Die „bekloppten Blauen“ kämpfen für den guten Zweck

Foto: Thorsten Truetgen
Was wir bereits wissen
Seit 2013 unterstützen drei Schalker als „Blue Charity“ unter anderem das Kinderhospiz Gelsenkirchen – immer in komplett blauem Anzügen. Am 18. Juli veranstalten sie eine große Spendenparty.

Gelsenkirchen/Herten..  Die Sonne scheint an diesem Abend in Marl. Carsten Wenzel und Thomas Lamann sitzen auf der Terrasse. Um sie herum Pappkartons mit Fanartikeln. Auf dem Tisch stapeln sich T-Shirts und Trikots. Ein Paar oranger Fußballschuhe steht daneben. „Vom Obasi“, erklärt Wenzel, „mit Unterschrift. Hier ist das Beweisfoto“, sagt er und präsentiert das Bild. Darauf zu sehen: Chinedu Obasi, die orangen Schuhen in der Hand, mit drei Gestalten ganz in blau. Ihre Gesichter sind nicht zu erkennen. In den blauen Anzügen stecken Lamann, Wenzel und ihr Mitstreiter Torsten Mannek – Blue Charity.

Zurzeit plant die Gruppe ihre zweite große Spendenparty am 18. Juli auf Zeche Ewald in Herten. Livemusik, Tombola, ein DJ legt bis in die Nacht auf. „50 richtig geile Preise“ sollen in der Tombola sein. Unter anderem ein Matchworn-Trikot von Leroy Sané, ein Trainingsshirt von Papadopoulos und die Obasi-Schuhe. Dazu viele kleinere Gewinne. Der Erlös soll an das Kinderhospiz Gelsenkirchen gehen.

Für ihre Arbeit erhalten die drei viel Zuspruch, von Fans wie aktuellen und ehemaligen Spielern. Ingo Anderbrügge wird die Party als offizieller S04-Repräsentant besuchen, Marco van Hoogdalem hat sich privat als Besucher angekündigt.

Zwei Stunden Aufwand am Tag

Kurz vor Weihnachten 2013 hatten Lamann, Wenzel und Mannek sich erstmals zusammengetan. Lamann erinnert sich: „Wir haben privat kurzfristig etwas auf die Beine gestellt, ein bisschen hopplahopp.“ Schnell sei klar gewesen: Das geht noch mal. „Blue Charity – Schalke-Fans helfen“ war geboren.

Es folgten die erste Spendenparty und die Produktion eines Rap-Songs und -Videos zusammen mit Gerald Asamoah. Zwei Schecks über 3000 Euro konnten die blauen Männer an das Kinderhospiz überreichen, die Asamoah-Stiftung wurde mit einer vierstelligen Summe unterstützt. Das Kinderhospiz liegt Blue Charity besonders am Herzen: „Das war beeindruckend, als wir zum ersten Mal da waren“, so Lamann, „wenn man selbst Kinder hat, sieht man das noch mal mit anderen Augen.“

Dafür nimmt die Gruppe, zu der noch „sechs oder sieben Helfer im harten Kern“ gehören, viel auf sich. Im Schnitt zwei Stunden am Tag verwenden Lamann und Wenzel auf das Projekt – nach Feierabend, versteht sich. Neben der sichtbaren Vereinsarbeit liegt viel Organistarisches an, Besprechungen mit dem Rechtsanwalt zum Beispiel. Blue Charity ist inzwischen eingetragener Verein. „Man braucht unbedingt die Unterstützung von Partner und Familie. Anders geht’s nicht“, erklärt Wenzel.

Die haben sie – und so ziehen sie immer wieder los, ganz in Blau. Aber warum die Verkleidung? Lamann: „Es ist aufsehenerregend und bleibt im Kopf. Die Spieler werden so oft gefragt, ob sie Schuhe, ein Trainingsshirt oder ein Trikot abgeben können – die meisten Anfragen gehen da schnell unter. Die blauen Anzüge bleiben hängen.“ Dann seien sie gerne auch mal „die bekloppten Blauen.“ Und zweitens: „Wir wollen uns nicht profilieren, es geht nicht um unsere Gesichter. Wir machen das stellvertretend für alle Schalker.“