Youngster Kevin Kern: Eingewöhnen, durchsetzen
07.12.2010 | 20:38 Uhr 2010-12-07T20:38:00+0100
Es gibt dieses verflixte zweite Jahr, das über so vieles entscheiden kann: Ohne Aufstiegseuphorie den Abstieg zu verhindern ist ein Beispiel. Oder es entscheidet bei manchem Sportler, ob und wie es mit der Karriere weitergeht.
Vielleicht nicht zwangsläufig, aber für Igor Krizanovic zum Beispiel, Trainer des Basketball-Zweitligisten ETB Wohnbau Baskets, ist eine zweite Spielzeit auf neuem – höherem Niveau – zumindest mitentscheidend, ob ein Spieler eine Zukunft hat oder nicht. Eingewöhnen – durchsetzen. So laufen die Dinge.
Kevin Kern befindet sich in so einer solchen zweiten Saison. Als Talent ist er aus der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (NBBL) zum ETB gewechselt. Nun kämpft er um eine Perspektive im Allgemeinen und mehr Einsatzzeiten im Besonderen. „Ich bin ganz zufrieden“, sagt der 20-Jährige – aber natürlich darf es immer auch ein bisschen mehr sein.
Eine lehrreiches erstes Jahr liegt hinter dem Shooting Guard. „Die NBBL bereitet einen sehr gut auf den höherklassigen Seniorenbereich vor. Aber natürlich gibt es immense Unterschiede. Allein schon körperlich kommen ganz andere Brocken auf einen zu und das Tempo ist ein anderes. Damit muss man erst einmal klar kommen.“
Jahr eins – die Eingewöhnung – „hat Spaß gemacht“. Und hatte einige wertvolle Erfahrungen parat, an die Kevin Kern gerne zurück denkt. In Osnabrück sorgte er mit den entscheidenden Punkten für den Sieg nach Verlängerung, „aber eigentlich schickt mich der Trainer nicht aufs Feld, um eine 10:0-Serie im Alleingang zu stemmen“. Das weiß auch Kern. Die Defensive stabilisieren, das ist so eine Aufgabe, mit der er im zweiten Jahr betraut wird. Handwerk abliefern, und das konzentriert und gründlich. „Für die Punkte und die tollen Aktionen haben wir ja unsere Amerikaner.“
Zufrieden ist Kern – für den Moment. Zumal ihn eine Verletzung in dieser Saison etwas zurück geworfen hat. Nun ist er wieder da und es läuft gut. „Ich bekomme viel positives Feedback vom Coach“, Kern hofft entsprechend auf mehr Spielanteile. „Ich fühle mich als wichtiger Bestandteil des Teams“, wohlwissend, dass in einem kleinen Kader schon das Ermöglichen einer guten Trainingseinheit geschätzt wird. Doch genau hier liegen auch die Chancen: Der Sprung in die erste Mannschaft war weit, von hier darf er immer mal weiter aufs Parkett hüpfen und zeigen was er kann.
Aber was, wenn die zweite Saison zu einer „verflixten“ wird? „Darüber mache ich mir gar keine Gedanken. Ich versuche es einfach.“ Und studiert nebenbei Englisch und Sport auf Lehramt. „Das ist wohl nur vernünftig. Auf einen eventuellen großen Durchbruch kann ich dann immer noch reagieren.“
Noch bleibt viel Zeit, noch ist noch nicht einmal die Hinrunde beendet. Am kommenden Samstag trifft er mit den ETB Baskets auf den USC Heidelberg (19.30 Uhr, Am Hallo). Es ist die Partie des 14. gegen den Neunten, „aber natürlich können wir Heidelberg schlagen“. Es ist für den ETB die Chance, sich weiter nach oben zu orientieren. Raus zu krabbeln aus dem Kellermuff, der die Schwarz-Weißen – trotz einer gefühlt guten Saison – noch immer umgibt. „Wir haben vier Siege auf dem Konto, drei der vergangenen vier Spiele gewonnen. Es läuft wirklich ganz gut“, untermauert Kevin Kern subjektive Eindrücke mit Zahlenwerk.
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