Der Fußballgott trägt königsblau

Die Erlösung kurz vor Schluss: Schalkes Leroy Sané jubelt nach seinem Siegtreffer in der 88. Minute mit seinen Teamkameraden.
Die Erlösung kurz vor Schluss: Schalkes Leroy Sané jubelt nach seinem Siegtreffer in der 88. Minute mit seinen Teamkameraden.
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Was wir bereits wissen
Die A-Junioren des FC Schalke 04 schlagen in der U19-Bundesliga den 1. FC Köln mit 1:0. Leroy Sané trifft kurz vor Schluss. Ein glücklicher Sieg gegen einen richtig starken Gegner.

Ückendorf..  Als die Kölner Spieler nach der Partie enttäuscht in Richtung Kabine schlichen, sagte Spielmacher Marcel Hartel: „Unfassbar. Und gleich heißt es wieder: Schalke hat die Qualität. Das war ne Katastrophe“. Ganz unrecht hat Hartel nicht. Dieser 1:0-Sieg der Schalker am Sonntag war kein verdienter Erfolg, dennoch aber irgendwie einer von großer Qualität.

Köln hat die Meisterschaft verspielt

Denn dieses entscheidende Tor durch den schon oft bei den Schalker Profis eingesetzten Leroy Sané in der 88. Minute war richtig gut herausgespielt. Fabian Reese behauptete den Ball auf der rechten Seite und sah Christian Sivodedov in der Mitte. Der schwedische Mittelfeldspieler leitete geschickt weiter auf Leroy Sané, der lange wartete und den Ball dann ganz überlegt an Kölns Torwart vorbeischob. Schalke jubelte, Köln lag am Boden. Denn der Traum von der Meisterschaft ist somit ausgeträumt. Der Rückstand auf Schalke beträgt schon acht Punkte.

Die Schalker sind der vierten Westdeutschen Meisterschaft in Folge mit diesem Erfolg auf jeden Fall wieder einen großen Schritt näher gekommen. Vier Spieltage vor Schluss führen sie die Tabelle mit 50 Punkten an. Verfolger Bayer Leverkusen hat bereits sechs Punkte Rückstand.

Norbert Elgert sprach nach der Partie wie gewohnt lange zu seinen Spielern und sagte ihnen: „Wir haben unser Glück für diese Saison aufgebraucht.“ Der Cheftrainer sagte ihnen aber auch: „Vielleicht haben wir uns diesen Sieg auch verdient.“ Ganz bestimmt sogar.

Denn die Schalker hatten sich vier Tage vor dem Köln-Spiel, beim 2:1-Sieg gegen Borussia Dortmund, verausgabt. Fast 65 Minuten hatten sie dort in Unterzahl gespielt. Dass die Akkus gegen Köln nicht vollständig geladen waren, war deutlich spürbar. „Sowohl die Kopfgeschwindigkeit als auch die Laufgeschwindigkeit war nicht so da“, stellte Elgert fest.

Köln war der erwartet starke Gegner. Das Team von Trainer Boris Schommers hatte die Bundesliga West in der Hinrunde dominiert, stand zwischenzeitlich mit acht Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze, bevor in der Rückrunde dann ein Leistungseinbruch folgte. „Jetzt haben sie wieder das Niveau der Hinrunde erreicht“, sagte Elgert.

Janik Schilder rettet in höchster Not

Schalkes Torwart Janik Schilder rettete nach einer halben Stunde gleich zweimal in höchster Not. Zunächst parierte er einen Kopfball von Marcel Hartel, dann auf dem Boden liegend auch noch den Nachschuss von Christian Kuehlwetter. Schalke hatte im ersten Durchgang eine Großchance durch Innenverteidiger Jacob Rasmussen, der nach einem Eckball aufs Tor köpfte, doch Kölns Torwart Sven Müller klärte mit den Fäusten.

In der zweiten Halbzeit tat sich zunächst auf beiden Seiten wenig, die Kölner bestimmten aber das Geschehen und drückten Schalke immer wieder in die eigene Hälfte. Die Königsblauen standen in der Defensive nicht immer gut, boten den Kölnern zu viele Räume. Auch bei Standardsituationen der Kölner fehlte bei Schalke häufig die Ordnung. In der 75. Minute traf Köln nach einem Freistoß nur den Pfosten. Nur fünf Minuten später hatte Marcel Hartel die nächste gute Möglichkeit, sein Schuss aus 16 Metern ging nur knapp am linken Pfosten vorbei.

Als die Schalker schon auf den Schlusspfiff warteten, um zumindest einen Punkt mitzunehmen, schlug Leroy Sané zu. Der Stürmer stand am Samstag nicht im Profikader für das Spiel gegen Freiburg und durfte deshalb in der U19 ran.

Norbert Elgert: „Wir hatten einen guten Janik Schilder. Und den Fußballgott auf unserer Seite.“