Zwei Neuzugänge in der Talentschmiede der SGS Essen

Die Neuen bei der SGS Essen: Nina Brüggemann und Kirsten Nesse.
Die Neuen bei der SGS Essen: Nina Brüggemann und Kirsten Nesse.
Foto: SGS

Den Klassenerhalt so schnell wie möglich sicherstellen – so wird auch in der kommenden Saison das Ziel der SGS Essen lauten. Elf Mal ist das den Bundesliga-Fußballerinnen seit dem Aufstieg 2004 gelungen. Selbst den einst übermächtigen Reviernachbarn aus Duisburg hat Schönebeck in der Eliteliga „überlebt“. Und das Erfolgsrezept ist schnell ausfindig gemacht: Als Ausbildungsverein haben die Essenerinnen ihren Platz inmitten größtenteils finanzstärkerer Konkurrenz gefunden.

Dieser Weg wird weiter beschritten. Es ist wohl auch der einzige, der Erfolg verspricht. In Essen setzt man weiter auf Talente: Zwei möchte Manager Willi Wißing in den nächsten Tagen unter Vertrag nehmen. Vom Zweitligisten BV Cloppenburg kommt Nina Brüggemann. Die 22 Jahre alte Defensivspezialistin lief 37 Mal in der ersten Liga für den Hamburger SV auf und absolvierte in den letzten zwei Jahren für den BVC 30 Bundesligaspiele. „Mit Nina haben wir eine große kopfballstarke Spielerin für das Abwehrzentrum verpflichten können. Mit ihr können wir den Abgang von Dominique Janssen im Abwehrzentrum kompensieren,“ so Cheftrainer Markus Högner.

Für die Offensive nahm der Erstligist Kirsten Nesse vom Bundesligaabsteiger Herforder SV unter Vertrag. Für die Westfalen lief die 19-Jährige in den letzten drei Jahren 62-mal auf und erzielte dabei 22 Tore. „Kirsten ist vielseitig einsetzbar. Mit ihren fünf Toren in der letzten Bundesligasaison beim Herforder SV, hoffen wir für mehr Torgefahr sorgen zu können“, freut sich Högner über die Neuverpflichtung. Mit den beiden „Neuen“ ist die Kaderplanung der SGS zunächst abgeschlossen. Viel mehr möchte man auf dem Transfermarkt gar nicht tun. Zumal der aktuelle Kader noch großes Entwicklungspotenzial aufweist. Aber auch bei der SGS starten nicht alle Talente so durch wie zuletzt Lea Schüller und Jana Feldkamp. Katharina Leiding beispielsweise galt 2011 als künftige Nationalspielerin. In fünf Spielzeiten brachte sie es jedoch nur auf 26 Einsätze. Und nach drei Kreuzbandrissen steht ihr mittlerweile auch nicht mehr der Kopf nach Leistungssport. Kyra Malinowski ist eine Leidensgenossin: Als U17-Europameisterin kam sie zur SGS und erhielt 2010 die Fritz-Walter-Medaille als national beste Nachwuchsspielerin. Nach zwei Kreuzbandrissen beendete sie mit 21 Jahren (vorerst) ihre Karriere.

Es sind leider keine Einzelfälle. Womöglich ist dafür weniger Pech als vielmehr eine zu hohe Belastung verantwortlich: Training, Bundesliga und dann noch die Länderspiele und Lehrgänge des DFB – Ruhephasen gibt es nur selten für die Spielerinnen. Allerdings hat die SGS in Markus Högner einen Trainer, der diesbezüglich enormes Fingerspitzengefühl zeigt. Immer wieder verordnet er seinen Jüngsten schöpferische Pausen zur Verletzungsvorbeugung.

Für die bestmögliche Ausbildung ist dieser Schritt sicher unerlässlich. Allerdings verlangt das einen breiten Kader, um über genügend Rotationsmöglichkeiten zu verfügen. Möglicherweise verkraftet die SGS daher noch weitere Neuzugänge. Aber die muss das Portemonnaie erstmal hergeben.