Und noch ein Krayer Paukenschlag

Der FC Kray besiegt den Meisterschaftskandidaten Alemannia Aachen mit 1:0. Auf dem Foto: Marcus Hoffmann und Kevin Behrens (Aachen) gegen Eric Yahkem (FCK). Michael Gohl / FUNKE Foto Services
Der FC Kray besiegt den Meisterschaftskandidaten Alemannia Aachen mit 1:0. Auf dem Foto: Marcus Hoffmann und Kevin Behrens (Aachen) gegen Eric Yahkem (FCK). Michael Gohl / FUNKE Foto Services
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der Aufsteiger gewinnt sensationell gegen Alemannia Aachen mit 1:0 und tankt Selbstvertrauen vor dem Pokal-Kracher am Dienstag gegen RWE. Vincent Wagner trifft ins Glück.

FC Kray -
Alemannia Aachen 1:0 (0:0)

Kray: Kunz – Zimmermann, Wagner, Mengert, Aubameyang – Waldoch (84. Wingerter), Akman, Kehrmann, Yesilova (90. Meißner), Kehrmann – Gödde (78. Limbasan).

Tor: 1:0 Wagner (86.).

Schiedsrichter: Andreas Steffens.

Zuschauer: 1296.

Der FC Kray, das „gallische Dorf“, als das es während des ersten Regionalliga-Abenteuers galt, hat wieder ordentlich auf die Pauke geschlagen: Der Aufsteiger feierte gegen den Tabellenzweiten Alemannia Aachen am Uhlenkrug einen überraschenden 1:0-Sieg, düpierte damit zum wiederholten Male einen ganz Großen der Liga und schickt sich weiter an, die zweite Aufenthaltsgenehmigung in der Vierten Liga zu verlängern.

Vieles hatte gegen Aachen auf ein torloses Remis hingedeutet, Strafraumszenen waren Mangelware, Torchancen damit auch. Doch Vincent Wagner erzielte vier Minuten vor dem Ende nach einem Eckball den goldenen Treffer und versetzte den eigenen Tross und die Krayer Anhänger unter den 1296 Fans im Stadion Uhlenkrug in Ekstase. „Es ist Wahnsinn, was die Jungs leisten“, jubelte beispielsweise Präsident Günther Oberholz, der feststellte: „Mit dem Aachener Etat spielen wir 20 Jahre in der Regionalliga.“

Oberholz wieder auf der Flucht

Der Kray-Boss hatte, wie eigentlich fast immer, gar nicht mehr hinschauen können. Auf der Flucht sei er in der zweiten Halbzeit gewesen. „Ich weiß gar nicht, wo ich überall war, jedenfalls nicht im Stadion. 30 Sekunden vor dem Abpfiff war ich aber wieder da.“

Top-Teams scheinen den Krayern einfach zu liegen. Zweimal hatte es schon die volle Ausbeute gegen RWE gegeben, jeweils einen Punkt gab es in der Hinrunde gegen Viktoria Köln und auch Aachen, in der Rückrunde gegen Sportfreunde Lotte. Nun also der Coup im Rückspiel gegen die Alemannia, die damit erst das zweite Meisterschaftsspiel überhaupt in dieser Saison verloren geben musste. „Gegen wen wir die Punkte für den Klassenerhalt holen, ist fast egal“, so ein gelöster Kray-Coach Michael Lorenz. Er war natürlich und völlig zurecht stolz auf seine Mannschaft, der Sieg war wirklich nicht unverdient: „Wir haben brutal diszipliniert gespielt, eine unglaubliche Laufbereitschaft an den Tag gelegt.“

Und somit den haushoch favorisierten Aachenern den Zahn gezogen, die gegen tiefstehende Gastgeber – bei gegnerischem Ballbesitz bildete mit Jörn Zimmermann, Vincent Wagner, Christian Mengert, Willy Aubameyang und Eric Yahkem sogar eine Fünferkette die letzte Linie – einfach keine Lösung fanden. Mit dem Ball wussten die Essener nicht so wahnsinnig viel anzufangen, das Offensivspiel wurde erst im zweiten Durchgang zielstrebiger, blieb aber harmlos. Bis zum Eckball in der 86. Minute.

„Wir haben kaum etwas zugelassen“, so denn auch Siegtorschütze Wagner zum Erfolgsgeheimnis dieses Nachmittags. „Aus dem Spiel heraus eigentlich gar nichts.“ Zweimal hatte es lichterloh gebrannt: Christian Mengert hatte sich in der 68. Minute in einen Demai-Schuss geworfen, Philipp Kunz seinem Team wenige Augenblicke vor dem Schlusspfiff mit einer Glanzparade gegen Ito die drei Punkte festgehalten. Ja, das Quäntchen Glück hatte der FCK dann auch, „das wir uns hart erarbeitet haben“, so Trainer Michael Lorenz.

RWE muss jedenfalls gewarnt sein: Am Dienstag steht das mit Spannung erwartete Niederrheinpokal-Halbfinale auf dem Programm (18.30 Uhr, Hafenstraße), gegen eine so kompakte Krayer Mannschaft wird es schwer, ein Tor zu erzielen. Und wenn der FCK offensiv aus so wenig so viel macht, scheint auch ein dritter Sieg in einer Saison nicht unmöglich.