Brisanz im Derby erhöht sich

Daniel Boahene (links), hier im Trikot von Hannover im ProB-Duell mit Dorstens Nino Janoschek.
Daniel Boahene (links), hier im Trikot von Hannover im ProB-Duell mit Dorstens Nino Janoschek.
Foto: Felix Hoffmann
Als hätten die Derbys in der 1. Regionalliga der Basketballer zwischen dem FC Schalke 04 und der BG Dorsten nicht schon genug Brisanz! Durch den Wechsel von Daniel Boahene, der Ende Januar in Dorsten den Laufpass erhielt und danach bei den Königsblauen anheuerte, wird das Duell der Nachbarn zusätzlich angeheizt.

Gelsenkirchen..  Als hätten die Derbys in der 1. Regionalliga der Basketballer zwischen dem FC Schalke 04 und der BG Dorsten nicht schon genug Brisanz! Durch den Wechsel von Daniel Boahene, der Ende Januar in Dorsten den Laufpass erhielt und danach bei den Königsblauen anheuerte, wird das Duell der Nachbarn zusätzlich angeheizt. Der Sprungball in der Sporthalle an der Mühlbachstraße in Erle ist zwar erst am Samstag um 19.30 Uhr, aber das erste Gerangel hat bereits außerhalb des Spielfeldes stattgefunden.

Die Dorstener unterstellen, dass es bei dem Wechsel nicht mit rechten Dingen zugegangen sei und zweifeln die Freigabe an. Das kann Schalkes Manager Boris Liebing nicht nachvollziehen. „Daniel Boahene ist am Montag vor dem Spiel in Wulfen an uns herangetreten und hat uns mitgeteilt, dass er Stress in Dorsten habe und dass er zu uns wechseln wolle“, erzählt er. Er verschweigt nicht, dass sich Schalke vor der Winterpause um den ehemaligen Hannoveraner bemüht habe. „Aber damals“, so Boris Liebing, „hatte Dorsten ihn nicht abgeben wollen. Danach war das Thema für uns bis zu jenem Montag durch gewesen.“

Was die Freigabe anbetrifft, wähnen sich die Schalker auf der sicheren Seite. In der Auflösungsvereinbarung zwischen der BG Dorsten vom 26. Januar, die der WAZ in Kopie vorliegt, hat die BG dem Spieler ohne jede Einschränkung die sofortige Freigabe erteilt und ihm zugesichert, nach Rückgabe der Vereinssachen das Gehalt für Januar 2015 zu zahlen. Unterzeichnet für die BG Dorsten hat Vorsitzender Bruno Kemper. Zudem haben sich die Schalker rechtliche Sicherheit vom Deutschen Basketball-Bund geholt.

Daniel Boahene wird deshalb an diesem Samstag sein Debüt für Schalke geben, obwohl ihm in der vergangenen Woche eine Erkältung zu schaffen gemacht hat. Auch ohne den 2,03 Meter großen Center hält Schalkes Trainer Raphael Wilder den Tabellensiebten aus Dorsten immer noch auch sportlich für einen unangenehmen Widersacher. „Die erste Fünf von Dorsten kann mit jeder ersten Fünf der Liga mithalten“, behauptet der Head-Coach. „Vielleicht ist die Bank nicht ganz so tief besetzt wie bei anderen.“

Drei Ex-Schalker bei der BG Dorsten

Zu den ersten Fünf gehört auch Atanas Penev, der in der vergangenen Saison noch für Schalke traf. Mit Steffen Piechotta und Willi Köhler, der nach einem halben Jahr in den USA ins Ruhrgebiet zurückgekehrt ist, kommen zwei weitere letztjährige Schalker zurück an die Mühlbachstraße.

Nach dem 120:71 beim BSV Wulfen streben die Königsblauen den nächsten Derbysieg an. „Uns bleibt nichts anderes übrig als zu gewinnen, zu gewinnen und zu gewinnen. Alles andere zählt nicht, wenn wir unsere theoretische Chance auf den Meistertitel wahren wollen“, betont Raphael Wilder. Ob sein Team noch weiter hoffen darf, hängt auch vom Ausgang des Gipfeltreffens an diesem Samstag zwischen dem UBC Münster und RheinStars Köln ab.

Nach zwei aufeinanderfolgenden Blow-Out-Siegen hat Raphael Wilder dafür gesorgt, dass keiner seiner Spieler in Versuchung gekommen ist, die Bodenhaftung zu verlieren. „Jedes Spiel ist anders und keines ist leicht“, mahnt der 61-Jährige. „Ich lasse es nicht zu, dass die Mannschaft denkt, sie sei so toll.“

Dass es dem Verein in den letzten Wochen gelungen ist, mit Nikita Khartchenkov und Daniel Boahene zwei dicke Fische an die Transfer-Angel zu bekommen, erfreut natürlich auch Raphael Wilder. Aber er gibt auch zu bedenken: „Bei aller Qualität: Das sind zwei neue Spieler. Wir müssen mit ihnen, was das Einspielen der Systeme anbetrifft, bei null anfangen. Das ist wahnsinnig und anstrengend.“

Der ehemalige Schwelmer empfindet das, was er derzeit mit seinen Schützlingen praktiziert, als „zehn Schritte rückwärts“. Denn: „Wir müssen derzeit im Training das machen, womit wir bereits vor sechs oder sieben Monaten begonnen hatten. Wir müssen uns alles neu erarbeiten.“ Sollte Daniel Boahene bei seinem Debüt im Schalker Dress so einschlagen, wie es Nikita Khartchenkov im Pokal in Uerdingen und in der Meisterschaft in Wulfen getan hat, hätten sich jedoch alle Trainingsmühen doppelt und dreifach ausgezahlt.