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Barbara Krempicki über den Pflegeleichten und die Dickköpfe

23.12.2012 | 17:15 Uhr
Barbara Krempicki über den Pflegeleichten und die Dickköpfe
Die Frau im Fußball-Hause Krempicki: Barbara (47).Foto: Thomas Schmidtke

Rotthausen.   „Die beiden haben eine sehr gute Beziehung“, sagt sie über ihre Söhne Connor und Gero. „Ich finde es super, wie sie miteinander umgehen.“ Ihr Mann Jörg sei ein Sportfanatiker und zu 100 Prozent Schalke-Fan.

Sie fehlt fast nie. „Schalke schaffe ich immer“, sagt die Frau des Hauses Krempicki, Barbara, die sich die Spiele ihres jüngeren Sohnes Connor (18) im Trikot der Bundesliga-A-Junioren der Königsblauen nie entgehen lässt. Und die Bezirksliga-Partien des SV Horst 08 mit ihrem älteren Sohn Gero (19) und ihrem Mann Jörg (49), dem Trainer? „Bei schlechtem Wetter“, sagt sie, „klemme ich mir die schon mal.“

Wenn die 47-Jährige nicht diese Männer hätte, würde sie sich Fußball wohl komplett klemmen und vielleicht noch mehr Zeit für Handball investieren – dank ihrer Freundin Alex Kleebach, die Beachhandball-Nationalspielerin war, ist sie ein großer Fan der Sand-Variante. „Das ist schon toll“, sagt Barbara Krem­picki, die selbst auch einmal Volleyball gespielt hat. Zum Spaß halt. Und Fußball? „Wenn das nicht wäre, hätte ich wahrscheinlich gar nichts mit Fußball zu tun“, sagt sie. „Es hat mich eigentlich nie interessiert.“ Das sind eben Connor, Gero und Jörg.

Der Vater ist auch der Trainer

Der eine Bruder sieht nicht aus wie der andere, „äußerlich sind sie gemischt“, sagt Barbara Krempicki. „Es sind auch ganz unterschiedliche Typen. Der eine kommt nach mir, der andere nach seinem Vater.“ Um die Spannung zu nehmen: Gero ähnelt eher seiner Mutter, Connor eher seinem Vater. Diese Unterschiede führen allerdings überhaupt nicht zu Komplikationen. „Die beiden haben eine sehr gute Beziehung“, sagt ihre Mutter. „Ich finde es total super, wie sie miteinander umgehen.“ Kein Problem sieht sie auch in der Tatsache, dass ihr Mann Jörg nicht nur Geros Vater, sondern auch dessen Trainer beim SV Horst 08 ist. „Wahrscheinlich ist es für Gero manchmal sogar schwieriger, weil Jörg ihn etwas härter rannimmt, damit es nicht so aussieht, als bevorzuge er ihn.“

Und wie sind sie nun, diese drei Krempicki-Männer? Barbara Krempicki schmunzelt. „Gero“, sagt sie dann, „ist höflich, hilfsbereit, freundlich.“ Pflegeleicht? „Total!“ Und Connor? „Er ist ein Dickkopf“, sagt sie. Und Ehemann Jörg? Barbara Krempicki lacht nur und sagt: „Ein Sportfanatiker.“

Auf der Matte und auf der Asche

Als Barbara Krempicki ihren Jörg kennenlernte, hatte dieser mit Fußball gerade nichts zu tun: Judo beim JC Koriouchi und ein bisschen Volleyball standen an der Tabellenspitze. Später dann begannen auch die Krempicki-Söhne zweigleisig: auf der Matte und auf der Asche beim SV Rotthausen. „Ich wäre mehr für Judo gewesen“, sagt sie, „aber die Jungs haben sich für Fußball entschieden.“ Barbara Krempicki erinnert sich: „Die Schalker wollten Connor schon haben, als er noch bei den Mini-Kickern war. Da haben sie sich bei mir die Zähne ausgebissen. Aber irgendwann sagte mein Mann dann: Es geht nicht mehr, er muss jetzt gehen.“ Er ging – und er darf sich bekanntlich seit dem 17. Juni Deutscher A-Junioren-Meister nennen. Und was glaubt sie, kann ihr jüngerer Sohn als Fußballer noch erreichen? „Vom Talent her traue ich ihm einiges zu“, sagt die Versicherungskauffrau. „Aber Talent allein reicht nicht immer, es gehört auch eine Portion Glück dazu.“

Barbara Krempicki fühlt sich wohl. Ihr Fußball-Wissen ist endlich auch einmal gefragt. Sonst, wenn etwa der Fernseher im Hause Krem­picki läuft, ist ihre Meinung nicht so sehr begehrt. „Ich darf ja nichts sagen, ich habe ja keine Ahnung“, erzählt sie. Und wenn sie doch etwas sagt? „Dann gucken mich drei Gesichter an und schweigen.“

Klar: Besonders groß ist das Interesse bei den Spielen des FC Schalke 04. Dann ist Jörg Krempicki Fan. „100-prozentig“, sagt seine Frau und kennt den Gemütszustand ihres Mannes, wenn die königsblauen Ergebnisse nicht stimmen. „Dann ist er fix und fertig“, sagt sie. „Die Jungs, glaube ich, nicht so sehr.“

Andree Hagel



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