„Wir müssen alles aus uns herausholen“

Im Interview: Paul Trodler (TUSEM).
Im Interview: Paul Trodler (TUSEM).
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Was wir bereits wissen
Tusem-Kapitän Paul Trodler über seine Erwartungen vor der Heimpartie gegen Eisenach und den Abstiegskampf in der Zweiten Liga.

Die Handball-WM in Katar ist gelaufen, die Bundesliga ruft. Der Alltag kehrt wieder ein. Zweitligist Tusem Essen startet am kommenden Sonntag mit einem Heimspiel gegen ThSV Eisenach (18 Uhr, am Hallo) in den Kampf um den Klassenerhalt in der 2.Liga. Wir sprachen mit Tusem-Kapitän Paul Trodler (30) über die WM-Pause und die Perspektiven.

Wie war die Wintervorbereitung?

Wir haben verdammt hart gearbeitet, alle haben sehr gut angepackt und mitgezogen. Aber das müssen wir ja auch. Körperlich, denke ich, sind wir super drauf.

Können sie eine Prognose für die nächsten Monate stellen? Wie eng wird es für den Tusem?

Eine Prognose ist schwierig. Wenn man sich die Tabelle anguckt, da können wir uns sicherlich noch verbessern. Und das werden wir auch. Wir müssen nach vorn schauen und in jedem Spiel alles aus uns herausholen.

Rückraumspieler Dennis Szczesny ist nach langer Verletzungspause wieder zurück, Linkshänder Hannes Lindt neu dazu gekommen. Spürt man, dass nun zwei erfahrene Kräfte mehr im Team sind im Vergleich zur Hinrunde?

Ja, auf jeden Fall. Die beiden tun uns sehr gut. Dennis mit seiner Physis und Hannes mit seiner Erfahrung. Natürlich müssen wir uns auch noch weiter einspielen, aber das ist ein Prozess. Und es geht voran. Beide können der Mannschaft tolle Impulse geben.

Sie haben einige Testspiele in der Winter-Vorbereitung bestritten, aber keines gewonnen. Muss man sich Sorgen machen?

Ach, solche Spiele sind nie besonders aussagekräftig. Da wird immer viel probiert und gewechselt, der Trainer versucht verschiedene Konstellationen und Taktiken. Er muss ja schließlich sehen, wer mit wem zusammenpasst. Das ist immer ein Lernprozess.

Warum hat es in der Hinrunde oft nicht so funktioniert?

Wir haben viele Spiele nur knapp verloren - auch auswärts und gegen Mannschaften von oben. Ich glaube, dass uns in entscheidenden Phasen manchmal vor allem Cleverness gefehlt hat. Da waren wir nicht abgezockt genug. Aber Erfahrung muss man sich erarbeiten, wir können lernen aus solchen Situationen. Übertrieben gesagt, spätestens beim 50.Mal wissen alle, wie man es machen muss.

In Eisenach hat der Tusem überraschend mit 26:22 gewonnen. Lässt das hoffen auch auf einen erfolgreichen Auftakt am Sonntag?

Das kann man so nicht sagen. Eisenach hat inzwischen den Trainer gewechselt, hat sich im Rückraum verstärkt. Sie haben einen richtig breiten Kader und eine gute Mannschaft. Aber das alles sollte uns nicht interessieren. Wie bereits gesagt, für uns gibt es nur eine Richtung: Es geht nur nach vorn. An das, was in der Hinrunde gelaufen ist, sollten wir jedenfalls keinen Gedanken mehr verschwenden.