Überraschungssieg im Achter

Der  siegreiche Essener Stadtvierer der Frauen vom Etuf.
Der siegreiche Essener Stadtvierer der Frauen vom Etuf.
Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Beim Herbstcup sahen die zahlreichen Zuschauer den Siegvom Ruderklub am Baldeneysee. Im Stadtvierer siegte das favorisierte Boot von Etuf Essen.

Sonne, Herbstcup und die Stadtmeisterschaft haben am Wochenende ein zahlreiches Publikum zum großen Prestigeduell der Essener Rudervereine gelockt. Und es gab auch eine kleine Überraschung beim 55. Essener Stadtachter der Männer.

Nach einem sehr spannenden Finish hatte das Boot vom Ruderklub am Baldeneysee (RaB) mit einer halben Bootslänge vor dem Turnverein 1877 e.V. Essen-Kupferdreh (TVK) den Titel in der Hand. Mit einem furiosen Start hatte sich der RaB gleich an die Spitze gesetzt, dahinter lag die KRG und erst auf dem dritten Platz der TVK, der sich später noch an den Kettwigern vorbeischieben konnte. Ein wenig hatten die Männer vom RaB auch schon mit einem Sieg gerechnet. „Wir haben hart trainiert und nach den Landesmeisterschaften ahnten wir, dass da etwas geht“, sagte Cheftrainer Thomas Wichelhaus, der seine erste Saison bei Essens größtem Ruderclub bestreitet. Mit Moritz Wuerich, Tassilo von Müller, Jakob Schneider, Leander Fesser, Markus Geller, Luca Schäfer, Simon Wenzel, Leon Siegel und Steuermann Nicolas Vogeler sei die Mannschaft auf allen Plätzen stark besetzt gewesen, erklärte Wichelhaus.

Krönender Saisonabschluss

Den Anfang bei den Stadtmeisterschaften hatten wie immer die Frauen im Vierer gemacht. Hier waren die Rollen klar verteilt. Erst vor einer Woche hatte der Etuf mit Olympiateilnehmerin Mareike Adams die deutsche Sprintmeisterschaft in Krefeld gewonnen. Klarer konnte die Favoritenrolle nicht sein. Und so zeigten sich Mareike Adams, Janina Hanßen, Charlotte Hentrich und Caroline Roose im Doppel-Vierer sehr eindrucksvoll. Schon zu Beginn lösten sie sich vom Feld und lagen nach 500 Metern eineinhalb Bootslängen vor der KRG und dem RK Baldeneysee. Glücklich äußerte sich Mareike Adams nach dem Anlegen am Bootssteg und zeigte sich vom Lokalkolorit der beiden Rennen begeistert: „Man misst sich hier, das ist eben eine Vereinsmeisterschaft und immer wieder spannend. Die Veranstaltung hier vor Ort ist super, zumal man auch alte Bekannte aus der Ruderszene trifft, die spontan vorbei kommen.“

In der Ruder-Szene gelte der Kettwiger Herbst-Cup als krönender Abschluss der Saison. Teams aus allen Teilen Deutschlands und dem benachbarten Ausland reisen zu der letzten großen Regatta des Deutschen Ruder Verbandes (DRV) an und messen sich in unterschiedlichen Bootsklassen auf vier verschiedenen Distanzen über 250, 750, 2500 und 4000 Metern. Zum ersten Mal war in diesem Jahr ein Herren-Achter-Team aus der Schweiz mit von der Partie. Die Idee an der Teilnahme beim Herbst-Cup hatte der Ruderkamerad Felix Kottmann, der gebürtig aus Karlsruhe kommt, inzwischen in Zürich arbeitet und das Flair der letzten großen Regatta der Saison in Kettwig aus alten Zeiten kennt: „Ich weiß, wie Klasse es hier ist und habe meine Ruderkollegen schnell überzeugen können, in Kettwig teilzunehmen.“ Teamkollege Jonathan Perraudin schätzt den Sport- und Spaßgeist der Veranstaltung. „Hier finden gute und spannende Rennen statt und es herrscht super Stimmung. Eine Kombination aus Cup und Party.“ Eine umständliche Anreise mit Hänger konnten die Züricher sich ersparen, da sie einen Leih-Achter zur Verfügung gestellt bekamen.

Der Vorsitzende des Essener Ruderverbandes, André Ströttchen, fasste am Ende der Veranstaltung die Stadtmeisterschaften und den Herbst-Cup zusammen: „Das Achter-Rennen war der Hammer, der Damen-Vierer war sehr souverän. Der Herbst-Cup als solcher ist top. Hier kommen alle zusammen, auch aus dem hohen Norden und dem tiefen Süden. Das gibt es in dieser Form nur hier.“