Du dickes Ei!

Gelsenkirchen..  Wenn der Torwart patzt, hat das fatale Folgen. In den allermeisten Fällen bedeutet das ein Gegentor. Jeder gute Torhüter dieser Welt kennt das Gefühl, ein Tor zu kassieren, das total unnötig war. Sieht der Torwart dabei unglücklich aus, spricht man davon, dass er sich ein Ei gefangen hat. Und da jetzt Ostern ist, haben wir bei einigen Torhütern der Stadt mal nachgefragt, welches Gegentor denn eigentlich das schönste Ei war, das sie sich selbst ins Nest gelegt haben.
Cedric Drobe (23), Torwart beim Westfalenligisten SC Hassel: „Das war in meinem ersten A-Jugend-Jahr auf Schalke, unser Trainer war Norbert Elgert. Wir haben gegen Arminia Bielefeld gespielt und der Rasen war extrem nass. Wir haben 1:0 geführt und Bielefeld hat dann einen Rückpass auf den eigenen Torwart gespielt, der den Ball dann weit nach vorne geschlagen hat. Zwischen mir und unserem Innenverteidiger Richie Weber ist der Ball dann aufgetickt, über mich hinweg geflogen und ins Tor gegangen. Wir haben das Spiel mit 1:2 verloren. Der Bielefelder Keeper war Stefan Ortega, der heute bei 1860 München spielt. Norbert Elgert hat mich dann erstmal aus dem Tor genommen, ich habe dann vorerst nicht mehr gespielt. Ich habe mir geschworen: So ein Ding fange ich mir nie wieder. Bis jetzt hat es geklappt.“


Fabian Maraun (26), Torwart beim Kreisligisten Westfalia 04 Gelsenkirchen: „Da muss ich echt überlegen, das waren so viele Eier. Auf jeden Fall das Ei vor drei Jahren, als wir beim Erler SV 08 gespielt haben, am Forsthaus. Nach einem eigenen Eckball habe ich mir einen aus 55 Metern gefangen. Ich hatte zwar kein Maßband dabei, aber es war auf jeden Fall kurz hinter der Mittellinie. Auf dem Nebenplatz hat sich gerade die Frauenmannschaft von Erle 08 warmgemacht, da musste ich mal eben rübergucken. Als ich dann wieder auf unser Spiel geachtet habe, war der Ball schon in der Luft, da konnte ich dann auch nichts mehr machen. Es war das 1:0 für Erle. Wer das Tor geschossen hat, weiß ich nicht mehr. Ich weiß aber noch, welcher Spielerin ich hinterher geschaut habe. Meiner Freundin habe ich natürlich gesagt, dass ich sie gesucht habe. Nein, sie versteht den Spaß. Wir waren die bessere Mannschaft und haben nur 1:1 gespielt. Wegen mir und eben den Frauen von Erle 08.“


Thorsten Bauer (35) Torwart beim DJK TuS Rotthausen: „Mein dickstes Ei ging glücklicherweise für mich persönlich noch einmal gut aus. Es passierte vor einigen Jahren im Derby gegen den SSV/FCA Rotthausen. Wir haben auf Asche gespielt, die Anlage war gut besucht. Der Ball wurde zu mir gespielt, ich traf ihn nicht richtig und spielte ihn Mark Greine, dem Spielertrainer des SSV/FCA, genau in die Füße. Er umdribbelte mich, hatte nur noch das leere Tor vor sich, kam auf der Asche ins Stolpern und schoss am Tor vorbei. Der SSV/FCA hat dieses Derby gegen uns trotzdem noch gewonnen, und deshalb konnte auch Mark Greine am Ende wieder lachen. Ich habe außerdem noch in Erinnerung, dass Noel Donner, der jetzt für uns spielt, in diesem Spiel ein Tor gegen mich gemacht hat.“


Willi Schmalz (früher Torwart bei Horst 08, jetzt dort Sportlicher Leiter): „Ach, das ist schon so lange her, dass ich aktiv gespielt habe, an die 30 Jahre. Ich kann mich eigentlich an keinen richtigen Bock von mir erinnern. Überhaupt stehe ich auf dem Standpunkt, dass jeder Ball, den ich durchlassen musste, unhaltbar war.“