Ziel erreicht, aber Tusem im Minus

Der Tusem kann aufatmen, die Zweitliga-Handballer haben den Gau mit dem Klassenerhalt abgewendet. Es war eine ungemein harte und stressige Saison, was nach einschneidenden personellen Umbruch auch zu erwarten war. Gleichwohl waren sie auf der Margarethenhöhe trotz des personellen Aderlasses positiv gestimmt. Und erhofften sich sogar mehr: „Unser Ziel ist es, möglichst schnell nichts mit der unteren Tabellenregion zu tun zu haben“, hatte Trainer Mark Dragunski damals gesagt. „Mittelfeld plus“ nannte er es. „Mittelfeld minus“ ist es nun geworden. Mit einem fetten Minus.

Dragunskis Prognose war optimistisch und gewagt zugleich, weil sie auf vielen Unwägbarkeiten beruhte. Die hartnäckige Verletzungsmisere war natürlich nicht vorhersehbar. Sie hat die Essener schwer gebeutelt. Unterm Strich hat der Tusem die ständigen Ausfälle relativ gut verpackt. Leistungskonstanz war unter diesen widrigen Umständen kaum zu erreichen.

Vor allem auswärts gab es erhebliche Probleme, lastete der Druck offenbar zu schwer auf den Schultern der Jungspunde, die zu oft in ihrer ersten Zweitliga-Saison mit sich selbst zu tun hatten. Und die Leitwölfe Michael Hegemann und Paul Trodler allein konnten es auch nicht immer richten.

Die Mannschaft hat Potenzial, keine Frage. Klar ist auch, dass es Zeit braucht, diese Möglichkeiten auf die Platte zu bringen. Wie lange es dauern würde, auch das konnte niemand vorhersagen. Am Ende muss man feststellen: die Youngster haben sich entwickelt. Lasse Seidel, Carsten Ridder, Jonas Ellwanger oder Simon Keller haben einen Schritt nach vorn gemacht. Der Druck wird aber nicht geringer, weil auch die Erwartungen an sie nun weiter steigen.