Wechsel in den Abstiegskampf

Vincent Wagner hat’s getan, Philipp Kunz auch. Zuletzt kam Samuel-Marian Limbasan – und davor: Benjamin Wingerter. Sie alle wechselten von der rot-weißen Hafenstraße nach Kray zum FC. Vom großen RWE, „zu einem sehr familiären Klub“, wie es Benjamin Wingerter beschreibt. Der 31-jährige Mittelfeldspieler räumt gerne ein, dass man sich „umgewöhnen“ müsse an der Buderusstraße. Es ist halt alles eine Nummer kleiner, wohl auch zwei. „Man trainiert auf Kunstrasen, hat andere Trainingszeiten“. Aber, und das ist das wichtigste: Benjamin Wingerter fühlt sich wohl. „Ich bin ja auch nicht ganz unvorbereitet diesen Schritt gegangen.“ Nein, er wird sich bei Vincent Wagner und Philipp Kunz schon informiert haben.

Wingerter hat ein neues Kapitel aufgeschlagen – einen Schlussstrich gezogen unter die vergangene, rot-weiße Episode, die ganz anders geschrieben wurde, als es in ersten Entwürfen vielleicht vorgezeichnet wurde. Benjamin Wingerter ist selbstkritisch genug: „Offenbar konnte ich Marc Fascher und Dr. Uwe Harttgen nicht überzeugen, es lag dann wohl an mir“, hatte er dem Reviersport rund um seinen Wechsel erklärt. In Kray will er sich den Spaß am Fußball zurückholen. Spielen, natürlich. Ansprüche leitet er daraus erst einmal keine ab: Benjamin Wingerter weiß, dass er lange nicht auf der Wiese gestanden hat. „Ich muss ja erst mal wieder schauen, wie groß so ein Fußballplatz ist.“

Erste Eindrücke dürfte er in den Testspielen gewonnen haben, die nächsten Schritte sollen folgen. Nach der Spielabsage gegen Siegen hatten Wingerter und der FC Kray eine Woche mehr Zeit, sich kennen zu lernen, Laufwege zu automatisieren – das Fußballspiel zu einer gemeinsamen Sache zu machen. „Wie weit man dann ist, wird sich zeigen.“

09 überrascht RWO

An diesem Samstag, wenn es auswärts gegen Wattenscheid 09 geht (Lohrheidestadion, 14 Uhr). Ein Abstiegskracher gegen einen selbstbewussten Gegner: „09“ feierte unter der Woche einen 1:0-Sieg in Oberhausen und hat nach Punkten mit Kray gleich gezogen. „Die Wattenscheider waren spielerisch immer schon sehr gut, nun haben sie an Kompaktheit dazugewonnen“, analysiert Benjamin Wingerter. „Wir müssen einfach voll dagegenhalten. Ich will zeigen, dass ich eine Verstärkung bin und helfen kann.“