Zeit für Abschiede beim Tusem

Redebedarf in der kommenden Woche: Stephan Krebietke und Marc Dragunski .
Redebedarf in der kommenden Woche: Stephan Krebietke und Marc Dragunski .
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Gegen den designierten Aufsteiger vom TV Bittenfeld kann das Dragunski-Teamam Sonntag befreit aufspielen. Nächste Woche trifft sich „der Rat der Weisen“ zur Saisonbilanz.

Es ist Zeit, sich zu verabschieden. Handball-Zweitligist Tusem Essen bestreitet an diesem Sonntag (17 Uhr, am Hallo) sein letztes Saisonspiel. Die Handarbeiter von der Margarethenhöhe können es ganz entspannt angehen, zittern brauchen sie jedenfalls nicht mehr. Der Klassenerhalt ist längst geschafft und das kollektive Aufatmen war nicht zu überhören. Der Jubel beim Gast ebenfalls nicht. Der TV Bittenfeld steht sozusagen als Aufsteiger in die 1.Bundesliga fest. Allenfalls auf dem Papier könnte es noch Zweifel am Aufstieg geben, doch die sind unrealistisch. Zwei Punkte liegen die Schwaben vor Nordhorn-Lingen und haben eine um 41 Tore bessere Tordifferenz. Da brennt nichts mehr an auf dem Weg ins Oberhaus, wohin Bittenfeld zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte einziehen wird.

Wie üblich zum Ausklang wird es vor dem Anpfiff Shakehands und gute Worte geben. Hannes Lindt (HC Elbflorenz Dresden), Marcus Bouali (Neusser HV) und René Zobel (Balingen-Weilstetten II) werden den Verein verlassen. Nach mehreren Gesprächen hat sich außerdem ergeben, dass der laufende Vertrag mit David Hansen in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst wird. Er war zu dieser Saison vom Liga-Rivalen EHV Aue nach Essen gekommen..

Linkshänder für Rückraum gesucht

Währenddessen suchen die Essener noch einen Linkshänder für den Rückraum. Sie haben sich offenbar auch schon für einen Kandidaten entschieden, doch der Sportliche Leiter Stephan Krebietke hält sich bedeckt, wenn es um Namen geht. „Er will, wir wollen, wir sind uns bis auf ein paar Kleinigkeiten einig.“ Aber unterschrieben sei noch nichts.

Bei der Trainerfrage gibt es ebenfalls keine belastbare Aussage. „Ich gehe davon aus und habe auch noch nichts anderes gehört“, sagt Mark Dragunski, nach seiner Zukunft als Tusem-Trainer gefragt. Von der Sportlichen Leitung ist ein definitives „natürlich bleibt Mark Dragunski unser Trainer“ auch nicht zu hören. „Ich gehe davon aus“, sagt Stephan Krebietke nur. Und: „Wir werden uns Mitte nächster Woche zusammensetzen, die Saison analysieren und besprechen, was gut und was schlecht gelaufen ist.“ Zum Rat der Weisen werden neben Dragunski und Krebietke die Trainer Herbert Stauber (Tusem II), Daniel Haase (A-Junioren) sowie der Boss Niels Ellwanger gehören.

Es war eine harte und stressige Saison für den Tusem, was nach einschneidendem Umbruch zu erwarten war. Leistungsträger wie André Kropp (Emsdetten), Philipp Pöter (Leipzig), Julius Kühn (Gummersbach) und Niclas Pieczkowski (Nettelstedt) hatten sich verabschiedet. „Die Saison war nicht gut, aber ordentlich“, findet Trainer Mark Dragunski, der bei seiner Saisonprognose allerdings nicht so recht an Abstiegskampf dachte.

Vor allem die hartnäckige Verletzungsmisere hat die Essener schwer gebeutelt. Die Linkshänder Marcus Bouali und Pasqual Tovornik fielen kurz hintereinander aus (beide Kreuzbandriss), der erstligaerfahrene Hannes Lindt wurde in der WM-Pause geholt, erfüllte die Erwartungen aber nicht. Neuzugang Dennis Szczesny konnte nur selten helfen und fällt schon wieder wegen einer Knieverletzung lange aus.

Auch gegen Bittenfeld wird der Tusem mit seinem letzten Aufgebot auflaufen. Im Vergleich zum Kader gegen Rostock vor einer Woche wird allerdings noch Peter Hornyak fehlen, der bereits mit der ungarischen Nationalmannschaft im Trainingslager ist. Für ihn wird Steffen Hahn aus der Oberliga-Mannschaft aufrücken, ebenso wie Marvin Leisen, der schon gegen Rostock auf Abruf bereit stand.