„Bei Khedira weiter im Rennen“

Gelsenkirchen..  Nachdem das Saisonziel verpasst ist, hat Schalkes Vereinschef Clemens Tönnies einen Umbau der Mannschaft für die neue Saison angekündigt. Manager Horst Heldt nimmt Stellung.

Wie groß wird der Umbruch sein? Allzu viele Verträge laufen ja gar nicht aus.

Horst Heldt: Aktuell legen wir zunächst den Fokus weiterhin auf die verbleibenden Spiele. Es geht darum, den fünften Platz zu sichern und sich für die Europa League zu qualifizieren. Erst dann werden wir die Planungen, die aktuell laufen, abschließen und präsentieren. Vorher ergibt das keinen Sinn.

Kann man bei Sami Khedira denn bis zum Saisonende warten?

Die Frage kann am Ende nur der Spieler bzw. sein Management beantworten. Ich gehe nach wie vor davon aus, dass es einige Vereine gibt, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Ich weiß aber auch, dass noch keine Entscheidung gefallen ist und wir weiterhin im Rennen sind.

Der Transfer wäre aber auch ohne die Einnahmen aus der Champions League zu stemmen?

Wie gesagt: Wir beschäftigen uns mit dem Transfer, befinden uns aber noch in einer Prüfung des Themas. Es muss insgesamt für Spieler und Verein passen, sportlich und finanziell. Es gibt aber auch noch weitere Aspekte, die auf beiden Seiten bei der Beurteilung eine Rolle spielen.

Auch seine Verletzungs-Historie? Da gab es in der jüngeren Vergangenheit ja Probleme.

Ich glaube, Khedira hat jetzt fünf Jahre bei Real Madrid bis auf die laufende Saison regelmäßig gespielt. In den ersten drei Jahren kommt er auf über 40 Spiele pro Saison im Schnitt, bis zu seiner Verletzung im November 2013 hat er 18 von 20 Saisonspielen absolviert – das ist keine so schlechte Bilanz bei so einem Verein. Er war bis zu seiner Kreuzband-Verletzung unangefochtener Stammspieler. Danach war er unfassbar schnell wieder fit, hat das Champions-League-Finale gespielt und gewonnen. Im Anschluss ist er dann sogar noch zur Weltmeisterschaft gefahren. Dieses Tempo ging zu Lasten seiner Gesundheit. Dass er in der Folge ausgefallen ist, rührt daher, dass er alles daran gesetzt hat, diese Ziele zu erreichen.

War es richtig, mit Klaas-Jan Huntelaar zu verlängern? Er trifft das Tor nicht mehr, soll sieben Millionen Euro pro Jahr kassieren und ist auch nicht mehr der Jüngste!

Man wird Klaas-Jan Huntelaar absolut nicht gerecht, wenn man das so bewertet. Bei einem Stürmer und Torjäger gibt es immer Phasen, in denen er mal das Tor nicht trifft. Klaas-Jan hat auf Schalke eine überragende Trefferquote, die seines Gleichen sucht. Deswegen haben wir großes Vertrauen in seine Fähigkeiten. Er wird sicherlich in nächster Zeit wieder, wie vorher, treffen.

Hat Kevin-Prince Boateng noch eine Zukunft auf Schalke? Auch er ist ein fürstlich bezahlter Star und zudem kein einfacher Charakter, der noch nicht einmal spielt.

Kevin hat zurzeit keine einfache Situation auf Schalke. Das gilt für jeden Spieler, der wenig oder gar nicht spielt. Bei ihm ist es noch einmal etwas anderes, weil er eine besondere Stellung hat. Er agiert in dieser problematischen Lage total korrekt und sehr kollegial. Er hängt sich im Training rein.

Hat er eine Zukunft auf Schalke?

Wie mit vielen anderen Spielern werden wir auch mit ihm nach Ende der Saison ein Gespräch führen. Er hat einen Vertrag bis 2016 und möchte hier besser Fußball spielen. Alles andere werden wir dann sehen.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE