„Das Ziel bleibt die Champions League“

Gelsenkirchen..  Die Leidenszeit für die Fans hat ein Ende, am Wochenende rollt wieder der Ball in der Fußball-Bundesliga. Und zum Rückrundenauftakt gibt es gleich das volle Programm – eine Englische Woche. Für den FC Schalke 04 bedeutet das: Am Samstag steigt das erste Heimspiel gegen Hannover 96, am folgenden Dienstag geht es zu den Bayern, und bereits am Freitag nächster Woche (6. Februar) kommt Borussia Mönchengladbach in die Arena.

Leidenszeit für die Fans heißt aber auch gleichzeitig Leidenszeit für die Profis. Denn sie schinden sich in Trainingslagern, wie etwa die königsblauen Profis in Doha, um zum Start in die zweite Saisonhälfte topfit zu sein. Doch nicht alle Schalker werden dabei sein, wenn es in der Veltins-Arena gegen Hannover 96 um Punkte geht. Sie haben noch eine längere Pause – und das nicht aus freien Stücken.

Acht wichtige Spieler waren gar nicht erst mit nach Katar gereist. Julian Draxler, Joel Matip, Jefferson Farfan, Sead Kolasinac, Chinedu Obasi, Jan Kirchhoff und Atsuto Uchida laborierten noch an ihren Verletzungen, Eric Maxim Choupo-Moting bereitete sich mit Kamerun auf den Afrika-Cup vor. Leon Goretzka war zwar im Trainingslager, trainierte aber nur individuell.

Zwar reiste Kirchhoff später nach und auch Uchida und Matip meldeten sich in der Heimat wieder fit, doch in Doha wurde die Verletztenliste auch länger. Torhüter Ralf Fährmann erlitt eine Kreuzbandzerrung, die für ihn eine mehrwöchige Pause bedeutet. Maurice Multhaup, einer von acht Spielern, die Trainer Roberto Di Matteo mit nach Katar genommen hat, die noch keine Bundesligaminute auf dem Konto haben, musste wegen einer Oberschenkelverletzung ebenso wie Dennis Aogo die Rückreise nach Deutschland antreten. Keine guten Vorzeichen also für den Rückrundenstart gegen Hannover 96.

Auch Schalkes Kapitän ist nur bedingt zufrieden. „Wir mussten ein paar Nackenschläge hinnehmen. Aber jammern hilft nicht“, sagt Weltmeister Benedikt Höwedes. Dafür freut er sich aber, dass er in der Defensive einen neuen Mitspieler begrüßen darf. Roberto Di Matteo bekam seinen Wunschspieler von Manchester City, und so reiste Matija Nastasic verspätet nach Doha nach.

„Wir mussten auf die Verletztensituation reagieren“, sagt auch Benedikt Höwedes. „Ich glaube, dass wir einen Spieler verpflichtet haben, der uns weiterbringen wird, der dafür sorgen wird, die Defensive zu stabilisieren. Er ist ein sehr zweikampfstarker und robuster Verteidiger, der eine gute Mentalität in die Truppe reinbringen wird.“

Trotz dieser vielen Verletzten – der FC Schalke 04 hat sich zum Ende der Hinrunde eine gute Ausgangsposition für den Rest der Saison geschaffen. Als Bundesliga-Fünfter beträgt der Abstand zum Dritten, der einen sicheren Platz in der Champions League garantiert, gerade mal ein Punkt. Was wäre nur gewesen, wenn die Verletztenmisere nicht so drastisch ausgefallen wäre?

Auch auf diese Frage hat der Kapitän eine passende Antwort. „Andere Mannschaften haben auch mit Verletzten zu kämpfen, auch Dortmund und Bayern“, sagt Benedikt Höwedes. „Die Bayern können halt mal eben zehn Spieler nachwerfen oder sie haben 15 Spieler in der Hinterhand, die sie auf das Feld schicken können. Wir haben diese finanziellen Mittel nicht. Wir haben damit gearbeitet und gepunktet, aus der Jugend Leute nachzuschieben. Das hat uns letztes Jahr in der Rückrunde auch stark gemacht. Aber natürlich spielt Bayern auf einem anderen Niveau weiter, als wir das vielleicht können. Wir haben uns zum Ende der Hinrunde wieder oben rangekämpft, Anschluss gehalten und das wollen wir versuchen beizubehalten.“ Und der 26-Jährige ergänzt: „Wir geben keine anderen Ziele aus. Es bleibt die Champions League. Ganz egal, was für Personal gerade zur Verfügung steht, wir müssen versuchen, oben dranzubleiben.“