Biathlon auf Schalke – ein Rennen mit eigenen Gesetzen

Laura Dahlmeier und Florian Graf gewannen im Vorjahr die Biathlon World Team Challenge.
Laura Dahlmeier und Florian Graf gewannen im Vorjahr die Biathlon World Team Challenge.
Foto: Ralf Rottmann
Was wir bereits wissen
Laura Dahlmeier und Florian Graf wollen auf Schalke ihren Titel verteidigen. Doppel-Olympiasieger Martin Fourcade startet mit Anais Chevalier.

Gelsenkirchen.. Als Herbert Fritzenwenger das Starterfeld der World Team Challenge vorstellte, tat er das mit einer gehörigen Portion Stolz. Dem Cheforganisator der Biathlon World Team Challenge 2014 ist es wieder gelungen, die Weltelite des Biathlons nach Gelsenkirchen zu holen. Zehn Mixed-Teams werden heute Nachmittag vor über 40 000 Zuschauern in der Veltins-Arena um den Titel kämpfen, sich bis zur Erschöpfung verausgaben.

Fritzenwenger und Neuner kommentieren

Fritzenwenger, der das Rennen gemeinsam mit Magdalena Neuner kommentieren wird, spricht von einem sehr ausgewogenen Starterfeld. Mit Martin Fourcade kommt „der Mann der Stunde“ nach Gelsenkirchen. Der Doppel-Olympiasieger von Sotschi wird mit Europameisterin Anais Chevalier für Frankreich ins Rennen gehen. „Es war sein Wunsch, mit Anais Chevalier an den Start zu gehen, er traut ihr viel zu“, sagt Fritzenwenger. Die Vorfreude bei Martin Fourcade, dem Weltcup-Führenden, ist auf jeden Fall groß. „Ich komme, um diese Show zu genießen. Aber auch, um einen guten Wettkampf zu zeigen“, sagte der 26-Jährige und versprach: „Biathlon auf Schalke ist ein großartiger Wettbewerb, ich werde 100 Prozent geben.“

Interview Für Deutschland gehen beim Heimspiel auf Schalke gleich zwei Staffeln an den Start. Dem Duo Laura Dahlmeier und Florian Graf dürfte die Unterstützung der Zuschauer gewiss sein. Bei der vergangenen Auflage gelang den Youngstern mit einem Überholmanöver in der letzten Kurve der Überraschungssieg. Schalke stand in einem Herzschlagfinale Kopf. „Das war hier in der Arena lauter als beim Fußball“, sagte Fritzenwenger. Erik Lesser und Franziska Hildebrand gehen als zweites deutsches Team an den Start. Auch ihnen traut Fritzenwenger, der als aktiver Biathlet Mannschafts-Silber bei der Weltmeisterschaft 1989 gewann, eine Menge zu.

Das Team Ukraine, das Valentina Semerenko und Sergej Semenov bilden, hat der Cheforganisator ebenfalls auf der Liste: „Ein Team, das vorne mitspielt.“ Beide Biathleten seien ausgezeichnete Schützen. Logisch, dass sich Fritzenwenger einen deutschen Sieg wünscht. Der 52-Jährige stellt aber klar: „Das hier ist Sport und nicht ‚Wünsch dir was’“.

"Alles auf engstem Raum, jede Bewegung wird beobachtet“

Die Schwierigkeit der 1,4 Kilometer langen Loipe, die rund um die Arena und dann wieder ins Stadion führt, sei, dass es keine Steigungen und somit auch kein Gefälle gibt. „Es besteht also keine Möglichkeit, zu regenerieren“, sagt Fritzenwenger. Und: „Der Geräuschpegel ist deutlich höher als bei normalen Rennen, alles auf engstem Raum, jede Bewegung wird beobachtet.“ Für die Athleten sei es ein absolutes Highlight, wenn sie durch den Tunnel ins Stadion laufen. „Einfach geil. Ein Gänsehautmoment, den sie so bei Weltcups nicht haben.“ Fritzenwenger: „Das Rennen auf Schalke hat seine eigenen Gesetze.“