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Das Aus kommt nicht überraschend

18.11.2007 | 22:46 Uhr

In wenigen Jahren ein Minus von 180 000 Euro erwirtschaftet. Für den ehemaligen Vorsitzenden Hans Dietrich war die Entwicklung absehbar. Was wird jetzt aus dem Fürstenberg-Stadion?

FUSSBALL STV HORST Das bevorstehende Aus für die STV Horst bewegt die Gemüter. Ein traditionsreicher Name verschwindet, aber viele Fragen bleiben offen, vor allem die, wie ein Amateur-Verein innerhalb weniger Jahre mehr als 180 000 Euro an Verbindlichkeiten anhäufen konnte. Wenn einer eine Antwort darauf geben kann, dann ist es der langjährige Vorsitzende Hans Dietrich. Gemeinsam mit Rüdiger Kürschners, der während seiner Amtszeit in verschiedenen Funktionen für die Emscher-Husaren tätig war, ist er nicht erst in diesen Tagen in die Zielscheibe der Kritik der Mitglieder geraten.

"Das mit den 180 000 Euro kann stimmen", räumt Hans Dietrich ein. "Aber so genau kann ich das nicht sagen, denn wir haben bei Amtsübergabe zu Beginn 2007 keinen Kassensturz gemacht." Der ehemalige Klub-Chef gibt zu bedenken, dass den Verbindlichkeiten mit dem Vereinsheim ein Gegenwert von angeblich 80 000 Euro entgegenstehe. "Und wenn man weiß, dass die Mannschaft jedes Jahr 10 000 Euro kostete und die Einnahmen gegen Null tendierten, kommt man in all den Jahren in etwa auf 180 000 Euro."

Hans Dietrich leitete die Geschicke der Emscher-Husaren seit dem 13. September 1998. Er trat damals die Nachfolge von Hans Rüther an. Eine seiner ersten Amtshandlungen war, die Fußball-Abteilung der STV Horst-Emscher auszugliedern, als STV Horst-Emscher Husaren neu zu gründen und den Altverein in die Insolvenz zu schicken. Der Nebeneffekt: Man war mit einem Schlag die Altschulden von 250 000 Mark los und konnte wieder unbelastet von vorne (miss-) wirtschaften. Am 14. Januar dieses Jahres trat Hans Dietrich zurück, etwa zwei Monate nach seinem Mitstreiter Rüdiger Kürschners. Eine Hauptverantwortung für den Niedergang der STV Horst sieht er offensichtlich nicht.

"Die beiden Buhmänner sind weg, und es hat nur ein Jahr gedauert, bis der Verein so weit wie heute ist", sagt Hans Dietrich mit leicht sarkastischem Unterton. "Schade um die STV, aber das hat sich schon vor zehn Jahren angedeutet. Rüdiger Kürschners und ich haben uns immer um Unterstützung bemüht, aber es war ein Kampf gegen Windmühlen. Ein Verein ist ein Zusammenschluss von Gleichgesinnten. Wenn es keine gibt, dann gibt es auch keinen Verein mehr."

Interessant dürfte auch sein, wie es mit dem Fürstenberg-Stadion weitergeht, das noch von der STV Horst eigenverantwortlich genutzt wird. Die altehrwürdige Sportanlage macht einen verkommenen Eindruck. Auf dem unebenen Rasenplatz ist Fußball auf höherem Niveau nicht mehr möglich, und die Stehränge sind nur noch auf eigene Gefahr nutzbar. Trotz warnender Stimmen hatte Gelsensport vor neun Jahren der Übertragung der Nutzung von der alten STV auf die neue STV zugestimmt.

Von Michael Koch


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