Als bei Schalke gegen Hannover neun Tore fielen

Lewis Holtby war beim Rückrundenstart gegen Hannover 96 vor zwei Jahren Schalkes Bester. Jetzt spielt Holtby beim Hamburger SV.
Lewis Holtby war beim Rückrundenstart gegen Hannover 96 vor zwei Jahren Schalkes Bester. Jetzt spielt Holtby beim Hamburger SV.
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Was wir bereits wissen
Als Hannover 96 vor zwei Jahren zum Rückrundenstart nach Schalke kam, fielen neun Tore. Fünf davon für den FC Schalke 04. Ein verrücktes Spiel, bei dem Hannovers Mame Diouf mit einem Traumtor den Schlusspunkt setzte. Bester Schalker war Lewis Holtby.

Gelsenkirchen..  Dieser Sieg gegen Hannover 96 am 18. Januar 2013 tat Schalke gut. So richtig gut. Vor allem Ex-Trainer Jens Keller, es war sein erstes Bundesligaspiel als Trainer des FC Schalke 04. Und es war der erste Spieltag der Rückrunde. Gegen Hannover 96, genau wie jetzt. Schalke hatte zuvor sechs Bundesligaspiele nicht gewonnen, hinzu kam das Aus im DFB-Pokal kurz vor Weihnachten gegen den FSV Mainz 05.

Nach einer schwachen ersten Halbzeit, in der Jefferson Farfan die Königsblauen kurz vor der Halbzeit in Führung brachte, erlebten die 60800 Zuschauer im zweiten Durchgang ein Fußballfest. Das Motto: Vorne hui, hinten pfui – und das bei beiden Mannschaften. Innerhalb von 19 Minuten fielen sechs Treffer, es entwickelte sich eine echte Zitterpartie. Nach 90 Minuten stand es 5:4 und die Schalker atmeten nicht nur einmal ganz tief durch. Der Mann des Spiels war ein Schalker, der schon längst keiner mehr ist. Lewis Holtby schoss ein Tor selbst und bereitete zwei Treffer vor.

Christian Fuchs spielte in diesem Duell gegen Hannover 90 Minuten. Der Linksverteidiger ließ sich in Durchgang zwei gleich mehrfach ausspielen, das 2:2 in der 59. Minute und das 4:3 in der 68. Minute gingen auch auf die Kappe des Österreichers. Dafür leitete Fuchs das 1:0 durch eine seiner gefürchteten Einwurf-Flanken ein. Fuchs erinnert sich noch gut an den bitterkalten Abend in der Arena: „Ja, dieses 5:4. Es war ein spektakuläres Spiel. Mame Diouf hat da noch einen Fallrückzieher aus 14 Metern zum 5:4 reingemacht.“

Stimmt. Schalkes Torwart Timo Hildebrand stand zu weit vor seinem Tor, Hannovers Stürmer aus dem Senegal legte sich an der Strafraumgrenze in die Luft und überwand Schalkes Keeper in der 90. Minute. Ein Traumtor, das dieses Spiel ein letztes Mal richtig spannend werden ließ. Kurz darauf pfiff Schiedsrichter Deniz Aytekin ab und Schalke feierte.

Nicht einmal das 2:0 durch Julian Draxler, vier Minuten nach dem Seitenwechsel, konnte der Mannschaft von Jens Keller Sicherheit geben. Eine Viertelstunde später stand es nach Treffern des Ex-Schalkers Sergio da Silva Pinto und Szabolcs Huszti 2:2. In der Arena ging es Schlag auf Schlag. Marco Höger (64.) und Ciprian Marica (67.) ließen einen Doppelschlag folgen. Nur eine Minute später war wieder der starke Huszti zur Stelle. Jeder Schuss war jetzt ein Treffer. Für den Fußballfan eine wahre Freude, für Trainer Jens Keller auf Schalker Seite und Mirko Slomka, den es schon lange nicht mehr auf der Bank von Hannover 96 hielt, war es ein reines Nervenspiel.

Als Schalke zwei Minuten vor dem Ende durch Lewis Holtby auf 5:3 erhöhte, schien die Partie dann endlich entschieden zu sein. Denkste. Denn dann legte sich Mame Diouf eben quer in die Luft.

Christian Fuchs würde heute gerne auf einen Krimi wie diesen verzichten: „So ein Spiel wäre natürlich wieder schön für die Zuschauer. Aber uns sind die drei Punkte auf jeden Fall wichtiger.“ Der Linksverteidiger sagt: „Wir wollen mit einem Sieg starten. Wir haben das Ziel, uns für Champions League zu qualizieren.“