Der Ball ist rund und orange

Begeisterung für den Basketballsport will Schalkes Vorstand wecken. Eine vollbesetzte Halle ist das Ziel.
Begeisterung für den Basketballsport will Schalkes Vorstand wecken. Eine vollbesetzte Halle ist das Ziel.
Foto: Oliver Mengedoht

Gelsenkirchen..  Den regelmäßigen Besuchern der Heimspiele des FC Schalke 04 in der 1. Regionalliga wird es schon aufgefallen sein: Die Königsblauen haben ein neues Marketing-Konzept erarbeitet, um ihre Sportart noch attraktiver darzustellen. „Die Show ist für die Zuschauer wichtig. Die Leute wollen unterhalten werden“, sagt Simon Schneider, der sich gemeinsam mit Vorstandsmitglied Tobias Steinert um die strategische Marketing-Ausrichtung der Basketball-Abteilung kümmert.

Der Erfolg bestätigt die zeitintensive Arbeit des Duos. „Wir haben die Außendarstellung verändert“, betont Tobias Steinert. Ins Auge sticht das vor allem an den Spieltagen. Die Zuschauer in der Sporthalle an der Mühlbachstraße in Erle fühlen sich beim Einlaufen der Spieler zuweilen an ihre Besuche in der Veltins-Arena erinnert. Die einzelnen Akteure werden allerdings nicht wie beim Fußball als Standbilder vorgestellt, sondern dank eines Beamers und einer Leinwand sogar in Zehn-Sekunden-Videos. Carsten Geisler, der bereits in Schwelm unter Trainer Raphael Wilder tätig war, sorgt zudem für die Sound-Effekte. „Einlaufen muss einfach laut sein“, sagt der 24 Jahre alte Simon Schneider. „Unsere Gegner sollen sofort eingeschüchtert werden.“ Und der drei Jahre ältere Tobias Steinert fügt hinzu: „Wir haben aus den Möglichkeiten das Beste herausgeholt. Die Resonanz war weitgehend positiv.“

Nordkurven-Unterstützung

Vor allem jene Fans, die ihre sportliche Heimat ansonsten beim Fußball in der Nordkurve der Veltins-Arena haben, scheinen ihr Herz für Basketball entdeckt zu haben. „Die Mannschaft hat sich riesig gefreut über den Support durch die Nordkurven-Fans“, bestätigt Tobias Steinert. „Auch wenn nicht alle zu jedem unserer Heimspiele kommen werden: Ein Kern der Gruppe will bleiben, solange es keine terminlichen Überschneidungen mit den Bundesliga-Fußballern gibt.“

Die Schalker Basketballer suchen auch sonst jede Gelegenheit, um die Gemeinsamkeiten mit dem Fußball herauszustellen. „Wir sehen uns keineswegs als Konkurrenz zu den Fußballern, sondern ebenfalls als Teil des FC Schalke 04. Getreu unserem Saison-Motto: Ein Verein, eine Leidenschaft“, erzählt Tobias Steinert. „Wir wollen Basketball pushen, was für uns nicht leicht ist, weil der Fußball in Gelsenkirchen klar an erster Stelle steht.“

Mit Ralf Fährmann haben die S04-Basketballer ein echtes Zugpferd für ihre Kampagne begeistern können. „Wir verkörpern die gleichen Werte wie die Fußballer“, sagt Tobias Steinert. „Ralf steht für die Identifikation mit dem Verein.“ Mit dem Torwart der Fußball-Bundesliga-Mannschaft haben Tobias Steinert und Simon Schneider ein Video gedreht, das auf dem YouTube-Kanal der Basketball-Abteilung sehr häufig angeschaut wird.

Überhaupt die neuen Sozialen Medien. Was das anbetrifft, sind die Schalker die absoluten Vorreiter in der 1. Regionalliga. „Auch in der Pro B wären wir mit unserem Angebot sehr gut aufgestellt“, behauptet Tobias Steinert. „Wir erreichen 20.000 Menschen pro Woche über unsere Social-Media-Aktionen.“

Neben dem YouTube-Kanal, auf dem dank der Hauptsponsoren ELE und Volksbank Ruhr Mitte etwa siebenminütige Ausschnitte der Spiele der ersten Mannschaft zu sehen sind und der seit Januar 2014 fast 50 000-mal angeklickt wurde, sind die Schalker auch noch mit Twitter, Instagram, Facebook und natürlich über ihre eigene Homepage mit der Außenwelt in Kontakt. Der Relaunch im vergangenen Jahr hat der Basketball-Abteilung gut getan. „Die neue Homepage ist einfach klasse“, so Tobias Steinert. „Wir haben dadurch eine größere Umsetzungsmöglichkeit als vorher.“

Stillstand ist Rückschritt. Deshalb hat das Duo bereits die nächsten Aufgaben im Visier. „Die Planung für die kommende Saison hat bereits begonnen“, schildert Tobias Steinert. „Wir sind dabei, neue Werbepartner zu akquirieren und den Kontakt zu unseren bisherigen Partnern zu pflegen. Wobei ich betonen muss: Wir haben viele treue Werbepartner, die uns seit Jahren großartig unterstützen.“