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Drama in fünf Akten mit Happy End

11.11.2012 | 19:12 Uhr
Drama in fünf Akten mit Happy End
Basketball: FC Schalke 04 vs BBG Herford am Samstag, 10.11.2012 in der Sporthalle an der Mühlbachstraße in Gelsenkirchen-Erle. 19 schalke atanas veliyanov penev Foto: Thomas Schmidtke / WAZ FotoPoolFoto: Thomas Schmidtke

Erle.   Nach Verlängerung setzt sich der FC Schalke 04 mit 88:85 gegen die BBG Herford durch.

FC Schalke 04 -
BBG Herford 88:85 n.V. (75:75, 44:41)

Viertel: 16:17, 28:24, 17:16, 14:18.

Verlängerung: 13:10.

FC Schalke 04: Piechotta (3/1), Ramanauskas (13), Leidig (2), Schmüdderich (3/1), Horstmann (2), Reckinger (n.e), Hülsmann (2), Letailleur (9/1), Lehmann (7/1), Smith (39), Penev (8).

Drama, Krimi, Action, Spannung pur und am Ende doch noch ein glückliches Happy End! Nein, das beschreibt nicht etwa grob ein gewöhnliches Wochenend-Programm im deutschen Fernsehen – eher den Spielverlauf der Basketballer des FC Schalke 04 am Samstagabend. Eines ist sicher: An Spannung und Emotionen hat es den Zuschauern in der Sporthalle an der Mühlbachstraße definitiv nicht gefehlt. Im achten Saisonspiel der 1. Regionalliga gelang es dem Team von Trainer Heiko Skiba nach einer Zitterpartie plus Verlängerung, die Achterbahnfahrt gegen die BBG Herford schließlich mit 88:85 (75:75, 44:41) zu beenden.

Haarscharf haben sich die Knappen an einer Niederlage vorbeigekämpft – einen wesentlichen Anteil am dritten Heim- und siebten Gesamtsieg der Gelsenkirchener hatte 39-Punkte-Mann Justin Smith. Der 25-jährige Amerikaner brillierte laut seines Trainers mit einer konstanten Sonderleistung.

Es war nicht nur das Duell der spielstarken Namensvetter – Schalkes Juozas Ramanauskas und Justin Smith gegen Herfords Egidijus Ramanauskas und Dijon Smith – , sondern auch der Kampf zweier Mannschaften, die unbedingt gewinnen wollten. Die Gäste wollten beweisen, dass sie sich zu Unrecht auf dem achten und mittlerweile neunten Platz befinden. Blamiert haben sie sich dabei nicht und die Schalker ständig vor Probleme gestellt. Bis zur Pause aber schaffte es das Skiba-Team, sich ein Mini-Polster herauszuwerfen – 44:41.

Diesen Vorsprung bauten die Königsblauen dann auf 52:43 aus – bis der kleine Einbruch kam. „Wir haben leichtfertig viele Fehler gemacht, waren unkonzentriert und haben Chancen verschenkt, die uns dann den Elf-Punkte-Vorteil kosteten”, sagte Trainer Heiko Skiba. Und so entwickelte sich der weitere Spielverlauf für die Schalker zu einem gefährlichen.

Die Herausforderer verkürzten zum Ende des dritten Viertels auf 57:61 und schöpften in den vermeintlich letzten zehn Minuten aus dem Vollen, so dass sie schon nach kurzer Zeit mit 63:61 vorne lagen und das Spiel zu drehen schienen. Vier Minuten vor Schluss sahen sich die Hausherren immer noch hinten – mit 65:68. Auch die letzten 33 Sekunden durften sich die Gäste mit 73:72 noch überlegen sehen, bis Juozas Ramanauskas mit einem verwandelten Freiwurf den Ausgleich bescherte. Kurz darauf erhöhte Justin Smith mit seinem Korbleger auf 75:73. Die Gäste nutzten aber in den letzten Sekunden noch zwei Foul-Freiwürfe zum Ausgleich.

Die Over-Time gestaltete sich ähnlich – Schalke und Herford schenkten sich nichts! Jan Letailleur setzte die ersten Akzente in der Verlängerung und brachte sein Team mit 77:75 in Führung, es blieb jedoch irre spannend. Zwölf Sekunden vor dem Ende stand ein 86:85 auf der Anzeigetafel. Aber dann folgte große Erleichterung: Justin Smith platzierte seine zwei Freiwürfe erfolgreich und besiegelte somit den Schalker 88:85-Erfolg.

„Ein verdienter Sieg, was die kämpferische Leistung meiner Mannschaft angeht, ansonsten würde ich eher sagen: ein glücklicher Sieg”, resümierte Coach Heiko Skiba. „Wir haben es heute einfach nicht geschafft, als Mannschaft zusammenzuspielen. Meine Jungs waren bis auf Justin, der durchgehend gepunktet hat, nicht in ihrer Normalform. Wir haben gewusst, dass es nicht einfach wird, denn die Herforder sind heute ohne Ausfälle angetreten, nämlich in der Konstellation, mit der sie bisher alle drei Siege eingefahren haben.” Allerdings hätte der 39-Jährige auf ein solches Drama auch verzichten können. „Unser Sieg“, sagte er, „hätte schon viel früher feststehen können oder sogar müssen.”

Alexandra Rymanova



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