Die Rettung ist für Schalkes U23 zum Greifen nah

Da kommt Freude auf: Schalkes Joy lance Mickels bejubelt seinen Siegtreffer gegen Oberhausen.
Da kommt Freude auf: Schalkes Joy lance Mickels bejubelt seinen Siegtreffer gegen Oberhausen.
Foto: Funke Foto Services

Wanne-Eickel..  Es lief die 76. Spielminute, und wie groß die Erleichterung war, zeigte sich beim Jubel an der rechten Seitenlinie: Fast alle Spieler waren herangestürmt, um hier gemeinsam das Tor zu feiern, das die U23 des FC Schalke 04 ganz nah an den Klassenerhalt in der Fußball-Regionalliga heranbringt. Nach dem 1:0-Sieg gegen Rot-Weiß Oberhausen durch den Treffer von Joy Lance Mickels beträgt der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz vier Punkte – zwei Spiele vor Schluss ist die Rettung zum Greifen nah. „Ein kleiner Schritt fehlt noch, und den wollen wir nächste Woche machen“, strahlte Trainer Jürgen Luginger. Den Matchball hat Schalke am nächsten Sonntag auswärts beim Mitkonkurrenten FC Kray.

Unten am Boden der Spielertraube lag Florian Pick – die Mitspieler stürzten sich nicht ohne Grund auf den kleinen Flügelflitzer. Zwar hatte Joy Lance Mickels in der Mitte das Tor des Tages erzielt, aber mindestens zur Hälfte ging der Treffer auf das Konto von Pick. Der ehemalige Schalker U19-Spieler hatte sich am rechten Flügel endlich einmal durchgesetzt und den Ball vors Tor gebracht, wo Mickels nur noch einschieben musste. Pick war zuvor mit seinen Dribblings immer wieder hängen geblieben, hatte aber nie aufgesteckt. Nun belohnte er sich mit der Vorlage zum entscheidenden Tor – und bestätigte nebenbei auch seinen Trainer. Denn Luginger hatte den Stürmer immer wieder lautstark angewiesen, seine Außenposition zu halten – exakt von dort bereitete er dann den Sieg vor.

Überhaupt coachte Ex-Profi „Lugi“ seine junge Mannschaft wie schon in den vergangenen Wochen sehr aktiv. Und die Truppe hörte zu, denn sie erspielte sich von Beginn an leichte Feldvorteile gegen den Tabellenvierten Oberhausen. Was in der ersten Halbzeit fehlte, waren die ganz zwingenden Torchancen – es fehlte immer wieder ein Tick. Wie bei Thomas Rathgeber, der sich den Ball zu weit vorlegte (11.) oder sich nach außen abdrängen ließ (42.). Sercan Göcer versuchte es nach einem schönen Konter aus der zweiten Reihe (21.) und den gefährlichen 25-Meter-Schuss von Mickels entschärfte RWO-Keeper Philipp Kühn kurz vor der Pause.

Nach dem Seitenwechsel hätte es sich Schalke leichter machen können, wenn Dario Schumacher mehr Konsequenz im Abschluss besessen hätte. Zunächst strich sein Schuss von der Strafraumgrenze noch knapp am Tor vorbei (47.), doch vier Minuten später hätte es eigentlich klingeln müssen: Schumacher lief nach einem langen Pass frei in Richtung Tor, wollte den Ball auf den mitgelaufenen Rathgeber quer legen und blieb mit seinem Abspiel hängen. So viele Räume ließen die Gäste nur selten zu: Oberhausen machte das Spielfeld eng, und Schalke suchte lange Zeit vergeblich nach Lösungen. Was man der Mannschaft aber bescheinigen muss: Sie gab niemals die Ordnung auf – das wäre in der Hinrunde wohl noch ganz anders gewesen. „Wir mussten geduldig spielen, weil die Oberhausener nach vorne gefährlich sind“, erklärte Luginger. Und weil Florian Pick sich in der 76. Minute auf der rechten Seite einmal durchsetzen konnte, wurde diese Geduld mit dem Siegtor durch Joy Lance Mickels belohnt.

„Wir haben verdient gewonnen“, resümierte Jürgen Luginger nach dem siebten Spiel in Folge ohne Niederlage. Noch ein weiteres, und der Klassenerhalt wäre vorzeitig geschafft – das hätte vor sechs Wochen fast niemand für möglich gehalten.

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