Auf der Erfolgswelle die Fans mitnehmen

Gelsenkirchen..  Platzprobleme werden sie in der Halle am Schürenkamp sicher nicht haben: Die Tribüne ist groß genug für eine richtig stattliche Kulisse. Mehr als 800 Zuschauer waren es zum Beispiel, als die Schalker Handballer hier vor Jahren mit dem Freundschaftsspiel gegen Dukla Prag einmal einen echten Leckerbissen servierten.

Die Botschaft, die sich daraus ablesen lässt, ist klar: Wenn etwas geboten wird, dann lässt sich in Gelsenkirchen auch ein Publikum für den Handball finden. Ein Faden, den die Handballer des FC Schalke 04 jetzt wieder aufnehmen wollen. Sie wollen raus aus dem Nischendasein. Und dabei die Gunst der Stunde nutzen. Beim Landesliga-Heimspiel an diesem Samstag (19.30 Uhr, Schürenkamp) gegen die DJK Westfalia Welper soll mehr geboten werden als nur der normale Kampf um Punkte.

Schalke schwimmt nach neun Siegen hintereinander auf einer Erfolgswelle, ist derzeit punktgleich mit dem Spitzenreiter TuS Bommern und hat den Aufstieg ins Visier genommen. „Es wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen“, prognostiziert Trainer Ralf Anischewski, der natürlich auch den nur einen Zähler zurückliegenden Tabellendritten HC Heeren-Werve mit auf seine Aufstiegsrechnung nehmen muss. Für das heutige Spiel gegen den Tabellenneunten Welper ergibt sich daraus: Punktverluste sind verboten. Auch wenn der enorm kampfstarke Gegner den Schalkern beim Hinspiel mit seiner offensiven 4:2-Deckung einige Probleme bereitet hat. „Wir haben uns damals schwer getan und mussten eine Top-Leistung abliefern, um am Ende deutlich zu gewinnen“, erinnert sich Anischewski, der heute weiterhin auf die verletzten Matthias Bober und Nils Beyer verzichten muss. Beide werden auch über das spielfreie Karnevalswochenende hinaus pausieren müssen, mit Beyer rechnet Anischewski eventuell wieder am 19. Februar im Pokal. Indes zeigt der Trainer auch dabei das Selbstbewusstsein, das die Schalker Handballer derzeit an den Tag legen: „Wir sind gut aufgestellt und werden das wegstecken.“

Schließlich will Schalke ja die Gunst der Stunde nutzen, und dazu zählt auch, dass die Schalker Fußballer bereits am Freitagabend ihr Heimspiel gegen Mönchengladbach ausgetragen haben – ergo am Samstag vielleicht auch der eine oder andere Fußballfan einmal den Weg zu den Handballern finden kann. Und deswegen hat sich Schalke etwas Besonderes einfallen lassen: Jeder Zuschauer, der in Blau und Weiß gekleidet erscheint, hat freien Eintritt.

Die Werbeaktion beginnt schon mit dem Heimspiel der zweiten Mannschaft gegen den TV Datteln (Anwurf 17.30 Uhr), zu dem alle Mitglieder und Freunde freien Eintritt haben und allen Kindern und Jugendlichen ein Freigetränk spendiert wird. Zusätzlich nimmt jeder Zuschauer beim Spiel der Ersten gegen Welper kostenlos an einer Tombola teil, bei der ein sehr attraktiver Preis ausgelobt ist. „Wir versuchen, den Handball in Gelsenkirchen etwas zu pushen“, erklärt Anischewski: „Hier bewegt sich etwas.“

300, vielleicht 350 Zuschauer wären eine prima Kulisse. Platz genug ist ja in der Halle am Schürenkamp.