Die DFB-Vertreter haben die Pfiffe der Fans verdient

Gute Stimmung herrschte beim Derby zwischen Rot-Weiß Oberhausen und Rot-Weiss Essen - nur nicht beim Auftritt eines DFB-Vertreters.
Gute Stimmung herrschte beim Derby zwischen Rot-Weiß Oberhausen und Rot-Weiss Essen - nur nicht beim Auftritt eines DFB-Vertreters.
Foto: Ulla Emig / Waz FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Regionalliga-Ansprache von DFB-Vizepräsident Hermann Korfmacher stößt bei den Fans von RWO und RWE auf wenig Gegenliebe. Die Erklärungen hierfür sind einfach: Die derzeitige Organisation der Regionalliga ist ein Treppenwitz. Ein Kommentar.

Oberhausen.. Die Regionalliga-Saison begann mit einem Paukenschlag: RWO gegen RWE lockte 13.145 Menschen ins Stadion Niederrhein. Darunter auch ein paar Ehrengäste. Einer von ihnen meinte, ein paar Grußworte an die Festgemeinde richten zu müssen: Hermann Korfmacher, DFB-Vizepräsident und für die Amateure im mächtigen Verband zuständig, warf sich stolz in die Brust und wollte sich für die neu geschaffene Vierte Liga mit all ihren Traditionsklubs feiern lassen. Stattdessen gab es gellende Pfiffe aus den Fankurven. Und da DFB-Funktionäre manchmal die Bodenhaftung zum gemeinen Fan verloren haben, war Korfmacher wohl ziemlich irritiert.

Wir hätten da ein paar Erklärungen: Richtig ist, dass die Regionalliga mit ihren zahlreichen klangvollen Namen aus der Vergangenheit attraktiver ist als die 3. Liga mit Klubs, die kein Fußballfreund vermissen würde. Aber dass am Ende einer strapaziösen Regionalliga-Saison mit 20 Teams der Meister noch lange nicht durch ist und am Ende vielleicht in der Relegation scheitert, ist ein Treppenwitz und einfach erbärmliche Planung.

Unverschämter könnten die feinen Herren in Frankfurt nicht demonstrieren, dass sie die Kellerluke ihrer drei Ligen zum Unterbau fast luftdicht geschlossen halten. Und dass es in dieser Saison gleich sechs Absteiger geben wird, bedeutet wohl, dass spätestens ab Platz zehn die Abstiegsgefahr beginnen wird, vielleicht schon höher.

Fernsehgelder auf Null gesenkt

Um den Ärger für die Traditionsvereine auf die Spitze zu treiben, wurden die Fernsehgelder von ehemals 100 000 Euro auf Nullkommanull gesenkt, ein weiterer Wettbewerbsnachteil zu den Zweitvertretungen der Profiklubs, die dies leichter wegstecken. Der DFB-Vize hätte sich für seine Selbst-Laudatio also besser ein Duell der Zweitvertretungen ausgesucht, da wäre ihm Applaus sicherer gewesen.

Deswegen, hochverehrter Herr Korfmacher, hatten Sie jeden Pfiff in Oberhausen verdient.