn es darum geht, die Körbe und die Trennwände in der Halle runterzufahren, richten sich die meisten Blicke zuerst auf Jonas Peters. Diese Handlangerarbeiten müssen im Mannschaftssport in der Regel die Jüngsten übernehmen. Julian Draxler und Max Meyer erlebten es in ihrer Sportart nicht anders. In ihrer ersten Zeit als Fußball-Profis betätigten sich die heutigen Nationalspieler auch als Koffer- und Ballschlepper.

Obwohl Jonas Peters nicht murrt, möchte er irgendwann jenes Standing in der Mannschaft haben, um diese Aufgaben abgeben zu können. Sein Ziel ist es, einen Stammplatz zu ergattern. Dass er das Zeug dazu hat, bescheinigt ihm auch sein Trainer. „Jonas ist ein wirkliches Talent, das es schaffen könnte, ein guter deutscher Spieler zu werden“, behauptet Raphael Wilder. „Er bringt viele Voraussetzungen mit, um sich durchzusetzen, um nicht Mitläufer, sondern um Leistungsträger zu werden. Die Frage ist: Bleibt er dabei? Hat er das nötige Sitzfleisch? Aber: Er kann es schaffen. Er ist einer der Wenigen, der es schaffen kann.“

Das Sitzfleisch benötigt er derzeit nur bei den Begegnungen der ersten Mannschaft. Die erforderliche Spielpraxis, um sich weiterzuentwickeln, holt sich Jonas Peters in dieser Saison in der zweiten Mannschaft oder in der U18. Dass aber auch er nicht vor Rückschlägen geschützt ist, musste er am 24. Januar im Auswärtsspiel mit der Zweiten in Ibbenbüren feststellen. Dort erlitt er einen Außenbandriss im Sprunggelenk, der ihn zu einer mehrwöchigen Pause zwingt.

Jonas Peters hat mit dem Basketball im Alter von zwölf Jahren angefangen und ist dem FC Schalke 04 seitdem stets treu geblieben. Er freut sich auch, wenn die Fußballer seines Klubs gewinnen, wenngleich er zugibt: „Ich verfolge die Spiele, aber ich bin kein so großer Fan, dass ich in die Arena gehe.“

Abstecher zu den Löwen

Nur einmal wagte er einen kleinen Abstecher zu den Hertener Löwen, für die er dank einer Doppel-Lizenz ein Jahr lang in der U16 auf Korbjagd gegangen ist. Seinen bislang größten Erfolg feierte er in der vergangenen Saison, als er mit der Schalker U18 den Meistertitel in der Regionalliga errang. „Diesen Titel wollte ich unbedingt haben“, sagt der disziplinierte Shooting Guard, der einen guten Zug zum Korb hat.

Abseits der Halle strebt er in diesem Jahr sein Abitur am Max-Planck-Gymnasium in Buer an. Seine Leistungskurse: Mathematik und Physik. Mit Naturwissenschaften möchte sich Jonas Peters auch im anschließenden Studium beschäftigen. Bei der Wahl des Studienortes hat ihm Raphael Wilder einen Tipp gegeben. „Er hat mir geraten, in der Umgebung zu bleiben“, sagt der 18-Jährige. Diesen Tipp darf man auch als Wertschätzung interpretieren, und zwar so, dass der Schalker Head-Coach die Nummer vier seines aktuellen Kaders verstärkt in die Planungen für die nächsten Spielzeiten einbezieht.