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Die Krempickis

23.12.2012 | 17:16 Uhr
Die Krempickis
Die Krempicki-Männer: Vater Jörg mit seinen Söhnen Connor und Gero (rechts).Foto: Thomas Schmidtke

Rotthausen.   Der Jüngste, Connor, ist mit dem FC Schalke 04 Deutscher A-Junioren-Meister geworden. Sein Bruder Gero und sein Vater Jörg, der Trainer, stehen mit dem SV Horst 08 an der Tabellenspitze der Bezirksliga-Staffel 10.

Gäbe es in Gelsenkirchen eine Wahl zur Fußball-Familie des Jahres, wären die Krempickis aus Rotthausen diesmal wohl ohne ernsthafte Konkurrenz. Das Jahr 2012 – es hätte in sportlicher Hinsicht für Vater Jörg sowie für seine beiden Söhne Gero und Connor kaum besser laufen können. Der Erfolg war ihr ständiger Begleiter.

„2012 war das beste Fußball-Jahr für uns drei“, bestätigt Jörg Krem­picki, der vor zwölf Monaten allenfalls im Nachwuchsbereich ein Begriff war. Im Sommer trat er die Nachfolge von Klaus Schmidtchen als Trainer des SV Horst 08 an und führte den am Schollbruch beheimateten Klub in der Staffel 10 der Bezirksliga nach einem personellen Umbruch überraschend zur Herbstmeisterschaft. Einer seiner Schützlinge: der 19 Jahre alte Sohn Gero.

Vater Jörg und Sohn Gero Krempicki waren bereits in der vergangenen Saison zusammen, als ihnen Ende Juni mit den A-Junioren der Horster der lang ersehnte Aufstieg in den überkreislichen Fußball gelang. Kurz zuvor hatte Geros ein Jahr jüngerer Bruder Connor einen noch größeren Coup gelandet. Mit den A-Junioren des FC Schalke 04 wurde er durch einen 2:1-Sieg im Finale gegen den FC Bayern München Deutscher Meister.

Und auch in der laufenden Saison schwimmen Connor Krempicki und seine königsblauen Mitspieler auf einer Erfolgswelle. Sie liegen nach den ersten 14 von 26 Spieltagen dieser Spielzeit mit klarem Vorsprung an der Spitze der West-Staffel in der A-Junioren-Bundesliga.

Die fußballerische Wiege der Krempicki-Söhne stand in der Nähe der eigenen Haustür auf der Sportanlage Auf der Reihe in Rotthausen. Gero und Connor Krempicki waren noch im Kindergarten, als sie für den damals noch existierenden Traditionsklub SV Rotthausen erstmals dem Ball hinterherrannten. Ihr Trainer: Vater Jörg, der während seiner aktiven Sportler-Zeit als Fußballer, Judoka, Volleyballer sowie als Sportkegler auf sich aufmerksam gemacht hatte.

Dass die Krempicki-Brüder mehr mit dem runden Leder anzufangen wussten als ihre meisten Altersgenossen, blieb nicht unbemerkt. Willi Schmalz, der Scout des FC Schalke 04, hatte ein Auge auf Connor und gewann ihn für die U 11 der Königsblauen. Gero blieb noch etwas länger in Rotthausen, aber als er das C-Junioren-Alter erreicht hatte, wechselte auch er. Zu Horst 08, dann zum VfB Hüls sowie zu Rot-Weiss Essen und schließlich vor zwei Jahren zurück nach Horst.

Während Connor in seinen bislang achteinhalb Jahren auf Schalke stets der einzige Krempicki war, gab es den Spieler Gero und den Vater und den Trainer Jörg fast die gesamte Zeit im Doppelpack. „Gero hat von allen Spielern unter mir als Trainer am meisten zu leiden“, sagt Jörg Krempicki. Gero bestätigt, „dass der Trainer häufiger mit mir als mit anderen Spielern meckert“. Aber: „Unser Verhältnis ist top. Besser geht es nicht.“

Vertrag läuft im Sommer aus

Wer ist denn nun der talentiertere Krempicki-Filius? „Connor“, gibt auch Gero zu. Aber Vater Jörg ergänzt: „Connor hat das größere Talent. Den größeren Willen hat jedoch Gero. Connor hat erst, seitdem sein Mitspieler Julian Draxler auch überregional in Erscheinung getreten ist, so richtig begriffen, welche Möglichkeiten ihm der Fußball bei seinen Voraussetzungen bieten kann.“ Bevor Connor ab kommenden Sommer auch im Herren-Fußball durchstarten will, möchte er seinem Bruder Gero sowie seinen Eltern Barbara und Jörg nacheifern und auf der Gesamtschule Berger Feld sein Abitur bauen.

Vater Jörg schaut häufiger mal beim Training der Schalker A-Junioren zu und ist stets von den Methoden eines Norbert Elgert begeistert. „Von ihm habe ich vieles mit den Augen gestohlen“, sagt er schmunzelnd. Was wiederum dem SV Horst 08 in der Bezirksliga zugute kommt. Das erste halbe Jahr als Trainer im Männer-Fußball hat ihm großen Spaß gemacht. Die Konstellation, dass der Verein nach der Trennung von Klaus Schmidtchen und dem Abgang mehrerer Leistungsträger einen Neuanfang machen musste, bezeichnet er als optimal für ihn. „Ich glaube nicht, dass die alte Mannschaft bereit gewesen wäre, viermal wöchentlich auf dem Trainingsplatz zu stehen“, mutmaßt er.

Sein Vertrag beim SV Horst 08 läuft im kommenden Sommer aus. Die Ambitionen, zu einem anderen Verein zu gehen, sind bei ihm sehr gering. „Grundsätzlich sind wir uns einig, den Weg gemeinsam weiterzugehen“, sagt Jörg Krempicki. „In Horst finde ich ein Umfeld vor, das zu mir passt. Die Senioren- und die Juniorenabteilung sind nach den Vorkommnissen im vergangenen Sommer noch enger zusammengewachsen. Es entwickelt sich etwas in diesem Verein.“

An dieser Entwicklung möchte auch Gero mitwirken, obwohl ihm einige Angebote von höherklassigen Klubs vorliegen. „Mein Ziel ist es nicht, auf Dauer in der Bezirksliga zu spielen“, sagt der 19-Jährige. „Ich bin offen für alles, wobei ich jedoch betonen möchte, dass es auch mir in Horst sehr gut gefällt.“ Sein größter Wunsch ist deshalb der Aufstieg mit Null-Acht in die Landesliga, um weiter am Schollbruch bleiben zu können. Wie eng er sich mit dem Klub verbunden fühlt, zeigt er auch außerhalb des Fußballplatzes. Er absolviert derzeit sein freiwilliges soziales Jahr beim SV Horst 08.

Man wird sehen, ob das Jahr 2013 für die Krempickis fußballerisch ähnlich erfolgreich sein wird wie das Jahr 2012. Spätestens in zwölf Monaten. „Ich wünsche es uns allen sehr, dass sich die Jungs weiterentwickeln“, sagt Vater Jörg. „Sie sind in einem Alter, in dem es nur vorwärts und nicht rückwärts gehen darf. Aber bei allen sportlichen Zielen steht im Vordergrund, dass unsere Familie weiterhin gesund bleibt.“

Michael Koch



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