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Basketball, 2.Bundesliga

Vom Vorteil einer Niederlage

03.12.2010 | 21:44 Uhr
Vom Vorteil einer Niederlage
Chris Alexander (ETB). Michael Gohl / WAZ FotoPool

Essen.Nein, das hatte ETB-Trainer Igor Krizanovic gar nicht gefallen. Und zwar von vorne bis hinten nicht, wobei „vorne“ tatsächlich schon deutlich vor dem Spiel gegen Paderborn begonnen hatte.

Die 76:77-Niederlage des Basketball-Zweitligisten (Pro A) ärgerte den Kroaten auch Tage später noch, „dieses ganze Gerede im Vorfeld darüber, dass wir im Falle eines Sieges Fußball spielen, das hat genervt“. Und auch wenn dieses Thema wohl nicht ausschlaggebend gewesen sein dürfte für die Niederlage, so war es offensichtlich doch Ausdruck dafür, „dass wir uns haben einlullen lassen von diesen zwei Siegen gegen Osnabrück und Cuxhaven“.

Krizanovic jedenfalls hatte mangelnde Einstellung und mangelnde Aggressivität als Grund für die Niederlage gegen die Webmoebel Baskets ausgemacht, am heutigen Samstag wollen es die Schwarz-Weißen beim USC Freiburg wieder besser machen (19.30 Uhr). „Gerade auch gegen Freiburg brauchen wir die Einstellung, die uns als Team stark gemacht hat“, fordert der ETB-Coach. Denn: „Individuell, vor allem in Sachen Athletik, ist der Gegner insgesamt besser besetzt. Da müssen wir gegenhalten.“

Allerdings ist dem Trainer nicht bange vor der Partie im Breisgau, und die vollmundigen Ankündigungen aus dem Team, in Freiburg Wiedergutmachung betreiben zu wollen, nimmt er seinen Jungs durchaus ab. „Wir sind auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Niederlagen sorgen ganz automatisch für die nötige Anspannung und Konzentration. Wenn es einen Vorteil gibt, dann den.“

Gesprochen habe man über den mageren Auftritt, das Thema sei abgehakt. Und schließlich soll die Pleite auch nicht darüber hinweg täuschen, dass die Wohnbau Baskets Fuß gefasst haben in der laufenden Saison. Ein Sieg beim USC und der ETB hätte den Anschluss an das untere Mittelfeld geschafft.

Maßgeblich verantwortlich dafür ist Morgan Lewis. Das hat auch „Die junge Liga“ erkannt und kürte den 23-jährigen Amerikaner nun zum „Spieler des Monats November“. 23 Punkte pro Spiel im Schnitt, 9,3 Rebounds, 2,3 Assists – dazu kommen Ballsicherheit und Spielwitz. Was weniger klar zu messen, aber sehr gut zu beobachten ist.

Damit ist dem ETB wieder einmal ein Transfercoup gelungen – und Lewis wird den Essenern auf jeden Fall bis Saisonende treu bleiben, wie Krizanovic erleichtert zu berichten wusste. Denn ausgestattet war Lewis zunächst auch nur mit einem kurzfristigen Vertrag, aus finanziellen Gründen. Natürlich. Für Lewis war dies die Chance sich zu präsentieren und weitere Chancen wahrzunehmen. „Nun waren wir uns alle einig, dass wir zusammen weitermachen. Mindestens bis zum Saisonende“.

Igor Krizanovic weiß, was er an Lewis hat, bezeichnet ihn als Naturtalent, „das ich gerne schon eher in Essen gesehen hätte“. Aber er fordert seinen Schützling auch: „Er hat noch viel Potenzial. Er muss noch mehr Verantwortung übernehmen und das Team auf seine Schultern nehmen. Wir haben ihm viel zu verdanken, aber er kann und muss noch mehr zeigen.“

Achim Faust

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