Vertrauensvolle Zusammenarbeit

Mark Warnecke - ehemaliger deutscher Leistungsschwimmer während eines Gespräches mit der WAZ-Sportredaktion
Mark Warnecke - ehemaliger deutscher Leistungsschwimmer während eines Gespräches mit der WAZ-Sportredaktion
Foto: WAZ
Mark Warnecke: Die Athleten müssen gewissenhaft aufgeklärt und individuell beraten werden

Haben Sie zu ihrer aktiven Zeit Nahrungsergänzungsmittel genommen und wie haben Sie sich abgesichert?

Ein Arzt hat mir 1994 empfohlen, Aminosäuren zu nehmen. Nun, ich konnte es mir auch privat nicht leisten, ein Risiko einzugehen. Ich war Medizinstudent und hätte meine berufliche Karriere aufs Spiel gesetzt. Ich habe dann Infusionen aus dem Krankenhaus genommen oder Rohstoffe aus der Apotheke selbst gemischt, wobei, wenn man es aus heutiger Sicht sieht, das nicht sicherer war als Nahrungsergänzungsmittel von seriösen Anbietern.

Muss man unbedingt solche Nahrungsergänzungsmittel nehmen?

Sie helfen, das ist sicher, und damit sollte man offensiv umgehen. Es ist ja auch nicht alles falsch oder verboten, sondern es ist eine Ernährungsoptimierung. In der internationalen Spitze substituieren heutzutage alle Athleten. Dabei geht es nicht um die schnelle Leistungssteigerung, sondern ein Sportler regeneriert beispielsweise nach Höchstbelastungen schneller und kann sich auch schneller wieder belasten. Was man einnimmt, muss allerdings ganz individuell abgestimmt werden. Man sollte nicht allen Scheiß nehmen, sondern eher wenig, dafür aber das Richtige.

Dazu braucht ein Sportler aber jemanden, der ihn qualifiziert berät?

So ist das. Man braucht eine vertrauensvolle und verantwortungsbewusste Beratung und Begleitung. Jeder Sportler muss aufgeklärt werden und seinerseits die entsprechende Bereitschaft einbringen. Bei den Fußball-Bundesligisten, mit denen ich zusammenarbeite, ist längst eine vertrauensvolle Kooperation gewachsen.

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