Ein Derby mit allem drum und dran

Der Überflieger: Patrick Willam traf im Derby dreimal für die DJK TuS Rotthausen gegen seinen ehemaligen Klub SSV/FCA.
Der Überflieger: Patrick Willam traf im Derby dreimal für die DJK TuS Rotthausen gegen seinen ehemaligen Klub SSV/FCA.
Foto: Michael Korte

Rotthausen..  Objektive Betrachter werden zugeben müssen, dass es jammerschade wäre, wenn die DJK TuS Rotthausen aus der Bezirksliga absteigen würde. Warum? Alleine schon deshalb, weil es dann in der kommenden Saison kein Derby gegen den SSV/FCA mehr gäbe. Das Duell der Nachbarn an diesem Sonntag lieferte alles, was das Fußball-Herz begehrt: neun Tore, eine Rote Karte, eine Gelb-Rote Karte und einen Foulelfmeter - und am Ende mit der DJK TuS Rotthausen einen glücklichen, aber nicht unverdienten 5:4-Sieger.

Für Trainer Thomas Kania, der die DJK TuS nach dem Saisonende verlassen wird, erfüllte sich ein Wunsch. „Ich wollte dieses Derby noch einmal gewinnen“, betonte er. „Schön, dass mir die Jungs dieses Geschenk gemacht haben.“ Auch in der Tabelle wirkte sich dieser Sieg aus. Sein Team zog in der Staffel 10 an Wattenscheid 09 II (0:2 gegen Horsthausen) vorbei auf den rettenden 13. Tabellenplatz.

Thomas Kania hätte sich sicherlich weniger Zitterei um die drei Punkte gewünscht, vor allem nach der furiosen Anfangsviertelstunde. Sein Team lag nach zwei Treffern von Patrick Willam und einem weiteren Toren von Christian Czedzak nach elf Minuten mit 3:0 vorne.

Die 250 Zuschauer rund um den Kunstrasenplatz der Sportanlage Auf der Reihe trauten ihren Augen nicht. Die Rotthauser Fußball-Welt war auf den Kopf gestellt. Aber nicht dauerhaft. Hüseyin Akkaya vom SSV/FCA verkürzte auf 1:3 und leitete damit eine lange Phase ein, in der seine offiziell als Gäste geführte Mannschaft mehr vom Spiel hatte.

Bis zur Pause änderte sich am Spielstand jedoch nichts mehr. Rasant wurde die Partie dann nach einer Roten Karte für Torhüter Kai Koppers vom SSV/FCA wegen einer Tätlichkeit an Patrick Willam. Obwohl er seiner Mannschaft damit einen Bärendienst leistete, fand sie ganz groß zurück ins Spiel. Burak Bahadir stellte den 2:3-Anschluss her, und Hüseyin Akkaya glich mit einem von Manuel Just an Maiko Jabusch verursachten Foulelfmeter zum 3:3 aus.

Dass die Partie nicht vollends kippte, hatte die DJK TuS ihrer starken Offensive zu verdanken. Beeindruckend, wie klug Marcel Bartodziej agierte. Er erzielte nach Doppelpass mit Christian Czedzak das 4:3 und bereitete später den 5:4-Siegtreffer durch den zum dritten Mal erfolgreichen Patrick Willam vor. Zwischendurch egalisierte der SSV/FCA erneut, und zwar durch Maiko Jabusch zum 4:4.

Nach einer Gelb-Roten Karten für Manuel Just geriet die DJK TuS in der Schlussphase einige Male ins Schwimmen, aber sie ging nicht baden. Fynn Strahlendorf, Hüseyin Akkaya und André Willig hatten jeweils die Möglichkeit, ein Remis für die Blau-Gelben zu retten, aber sie scheiterten.

Nicht nur wegen dieser Szenen teilte Norbert Willig, der Sportliche Leiter des SSV/FCA, nach dem Abpfiff mit: „Die ersten Minuten haben wir verschlafen. Aber ich bin voll der Meinung, dass wir danach die bessere Mannschaft waren. Wir haben alles versucht.“

Dem klug aus dem Mittelfeld operierenden Routinier Tobias Klein von der DJK TuS konnte es egal sein. Er humpelte angeschlagen, aber glücklich vom Feld. „Ein Derby mit allem drum und dran“, meinte er. Und mit einem Blick auf seine müden Knochen fügte der 36-Jährige in Erinnerung an Per Mertesacker hinzu: „Ich bin jetzt erst einmal reif für die Eistonne.“