Typisch ETB
06.03.2011 | 20:35 Uhr 2011-03-06T20:35:00+0100
Man könnte sagen: Alles wie immer, alles schon gehabt. Man könnte sagen: „Typisch ETB!“ Man könnte sich daran gewöhnt haben. Hat man aber nicht und wird es auch nie. Das ist gut, anderenfalls wäre die Abstiegsfrage wohl schon beantwortet. Diese 82:83-Niederlage bei den Giro Live Ballers Osnabrück (wir berichteten) hat wieder weh getan. Auch weil „das eine unsere besten Saisonleistungen war“, wie Trainer Igor Krizanovic befand. Und trotzdem reichte es nicht für die Schwarz-Weißen, die Essener bleiben das Schlusslicht der Zweiten Basketball Bundesliga (Pro A). Und die Luft ist dünn.
Wieder hatte die Mannschaft den verdienten Lohn eigentlich schon in der Tasche. Wieder kippte das Spiel. Elf Punkte mögen 14 Minuten noch keine Vorentscheidung bedeuten. Vier Punkte 34 Sekunden vor dem Spielende eröffnen einem dann aber doch Möglichkeiten. Ein „Dreier“ von Igor Simini brachte den Gastgeber wieder auf Schlagdistanz, nach jeweils verwandelten Freiwürfen auf beiden Seiten, war es 13 Sekunden vor Schluss (80:81) an Marco Buljevic, mit weiteren Freiwürfen den Drei-Punkte-Vorsprung wieder herzustellen und somit mindestens die Verlängerung sicher zu stellen, womöglich schon die Entscheidung zu erzwingen. Doch nur ein Versuch fand sein Ziel. Auch irgendwie typisch – letztlich verloren die Wohnbau Baskets eine Partie wieder an der Freiwurflinie. Nur 56 Prozent der Würfe fielen durch den Ring.
82:80 – der Gegner im Ballbesitz, aber der ETB foulte nicht. „Das war meine Entscheidung“, übernahm Krizanovic die Verantwortung. „Osnabrück hatte Oberwasser in der Schlussphase, wir wollten den Spielzug verteidigen und auf keinen Fall in die Verlängerung.“ Was gar nicht passieren durfte: Ein gegnerischer Versuch aus der Distanz. So wie ihn Tristan Blackwood mit der Schlusssirene unternehmen konnte – es passt ins ETB-Bild, dass er traf. Krizanovic betonte noch einmal: „Auf die Mannschaft lasse ich da nichts kommen. Die Taktik in dieser Situation habe ich festgelegt, mit allem Risiko.“
Trotzdem: Was da passiert ist, durfte nicht passieren und wirft die Schwarz-Weißen im Kampf um den Klassenerhalt zurück. Auch wenn der ETB nicht zum ersten Mal die vorherige Verteilung von Außenseiter- und Favoritenrolle auf dem Parkett durcheinander wirbelte – am Ende kommt viel zu wenig Zählbares dabei raus. Krizanovic hat seinen Optimismus aber noch nicht verloren. „Weil wir zu den defensivstärksten Teams der Liga gehören. Weil wir nun auf Gegner treffen, die vielleicht auch nicht die Qualität haben, solche Situationen auszunutzen, wie es Osnabrück getan hat.“ Worauf sich die Mannschaft nur nicht verlassen sollte, das weiß natürlich auch der Kroate.
Sein Team hatte schon unmittelbar nach Spielende einen Kreis gebildet, sich angefeuert. „Das zeichnet die Jungs aus. Wir werden uns jetzt intensiv auf Cuxhaven vorbereiten.“ Die Wochen der Wahrheit stehen nun endgültig an. Der ETB muss siegen, um die Abstiegsfrage selbst beantworten zu können. Sonst tun es andere.
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