Am Anfang steht der Pate bei
03.08.2010 | 16:43 Uhr 2010-08-03T16:43:00+0200
Neue Männer/Frauen an der Pfeife braucht das Land! Am 30. August um 18 Uhr beginnt in der Schiedsrichter-Vereinigung Gelsenkirchen/Gladbeck/Kirchhellen am Schürenkamp der zweite Schiedsrichter-Lehrgang in diesem Jahr. An fünf Abenden innerhalb von zwei Wochen findet der Lehrgang statt, danach erfolgt die Prüfung.
Das Schiedsrichterwesen war in letzter Zeit nicht gerade ein Selbstläufer: Erst der Hoyzer-Skandal, nun die Aufregungen um die Endlos-Geschichte Amerell/Kempter: Die Schwarzkittel haben schon bessere Zeiten erlebt. Dass es sich dennoch lohnt, den Weg einzuschlagen, dafür will Dominik Nowak, Schiedsrichter im Kreis, gerne als Beispiel dienen: „Die Schiedsrichterei dient auf jeden Fall der Persönlichkeits-Entwicklung und schult die Menschen-Kenntnis und die Souveränität ungemein“, so der 29-Jährige aus Kirchhellen, der wie so viele andere aus Zufall dazu gestoßen ist. Früher noch bei Beckhausen 05 als Rechtsverteidiger aktiv, wurde er durch einen Freund animiert, auch mit dem Argument, „ein bisschen sein Taschengeld aufbessern zu können“. Inzwischen pfeift der berufstätige Lehrer in der Dritten Liga und steht im Schiedsrichter-Gespann von Zweitliga-Referee Christian Fischer an der Seitenlinie. Fernziel: Natürlich der Einsatz in der Bundesliga!
Im Fußballkreis sind des weiteren mit Marcel Neuer (NRW-Liga) – Bruder des Nationaltorhüters Manuel – , Kathrin Heimann, Stefan und Christian Tendyck sowie Jens Sielemann Schiedsrichter tätig, die erst vor rund zehn Jahren ihre Prüfung absolviert haben und bereits in höheren Klassen pfeifen.
Zurück zu den Anfängen: An den fünf Abenden werden die Ausbilder des Kreises die 17 Fußballregeln mit den Schiri-Anwärtern durcharbeiten. Im Kreis sind zurzeit knapp 200 Unparteiische in den Klassen von der Jugend bis zur 3. Bundesliga tätig, darunter sechs Frauen. Bundesweit sind in diesem Jahr 75 769 im Einsatz. Trotz eines hin und wieder rüden Umgangstons behaupten sie sich Woche für Woche in den Stadien.
Nach bestandener Schiedsrichterprüfung erfolgen die ersten Laufwege der neuen Referees in der Praxis mit Hilfe erfahrener Kollegen, den sogenannten Paten. Natürlich passieren den Novizen zwangsläufig häufiger Fehler. Da dem jungen Schiedsrichter in der heutigen Zeit kaum Zeit zum Lernen zugestanden wird, liegt hier das Hauptproblem. „Insbesondere in den unteren Klassen ist das Verhalten von Trainern, Spielern und Zuschauern häufig nicht tolerierbar“, weiß Werner Schütte, Vorsitzender des Kreisschiedsrichter-Ausschusses, aus leidvoller Erfahrung, „wenn Spieler der eigenen Mannschaft Fehler begehen, wird ihnen das kaum negativ ausgelegt. Die gleiche Toleranz wünschen wir uns auch für unsere Schiedsrichter.“
Dennoch hofft Schütte auf viele Interessenten, die sich schriftlich bei ihm melden können: Märker Grund 12, 44287 Dortmund oder unter „werner.schuette@gmx.de“
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