Bereitschaft und Wille
09.08.2009 | 20:17 Uhr 2009-08-09T20:17:00+0200
Kämpferisch überragender SC Hassel sorgt mit dem 1:0 gegen den BV Brambauer für eine Überraschung. Michael Borzek erzielt das Tor des Tages.
SC Hassel - BV Brambauer 1:0 (0:0)
Tor: 1:0 Michael Borzek (83.).
SC Hassel: Stauder, Koch, Schlüter, T. Heitbreder, Ligmann (87. Demtröder), Koch, Hester, Schulz, Buda, Borzek, Demirbay (90. J. Heitbreder), Moritz (81. Hermans).
Das war ein Auftakt, der richtig Spaß gemacht hat. Dank einer überragenden kämpferischen Leistung sorgte der SC Hassel mit dem 1:0 gegen den BV Brambauer für die erste Überraschung in der noch jungen Westfalenliga-Saison. Michael Dier, der neue Trainer der Rasselbande, strahlte nach dem Abpfiff über beide Wangen. „Natürlich hatten wir in einigen Situationen das nötige Glück”, meinte er. „Aber insgesamt war dieser Erfolg nicht unverdient. Entscheidend waren die Bereitschaft und der Wille, die das Team an den Tag gelegt haben.”
Das einzige Tor erzielte Michael Borzek sieben Minuten vor Schluss. Nach einem eklatanten Ballverlust von Brambauers Michael Häming erkannte der Routinier die Gunst der Sekunde, zog aus 20 Metern ab und traf flach in die linke untere Ecke. Ein Super-Debüt des früheren Zweckelers, der sehr mannschaftsdienlich agierte und oft sehr früh den Spielaufbau der Gäste erfolgreich störte.
Michael Borzek war zwar der älteste, aber nur einer von insgesamt sechs Zugängen in der Hasseler Start-Elf. Die Grün-Weißen waren zwar neu formiert, aber sie machten zu keiner Zeit den Eindruck eines bunt zusammengewürfelten Haufens. Es war schon erstaunlich, wie homogen dieses Gebilde auftrat. Daran hatte auch Heinz Stork, der langjährige Geschäftsführer, seine helle Freude. „Toll, wie aufopferungsvoll das Team gefightet hat”, sagte er.
Der BV Brambauer, der am 3. Mai an gleicher Stätte mit 5:1 gewinnen konnte, zeigte sich sichtlich überrascht. Die Gäste aus Lünen stellten vielleicht die besseren Einzelspieler, aber insgesamt war die Begegnung, was die Anzahl der Tormöglichkeiten und die Spielanteile anbetraf, recht ausgeglichen. „Wir haben zu langsam nach vorne gespielt”, meinte BVB-Trainer Dirk Bördeling verärgert. „Das war gegen diese Hasseler Elf nicht das probate Mittel.”
Eine Entdeckung der unterhaltsamen Partie war Hassels Andre´ Koch, der diesmal auf der rechten Seite in der Abwehr zum Einsatz kam und mit seinen Vorstößen immer wieder für Überraschungsmomente sorgte. Überhaupt: Abgesehen von kleineren Leichtsinnigkeiten überzeugten die Hasseler in ihrem gesamten Defensivverhalten, wobei man geneigt ist, den jungen Innenverteidiger Alexander Schlüter hervorzuheben. Und auch Torwart Sören Stauder, in der Vorbereitung nicht immer ohne Fehl und Tadel, strahlte eine große Souveränität aus.
Es bleibt die Frage: Kann der SC Hassel, der auf den meisten Tipp-Zetteln erneut als Abstiegskandidat notiert ist, eine solche Leistung über 34 Spieltage bringen, diesen Aufwand häufiger betreiben? „Genau das könnte das Problem sein”, sagt Michael Dier. „Wir haben ein junges Team, das noch einiges lernen muss und das sicherlich noch den einen oder anderen Rückschlag hinnehmen wird.” Vorerst bleibt jedoch festzuhalten: Die ersten Punkte im möglichen Kampf um den Klassenerhalt sind im Sack. Und die kann dem SC Hassel keiner mehr nehmen.
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