Bueraner brechen mit alten Traditionen

Die A-Junioren der SSV Buer mussten sich in der Zwischenrunde dem späteren Turniersieger SG Wattenscheid 09 mit 0:2 geschlagen geben. Anil Sakir Demir (M.) störte immer schon weit vorne, hier Samir Hammouda (l.).
Die A-Junioren der SSV Buer mussten sich in der Zwischenrunde dem späteren Turniersieger SG Wattenscheid 09 mit 0:2 geschlagen geben. Anil Sakir Demir (M.) störte immer schon weit vorne, hier Samir Hammouda (l.).
Foto: Oliver Mengedoht

Buer..  Der neue Jugendvorstand der SSV Buer ist in dieser Zusammensetzung noch nicht lange im Amt. Aber er scheut sich bereits jetzt nicht, mit gewissen Traditionen zu brechen. Getreu dem alten Indianer-Motto: Wenn dein Pferd tot ist, dann steige ab. Erstmals in der jüngeren Vergangenheit verzichteten die Bueraner darauf, von den Zuschauern ein Eintrittsgeld für ihr Pfingstturnier zu verlangen.

„Die neue Regelung hat sich bewährt“, stellte der neue Jugendleiter Norman Dauksch nach Abschluss der anstrengenden drei Tage fest. „Wir hatten mehr Zuschauer als zuletzt und höhere Einnahmen durch den Verkauf von Speisen und Getränken sowie von Losen.“ Es blieb deshalb mehr für die Vereinskasse übrig als in den vergangenen Jahren.

„Das Preisgeld von insgesamt 975 Euro haben wir diesmal durch Sponsoren gedeckt“, teilte Vorsitzender Norbert Bauer mit. Was darüber hinaus vereinnahmt wurde, kommt diesmal voll und ganz der Vereinsarbeit im Jugendbereich zugute. Der 65-Jährige konnte sich, was die Durchführung der anspruchsvollen Veranstaltung anbetrifft, auch in diesem Jahr auf ein funktionierendes Team in der Jugendabteilung verlassen. „Das passt schon“, sagt der langjährige Funktionär, der einen großen Teil seiner freien Zeit für den Verein opfert und sich beim Pfingstturnier bewusst etwas im Hintergrund hält.

Die jüngeren Leute, die in der Vereinsarbeit nachrücken, sind auch bei der kommenden, bei der dann 43. Auflage des Bueraner Pfingstturniers im Jahre 2016 gewillt, den nächsten Zopf abzuschneiden und mit einer weiteren Tradition zu brechen. „Wir werden im kommenden Jahr kein A-Junioren-Turnier mehr veranstalten, sondern stattdessen versuchen, ein hochkarätiges U12- oder U13-Turnier aufzuziehen“, verrät Norman Dauksch. Ein SSV-Pfingstturnier ohne A-Junioren? Noch vor einigen Jahren unvorstellbar.

Die Vorteile liegen allerdings klar auf der Hand. Bei den A-Junioren lässt die Bereitschaft, sich über das lange Pfingstwochenende auf dem Fußballplatz zu quälen, stetig ab. Diesmal waren nur noch neun Mannschaften in dieser Altersklasse am Start. Selbst ein Verein wie Westfalia Herne, der großen Wert auf eine gute Nachwuchsarbeit legt, bekam kein schlagkräftiges Team zusammen und musste die ursprüngliche Zusage zurückziehen. Und außerdem: Die A-Junioren-Kicker werden kaum noch von ihren Eltern oder von anderen Verwandten begleitet.

„Es bringt doch nichts, das Turnier künftig mit A-Junioren-Mannschaften aus der Kreisliga B aufzufüllen“, sagt Norman Dauksch. Ihm schwebt eine große Lösung vor: ein D-Junioren-Turnier mit Mannschaften aus den Nachwuchs-Leistungszentren. „Mit dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund als Zugpferde“, fügt der SSV-Jugendleiter hinzu. Noch eine Wunsch-Vorstellung, aber 2016 vielleicht schon Wirklichkeit. In dieser Altersklasse sind zudem auch die Eltern noch mit Feuereifer bei der Sache - beim Anfeuern ihrer Kinder und auch beim Verzehr.

Spieler-Eltern geben Rückhalt

Unter dem Strich blickt Norman Dauksch sehr zufrieden auf die drei Turniertage an der Löchterheide zurück. „Wir haben sehr positive Feedbacks von den Zuschauern und von den Mannschaften erhalten“, teilte er mit. Was die Rothosen auf die Beine stellten, konnte sich auch diesmal in der Tat wieder sehen lassen. Wie seine Vorgänger im Amt hatte auch er durch engagierte Spieler-Eltern den nötigen Rückhalt. Sie waren sich nicht zu schade, ihre Pfingsttage hinter dem Bratwurst- oder dem Bierstand zu verbringen.

Eine Hüpfburg, ein Kettenkarussell und ein Street-Soccer-Court sorgten außerhalb des Spielfeldes für Abwechslung. Außerdem warteten eine Tombola und Abendunterhaltung mit Musik und Tanz auf die Besucher. „Höhepunkt war das fast 30 Minuten dauernde Höhenfeuerwerk am Samstag“, so Norman Dauksch.

Mit einer Tradition will auch er nicht brechen: Das Pfingstturnier in Buer wird auch künftig über Pfingsten stattfinden. Die Freunde des Jugendfußballs sollten sich deshalb schon mal den 14. bis 16 Mai 2016 für einen Besuch der Sportanlage Löchterheide vormerken.